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Kandidaten im MAZ-Talk

Pritzwalk Kandidaten im MAZ-Talk

Vier Kandidaten bewerben sich um das Bürgermeisteramt in Pritzwalk. Die MAZ hatte Ralf Knacke, Mario Ortlieb,Thomas Schlaffke und Ronald Thiel zum Forum eingeladen. Sie mussten sich den Fragen der Leser und Besucher stellen. Vor allem Transparenz im Rathaus und die Poller stießen auf Interesse. Zweimal wurde abgestimmt – mit eindeutigem Ergebnis.

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120 Gäste verfolgten im Saal des Pritzwalker Hofs die Kandidatenrunde und stellten selbst interessante Fragen.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Der Kampf um den Bürgermeisterwahlkampf geht in die heiße Endphase. Beim gut besuchten MAZ-Talk mit allen vier Kandidaten im Pritzwalker Hof, stellten sich die Bewerber den Fragen der MAZ-Leser und des Saalpublikums. Wie sich die Antworten auf die Meinungen der Gäste auswirkten, konnten sie in zwei Probeabstimmungen kundtun.

Wie transparent muss die Stadtverwaltung arbeiten?

„Viel transparenter als bisher“, findet Mario Ortlieb. „Auf meine Fragen an die Verwaltung bekam ich bisher keine Antworten, man kommt nicht vorwärts. Ein Neuanfang ist dringend nötig.“ Ronald Thiel: „Ich stehe für eine Neustrukturierung der Stadtverwaltung und will dafür sorgen, dass eine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit geleistet wird, die den Namen auch verdient. Aber es bringt nichts, nach hinten zu schauen.“ Ralf Knacke will mit allen Bürgern ins Gespräch kommen. „Im Falle meiner Wahl werde ich während der ersten 100 Tage Bürgersprechstunden für alle Bürger abhalten.“ Thomas Schlaffke beklagt fehlende Transparenz: „Protokolle von Beschlüssen sind nicht online zu finden. Das von der Sitzung, beispielsweise, in der es um den Hainholz-Verkauf ging, ist angeblich verschwunden.“

Was sollte der künftige Bürgermeister für die immer größer werdende Gruppe der Senioren tun?

„Es gibt in Pritzwalk viele Angebote für seniorengerechtes Wohnen, medizinische Versorgung und Betreuung“, findet Ralf Knacke, „aber ältere Menschen müssen barrierefrei durch die Stadt kommen können. Ich möchte, dass die Stadt leerstehende Gartenparzellen erwirbt und Senioren zum gemeinsamen Gärtnern als Generationengarten anbietet, wenn sie sich altersbedingt vom eigenen Garten trennen mussten.“ Thomas Schlaffke wiederum möchte, dass künftig wieder kleinbäuerlich und -gärtnerisch erzeugte Produkte wieder regulär gehandelt werden dürfen, „wie es zu DDR-Zeiten war“. Beispielsweise könnten frisches Obst und Gemüse bei Trödelmärkten verkauft werden. Ronald Thiel will „parzellenscharf mit den Kleingartenvereinen über die Nachnutzung leerstehender Gärten“ reden.

Was können Stadt und Bürgermeister tun, damit die Jugend in Pritzwalk und der Region bleibt?

Mario Ortlieb: „Bleibt hier, wenn ihr könnt. Aber als junger Mensch zieht es einen in die Ferne, in die große Stadt. Man muss sich auch mal die Hörner abstoßen. Das kennen wir alle. Aber später, wenn eine Familie gegründet wird und Kinder da sind, will man schnell zurück in die heimatliche Prignitz, weil da Oma und Opa sind.“ „Die Stadt kann natürlich keine Disko aufmachen“ sagt Ronald Thiel. „Aber es gibt viele attraktive Angebote in über 80 Vereinen. Messen wie die Jobstart helfen bei der beruflichen Orientierung.“ Die Zugverbindungen von und nach Pritzwalk sind nicht nur am Wochenende äußerst schlecht“, hat Thomas Schlaffke festgestellt, „das muss sich ändern, wenn junge Leute hier bleiben sollen.“ Ralf Knacke: „Es gibt eine Reihe von Goa-Veranstaltungen in der Region. So etwas wäre auch in Pritz­walk denkbar, etwa am Trappenberg.“

Wie soll das Verhältnis zu den Nachbarkommunen gestaltet werden?

