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Luggendorfer lehnen Deponiepläne ab

Kritik an Betreibern, Planern und Behörden Luggendorfer lehnen Deponiepläne ab

Diese Einwohnerversammlung hatte es in sich: Denn die Pläne für eine Mineralstoffdeponie im Groß Pankower Ortsteil Luggendorf sorgen für große Unruhe in der Bevölkerung. Sie sind gegen die Deponie und haben bereits Unterschriften dagegen gesammelt.

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Die Teilnehmer der Versammlung lehnen eine Deponie ab.

Quelle: König

Groß Pankow/Luggendorf. Es sei nur eine Deponie der Klasse 1, die Beeinträchtigungen hielten sich in Grenzen, das Land brauche dezentrale Deponien und im Übrigen habe doch jeder schon einmal Bauschutt abfahren lassen. Die Argumente von Planer Ralf Witz klangen für sich genommen plausibel. Doch die Einwohner von Luggendorf und andere Bürger der Gemeinde Groß Pankow begegneten den Vertretern des Investors und der Behörden mit großer Skepsis.

Geplant ist, auf dem Gelände der Kiesgrube im Groß Pankower Ortsteil eine Mineralstoffdeponie, im Volksmund Bauschuttdeponie genannt, zu errichten. Der Vorhabensträger, die Firma Deponie Luggendorf mit den Geschäftsführern Markus Plikat und Steffen Schmelzer sowie Britta Holzhauer von den PS Kieswerken in Groß Buchholz hatten zu dem Termin eingeladen, um die Öffentlichkeit möglichst frühzeitig über das Vorhaben zu informieren. Genehmigt sei noch gar nichts, man wolle das Projekt beantragen, hieß es. Schon bei dieser Bemerkung gab es die ersten Zwischenrufe. „Ihre Firma ist schon im Handelsregister eingetragen, und Sie erzählen, dass sie noch nichts Genaues wissen?“ rief ein aufgebrachter Bewohner. Es gehe zum einen darum, das Gelände der Kiesgrube nach deren Betriebsende wirtschaftlich zu nutzen“, entgegnete Ralf Witz. Zum anderen bestehe ein großer Bedarf an der dezentralen Entsorgung von Bauschutt.

Die Deponie Luggendorf wäre, wenn sie gebaut würde, in einem Umkreis von 100 Kilometern die einzige ihrer Art. Es seit vorgesehen, auf 5 Hektar Fläche eine Deponie zu errichten, die gegen das Erdreich mit einer ein Meter starken Lehmschicht, einer Dichtungsfolie und einer Kiesschicht abgedichtet sei. Sickerwasser werde in einer Art Wanne aufgefangen, abgepumpt und geklärt. Der direkte Einfluss der Deponie auf die Umwelt werde in einem Umkreis von 750 Metern untersucht. Die Krone des Deponiekörpers solle im Endzustand 20 Meter hoch sein. „Das ist weniger als die jetzigen Baumwipfel“, sagte Ralf Witz.

Luggendorf „in keinerlei Schutzgebiet“

Die zu erwartenden Transporte gab der Planer mit „zwei Lkw pro Stunde“. Die geplanten Betriebszeiten der Deponie seien täglich von 6.30 bis 18 Uhr. 13 Jahre lang solle die Deponie nach dem Willen der Investoren betrieben werden. Für den Standort Luggendorf spreche neben dem Fakt, dass er dem Antragsteller gehört, die Tatsache, dass er sich „in keinerlei Schutzgebiet“ befände, wie Ralf Witz sagte.

Die Bürger äußerten mehrfach ihren Unmut. „Ich wohne nur 200 Meter von der Kiesgrube entfernt, muss ich nicht geschützt werden“, sagte Ina Kitzmann. „Vor Jahren musste ein Kiespfennig für die Renaturierung gezahlt werden. Wo ist das Geld geblieben?“ fragte Horst Kitzmann. Seiner Rechnung nach müssten seit Mitte der 90er Jahre etwa 1,5 bis 2 Millionen Euro zusammengekommen sein. „Da müssen Sie das Bergamt in Cottbus fragen“, antwortete Francisca Hochbaum vom Landesamt für Umwelt. „Wir Einwohner sind jedenfalls gegen eine Deponie“, fasste Ortsvorsteher Heiko Baich zusammen. „Wir haben Unterschriften gesammelt und werden sie den Gemeindevertretern übergeben“, kündigt er an. „Am besten wäre es, wenn Sie den Antrag zurückziehen“, sagte er unter dem Applaus der mehr als 60 Teilnehmer.

Hatten die Verantwortlichen die Einwände der Bürger mehr oder weniger entkräftet, wurden sie hellhörig, als Karin Hennig fragte: „Haben Sie mit den Eigentümern gesprochen? Mir gehört Land, über das die Straße verläuft. Bisher habe ich das geduldet, aber wenn Sie hart bleiben, werden die Landbesitzer auch aktiv.“ Das Podium schrieb eifrig mit.

Von Andreas König

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