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Prignitz Musikunterricht der etwas anderen Art
Lokales Prignitz Musikunterricht der etwas anderen Art
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14:15 05.03.2018
Alle vier Musiker der Liveband „EDR experience“ sind im musikpädagogischen Bereich tätig. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Wittenberge

Für viele der Schüler war es garantiert der erste Liveauftritt einer Rockband, den sie so hautnah miterlebt haben, sind sich die vier Musiker der Band „EDR experience“ sicher. Sie spielten am Freitag im Kultur- und Festspielhaus in Wittenberge und brachten so den Schülern der fünften bis zehnten Klassen die Entwicklung der Rock- und Popmusik auf ganz besondere Art und Weise näher.

„Das ist Musikunterricht der anderen Art. Nicht nur von einem Lehrer vorgetragen oder von einer Kassette gehört, sondern live vorgespielt“, sagt Marco Philipp. Er selbst kommt aus der Prignitz und organisierte den Kontakt und die Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Festspielhaus.

Gitarre, Schlagzeug, Bass, Gesang: Mit allem, was dazu gehört, nahmen die Musiker die Schüler mit auf eine Reise der Musikgeschichte. Marco Philipp, Guido Köpernick, Jürgen Schienemann und Danny Priebe sind allesamt im musikpädagogischen Bereich tätig und kommen aus Magdeburg und Berlin.

Musikunterricht mit Live-Band: das gibt es nicht so oft

Das Projekt mit ihrer Liveband „Entwicklung der Rockmusik“ ist nur eines von vielen, doch in Wittenberge ein ganz besonderes: „Das ist schon mal was anderes auf solch einer großen Bühne im Kulturhaus zu stehen. Sonst spielen wir überwiegend in Turnhallen oder Aulas“, berichtet Bassist Guido Köpernick. Auch die Lehrer waren von der Show sichtlich begeistert und die Kinder und Jugendlichen lernten nicht nur für den Lehrplan sondern etwas für ihr Leben.

Denn selbst miterlebt haben sie die Anfänge und den Höhepunkt der legendären Rockmusik nicht. Wie klingt eine verzerrte Gitarre? Was änderte sich mit der Zeit in Sachen Technik? Und welche Effekte wurden nach und nach ermöglicht? In zwei Konzerten brachte die Band den jungen Gästen anhand ausgewählter Songs der verschiedenen Stilistiken die Entwicklungsschritte der Popularmusik des 20. Jahrhunderts näher, ergänzt durch entsprechende Erklärungen zur Musik, zu Instrumenten und den gesellschaftlichen Veränderungen der jeweiligen Zeit.

Hautnah wurde Entwicklung der U-Musik der letzten 100 Jahre gezeigt

Der unterhaltsame und anschauliche Einblick in die Musikgeschichte des vergangenen Jahrhunderts reichte in chronologischer Reihenfolge von den Anfängen des Blues in den 1920er Jahren bis zum Crossover der 2000er. Die vier professionellen Musiker und Musikpädagogen brachten die Titel maßgebender Protagonisten wie Elvis, The Beatles oder Deep Purple authentisch und mit viel Spielfreude auf die Bühne und haben so Wissensvermittlung mit Emotionen und Spaß verbunden.

„Musik ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken“, betont Guido Köpernick. Doch was steckt dahinter und welche Auswirkungen haben die verschiedenen Musikrichtungen auf die heutige Zeit?

Alles begann demnach in den Zwanziger Jahren mit Gospel, Spiritual und Arbeitersongs. Bis zu dieser Zeit war Musik von Weißen und Schwarzen strikt getrennt. Von da an lockerte sich die Situation. Es entstand der Blues, die Mutter der Rockmusik, mit vielen unterschiedlichen musikalischen Richtungen. Aus vielen Verzweigungen und Richtungen entwickelte sich daraus der Rock ’n Roll.

Das Spektrum reichte vom Blues bis zum Crossover

„Es war ein ganzer Lebensstil, eine ganze Jugendkultur etablierte sich, mit vielen großartigen Musikern“, so Guido Köpernick. Die Technik ermöglichte zugleich eine immer preiswertere Musikproduktion, so dass die sogenannten Single-Schallplatten für eine breite Masse verfügbar wurden.

Mit der Zeit wurde der Blues immer kantiger und eckiger, die Rolling Stones hatten ihren Durchbruch. Gleichzeitig machte Jimi Hendrix die Gitarre zu einem Soloinstrument und auf Kuba vereinten sich der Blues mit dem Gospel zum Reggae. „Ohne ihn würde es so eine Musik wie heute wohl nicht geben“, ist sich Sänger Danny Priebe sicher. Letztendlich entstand der Hard Rock und New Wave, der Vorbote der Neuen Deutschen Welle.

„Schülerkonzerte gehören seit jeher zum Veranstaltungsangebot des Wittenberger Kultur- und Festspielhauses. Doch nachdem der Fokus in den letzten Jahren meist auf dem Bereich der klassischen Musik lag, thematisierte dieses Konzert die eher rockige Musik“, so Dorit Wudke von der künstlerischen Leitung des Kultur- und Festspielhauses. Die Schüler kamen aus Pritzwalk, Hoppenrade, Perleberg, Bad Wilsnack, Breese und Wittenberge.

Von Marcus J. Pfeiffer

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