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Lob dem besonderen Ehrenamt der Feuerwehr

Pritzwalk Lob dem besonderen Ehrenamt der Feuerwehr

Ein Jahr besonderer Herausforderungen liegt hinter der Ortsfeuerwehr Pritzwalk. Mehrere Großeinsätze hielten die Blauröcke mehr als vier, fünf Stunden in Atem. Die Mitgliederzahl ist erfreulicherweise leicht gestiegen. Zur Anerkennung des besonderen Ehrenamtes schlug Ortswehrführer Adrian Zechser vor, über Vergünstigungen für Aktive nachzudenken.

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Die beförderten und geehrten Angehörigen der Pritzwalker Feuerwehr in der Fahrzeughalle des Gerätehauses.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Sie alle sind freiwillig der Feuerwehr beigetreten und haben die Uniform angezogen. Doch damit sind die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Pritzwalk Verpflichtungen eingegangen. Sie müssen Befehle befolgen, setzen Freizeit, Gesundheit, ja vielleicht sogar ihr Leben ein, um anderen zu helfen. Es ist ein besonderes Ehrenamt, das die aktuell 101 Mitglieder der Wehr bekleiden. Darauf wurde in der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Pritzwalk am Freitagabend immer wieder verwiesen.

Über fünf Stunden Kampf gegen die Flammen

„Glücklicherweise ist die Zahl der Einsätze im vergangenen Jahr nicht noch weiter gestiegen“, sagte Ortswehrführer Adrian Zechser in seinem Jahresbericht. „Aber lassen Sie sich nicht fehlleiten von den Zahlen. Wir waren bei einigen Einsatzlagen so stark gefordert wie selten zuvor“, ergänzte Adrian Zechser. Beispielhaft nannte er Einsätze, die zum Teil länger als vier Stunden dauerten. Dazu gehörte der Brand im Schweinestall in Neudorf im Januar, als trotz aller Bemühungen 900 Schweine in den Flammen umkamen. Gefordert waren die Feuerwehrleute auch bei einem Kellerbrand eines fünfstöckigen Hauses in Pritzwalk, bei dem noch Mieter in der verrauchten Wohnung waren. Oder beim Großeinsatz nahezu aller Prignitzer Wehren in Wittenberge, als ein Blitzschlag das Lager des Dämmstoffherstellers Austro­therm in Brand gesetzt hatte. Der längste Einsatz war das Feuer bei der Firma PBK in Schönhagen, als dort eine Strohlagerhalle in Brand geraten war.: fünf Stunden und 13 Minuten kämpften die Feuerwehrleute gegen die Flammen.

Blauröcke leisteten umgerechnet 339 Arbeitstage Dienst

„Insgesamt waren die Kameraden im vergangenen Jahr 1396 Stunden im Einsatz“, sagte der Ortswehrführer. „Rechnet man die 1320 Stunden Ausbildung hinzu ergibt sich, dass die Kameradinnen und Kameraden unserer Feuerwehr im vergangenen Jahr 2716 Stunden im Dienst verbracht haben. Das entspricht – auf einen Acht-Stunden-Tag gerechnet – die Dauer von 339 Arbeitstagen.“ Trotz dieser Belastung fanden sieben neue Mitglieder den Weg in die Wehr, zwei traten aus den Reihen der Wehr aus. Trotz einer mit 24 Mitgliedern relativ starken Jugendwehr ist es im zurückliegenden Jahr nicht gelungen, den Feuerwehrnachwuchs für den Dienst bei den operativen Einsatzkräften zu gewinnen.

„Warum nicht kostenlose Kitaplätze?“

Um einen gewissen Ausgleich für die vielen ehrenamtlichen geleisteten Stunden, den Einsatz an Freizeit und die familiären Belastungen zu schaffen, schlug Adrian Zechser den politisch Verantwortlichen, also den Stadtverordneten, vor, über Vergünstigungen für Feuerwehrleute nachzudenken: „Wie wäre es beispielsweise mit dem Erlassen der Kosten für Kinderkrippe oder Kindergarten für die Kinder von Feuerwehrleuten?“, fragte der Ortswehrführer. „Oder mit einem Zuschuss für den Besuch von Finesstudios?“ Aber auch die Ausrüstung der Wehr, sowohl die Einsatzkleidung als auch die Fahrzeuge, tragen zur Attraktivität bei und müssten den finanziellen Möglichkeiten der Stadt entsprechend auf dem Laufenden gehalten werden.

„Ihr seid die größte Bürgerinitiative der Stadt“

Vertreter der Stadtverordnetenversammlung und der Verwaltung betonten, wie wichtig die freiwillige Arbeit der Feuerwehr ist. „Ihr seid die größte Bürgerinitiative der Stadt“, lobte Vizebürgermeister Ronald Thiel. Zur Ausrüstung sagte er: „Die Frage ist nicht, ob für Ersatz gesorgt wird, sondern wann.“ Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Peter Garlin versicherte die Feuerwehrleute der Unterstützung der Politik. Verdiente Feuerwehrleute wurden befördert oder ausgezeichnet.

Von Andreas König

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