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Lob für Perleberger Barrierefreiheit

Kapitulation vor so mancher Treppe Lob für Perleberger Barrierefreiheit

Die Bemühungen der Perleberger, in der Altstadt für mehr Barrierefreiheit zu sorgen, bekommen durchaus Anerkennung. Zum Tag der Barrierefreiheit hatten die Arbeiterwohlfahrt und das Bündnis für Familien die Perleberger dazu aufgerufen, ihre Meinung zum Thema an einem Stand auf dem Großen Markt zu äußern. Bei allem Lob – es gibt auch noch Nachholfbedarf.

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Wo bestehen noch Hindernisse in Perleberg? In einen Fragebogen konnten Bürger ihre Meinung dazu eintragen.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Wie barrierefrei ist Perleberg? Darüber wurden am Donnerstag auf dem Großen Markt unter den Augen des Rolands eifrig diskutiert. Zum Tag der Barrierefreiheit war in einem Gemeinschaftsaktion von Arbeiterwohlfahrt und dem Bündnis für Familie die Meinung der Bürger gefragt.

Vieles kam zur Sprache, was im Alltag oft übersehen wird, Gutes wie auch Schlechtes. Wie Nicole Drescher von Bündnis für Familie berichtete, gab es durchaus Anerkennung für die Veränderungen in der Altstadt. Bei der Sanierung der Straßen sei auch an die Rollstuhlfahrer gedacht worden. So wurden Bürgersteige abgesenkt. Kopfsteinpflaster sei zwar nicht besonders geeignet für Rollstuhlfahrer, aber es gehöre wohl zur Altstadt, äußerten viele einsichtig.

Rathaus bleibt Dauerthema

Kritik gab es aber an Straßen außerhalb der Innenstadt. Fast jeder führte die Quitzower Straße an, wo die Straßenüberquerung zum Edeka eine wahre Holpertour ist. Bemängelt wurden auch Hamburger Straße und Koloniestraße. Ein Dauerthema ist das Rathaus. Für Rollstuhlfahrer ist es nach wie vor unzugänglich. Als positives Gegenbeispiel gilt hier die Lotte-Lehmann-Akademie, wo es eine Rampe gibt und Rollstuhlfahrer auch die Toilette problemlos nutzen können.

Das Perleberger Rathaus ist für Rollstuhlfahrer nach wie vor unzugänglich

Das Perleberger Rathaus ist für Rollstuhlfahrer nach wie vor unzugänglich.

Quelle: Bernd Atzenroth

Beate Mundt von der Awo verwies darauf, dass Barrierefreiheit aber nicht nur ein Problem für Rollstuhlfahrer ist. Mütter mit Kinderwagen könnten einige Geschäfte oder Einrichtungen aufsuchen. „Auch wer einen Unfall hatte und auf eine Krücke angewiesen ist, kapituliert vor mancher Treppe“, erklärte Beate Mundt. Sie sprach auch an, dass zwar in Gaststätten oder Arztpraxen barrierefreie Zugänge bestünden, ein Rollstuhlfahrer aber die Toilette dort nicht nutzen kann. „Barrierefreiheit ist auch bei Veranstaltungen nicht immer gegeben“, wies sie auf ein Problem hin.

Fragebögen werden ausgewertet

Der Einstieg in einen Bus ist für einen Rollstuhlfahrer kaum möglich. „Niederflurbusse gibt es bei uns nicht“, stellte ein Rollstuhlfahrer fest. „Mit einem Zug kann ich auch nicht ohne Hilfe fahren.“ Einige Perleberger wünschten sich einen Signalton an Ampeln, so wie das bereits in Wittenberge üblich ist. Zufriedenheit herrscht offenbar beim Wohnraum. Die Vermieter hätten diesbezüglich einiges getan.

Auf einer Tafel konnten die Besucher die Barrierefreiheit in Perleberg bewerten. Bei „Sehr gut“ und „Schlecht“ klebten einen ganze Menge Punkte, die meisten entschieden sich aber für Mitte, womit sie anerkannten, dass sich schon vieles in der Stadt getan hat, aber noch einige Probleme zu lösen sind.

Die Fragebögen mit der Kritik und den Anregungen der Bürger werden im Bündnis für Familie ausgewertet. „Wir werden dann Schlussfolgerungen ziehen“, erklärte Nicole Drescher.

Von Michael Beeskow

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