„Ich bin in vielen Kommunen unterwegs, aber als Pritzwalker Bürgermeister gilt für mich das Prinzip ’Pritzwalk zuerst’“, sagt Thomas Schlaffke, „ich habe in den vergangenen Jahren mit großer Enttäuschung gesehen, dass Unternehmen, die eigentlich nach Pritzwalk oder Falkenhagen wollten, in Wittenberge gelandet sind. MV Pipe oder Austrotherm sind Beispiele. Das darf sich nicht wiederholen.“ „Ich habe bereits aus meiner Zeit im Vorstand der Regionalförderung viele Kontakte mit Nachbarkommunen geschlossen“, sagt Mario Ortlieb. Er wisse nicht, was er da noch besser machen solle. Allerdings bemängelt er, dass Pritzwalk gute Erfahrungen anderer Kommunen nicht übernimmt und zur positiven Entwicklung der Stadt nutzt. Ronald Thiel: „Wir arbeiten mit den großen Städten bereits zusammen bei der Finanzierung des Frauenhauses oder der Verbraucherzentrale. Vertrauensvolle Zusammenarbeit ist wichtig, aber die Stadt muss sich auch im Wettbewerb der Standorte positionieren.“

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Rund 120 Besucher fanden sich beim MAZ-Talk zur Bürgermeisterwahl in Pritzwalk ein. Die vier Kandidaten Ralf Knacke (SPD, unterstützt von Linken und Freien Wählern), Mario Ortlieb (Einzelbewerber), Thomas Schlaffke (AfD) und Ronald Thiel (parteilos, mit Unterstützung von CDU, FDP und Kreisbauernverband) stellten sich nicht nur den Fragen der MAZ-Leser und Besucher, sondern auch zwei Probeabstimmungen. Die Gäste sollten entscheiden, ob die Auftritte der Kandidaten die Meinungen veränderten.

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In der Jahnschule ist das Dach undicht, es fehlen Mittel, um die Kinder auf die digitale Welt vorzubereiten. Welchen Stellenwert hat die Bildung?

„Wenn es durchregnet, muss man etwas tun“, findet Ronald Thiel. Das größte Vorhaben derzeit sei aber die Tuchfabrik. Geld für Investitionen in den Schulen müsse aber immer da sein. „Wenn Whiteboards benötigt werden, müssen wir uns die notfalls vom Munde absparen.“ „Das Dach ist jetzt undicht, also muss man sofort handeln“, erklärt Mario Ortlieb.

Wer hat die Poller auf dem Markt zu verantworten – kommen die wieder weg?

„Die Poller sind zwar ein Bestandteil des Marktes, aber die Stadtverordneten haben einen anderen Bau beschlossen als den, der da jetzt steht“, sagt Ralf Knacke, „ich werde im Falle meiner Wahl einer anderen Regelung den Weg ebnen.“ Auch zu diesem Beschluss gebe es kein Protokoll, moniert Thomas Schlaffke, „das Verkehrschaos, das jetzt auf dem Markt herrscht, muss jedenfalls beendet werden.“ Mario Ortlieb ist „dafür, dass die Dinger wegkommen. Das ist der größte Schwachsinn des Jahrhunderts.“ Ihm sei häufig von Marktbesuchern erklärt worden, dass sie sich auf dem Markt sicher fühlen wollen, erklärt Ronald Thiel. Die Haushaltsmittel für die Poller seien beschlossen worden. „Es gibt auch die Lösung mit manuellen Pollern. Aber solch einen Dreikant zum Aufschließen kann sich jeder besorgen, das ist keine Sicherheit.“

Dieses Thema bot das meiste Streitpotenzial. Der Stadtverordnete René Haber (Linke) bezeichnete die Aussage als „hart an der Grenze zur Lüge“, dass die Stadtverordneten für die jetzige Pollerlösung gestimmt hätten, sie hätten eine weitaus kostengünstigere Lösung beschlossen. „Als der Ausschuss das Ergebnis sah, klappten den Mitgliedern die Kinnladen herunter. „Wie ein Grenzübergang“ sehe die Polleranlage aus, kritisierte Siegbert Winter. „Wann kommen die Dinger weg?“ Ronald Thiel antwortete, der Fragesteller habe, als er noch Stadtverordneter war, für eine Schrankenanlage plädiert.

Von Andreas König

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