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Prignitz MSV Wacker begeht 95. Gründungstag
Lokales Prignitz MSV Wacker begeht 95. Gründungstag
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00:20 18.09.2017
SV Wacker (blaue Trikots) spielte Anfang September in der Landesklasse gegen SV Lok Seddin. Quelle: Stefan Peglow
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Meyenburg

„Die Stars von Morgen“ stehen beim Meyenburger Sportverein MSV Wacker an erster Stelle: Der Sportverein steckt besonders viel Kraft in seine Jugendarbeit. Das macht aus Sicht von Ramon Schäfer im 95. Jahr des MSV Wacker den Verein aus: „Da hat sich viel entwickelt. 2013 hatten wir zwei Mannschaften, heute sind es sechs Teams.“ Rund 60 Kinder werden aktuell von den Trainern um Jugendleiter Martin Viola am Ball trainiert. Zwei Kollegen machen für die Verstärkung der Jugendarbeit derzeit den Trainerschein.

Dieses Bild findet sich auch in der Chronik des Vereins wieder, die am Donnerstagabend der Autor Olaf Waterstradt an die Wackeraner übergab. Genau an diesem Tag vor 95 Jahren gründete sich der heute knapp 100 Mitglieder starke Sportverein. Im Meyenburger Hotel Germania hatte sich die junge Vereinsführung um Ramon Schäfer ebenso eingefunden wie das älteste Vereinsmitglied Kurt Hinze (92), dessen Urenkel jetzt auf dem Sportplatz an der Freyensteiner Straße trainieren. Auch Gerhard Tiede war dabei, der die letzte Chronik vor 25 Jahren verfasst hatte. Sein Sohn Olaf Tiede kümmert sich seit Jahren um die Spielberichterstattung in der Märkischen Allgemeinen Zeitung.

Neumodischer Männersport

Als Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa das Fußballfieber grassierte, gründete sich am 14. September 1922 auch in Meyenburg in der Gaststätte „Zur Glocke“ ein Verein, in dem Männer der neumodischen Sportart frönen wollten. Vorwiegend kamen sie aus dem Christlichen Verein Junger Männer, wie die MAZ bereits zum 90-Jährigen berichtete. Trainiert wurde an der „Schinderkuhle” nahe der Grenze zu Mecklenburg und an der Putlitzer Straße. Die zwei Männermannschaften traten bei Pokal- und Freundschaftsspielen gegen Vertretungen der Nachbarstädte Pritz­walk und Wittstock oder gegen Berliner Mannschaften an. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 endete das Engagement in Sachen Fußball vorerst. Auf dem neuen Sportplatz an der Freyensteiner Straße kickte zwischen 1939 und 1945 nur noch der Nachwuchs.

Der Verein trug viele Namen

Insgesamt sieben Namen hatte der Sportverein im Norden der Prignitz in seiner 95-jährigen Geschichte.

Von 1922 bis 1945 hieß er Meyenburger Sportverein MSV Wacker, von 1945 bis 1952 Sportgemeinschaft SG Meyenburg, von 1952 bis 1957 nannte er sich Betriebssportgemeinschaft BSG Lok Meyenburg, von 1957 bis 1963 hieß der Verein BSG Aufbau Meyenburg, von 1963 bis 1983 nannte er sich Turn und Sportgemeinschaft TSG Meyenburg, von 1983 bis 1990 BSG Meyenburger Möbel und ab 1990 MSV Wacker.

Der Neustart nach dem Krieg war schwer. Doch die Meyenburger bissen sich durch und ab 1949 behaupteten sich wieder zwei Männermannschaften auf dem Rasen. Mit dabei Kurt Hinze, der bis 1951 als Stürmer brillierte. Bis 1989 wechselte der Verein noch viermal seinen Namen – je nachdem, welcher Trägerbetrieb ihn unterstützte. Erst ab 1990 heißt er wieder MSV Wacker – so wie zu seiner Gründung. 1951 schafften die Meyenburger Kicker den Aufstieg in die Landesklasse. Es folgten wechselvolle Jahre – nicht nur der Vereinsnamen wegen. Nach 1951, 1958, 1968 und 1988 schaffte Wacker in der Saison 1990/91 erneut den Landesklasse-Aufstieg, mit einer einmaligen Serie von 15 Spielen ohne Niederlage in der Rückrunde. Damals war auch der heute 58-jährige Hartmut „Mossi“ Schröder dabei, der bis zu seinem 37. Lebensjahr mitspielte und später lange die Jugendarbeit leitete und heute als einer aus der alten Garde noch im Vorstand sitzt.

Sporthausbau hat viel Kraft gekostet

Für Ramon Schäfer, der seit dem Vorstandswechsel 2007 an der Spitze des Vereins steht, war auch das 90-jährige Vereinsjubiläum vor fünf Jahren ein Meilenstein. „Die Organisation der großen Feier war für mich ein so positives Erlebnis“, erinnert er sich. In dem Jahr wurde Wacker Kreismeister. Auch der Neubau des Sporthauses habe viel Kraft gekostet. Die Stadt Meyenburg und der MSV hatten mehrfach versucht, an verschiedene Fördermitteltöpfe zu kommen. Bis es gelang, waren Durchhaltevermögen und viel Flexibilität gefragt.

Der 36-Jährige ist seit 1993 Vereinsmitglied und steht in der ersten Männermannschaft als linker Verteidiger auf dem Rasen. Darüber sprach er auch mit Olaf Waterstradt im Interview für die Vereinschronik. Er setzt aber nicht nur auf dem Platz auf gute Teamarbeit. So sei die erfolgreiche Jugendarbeit aus seiner Sicht das Ergebnis des guten Zusammenspiels zwischen Trainern und Eltern. Es scheint zu funktionieren: Viele kleine Fußballer kommen aus Nachbarkommunen nach Meyenburg zum Training.

Bei der Übergabe der von Olaf Waterstradt verfassten Chronik zum 95-jährigen Bestehen: hinten links: Olaf Tiede Siegfried Kenzler, Ramon Schäfer, Olaf Waterstradt, Heinz Schröder, vorne links: Kurt Hinze, Gerhard Tiede Quelle: Gerd-Rüdiger Zettel

In die Landesklasse-West schafften es die Wackeraner 2004/05 und 2011/12 – im Jubiläumsjahr zum 90-Jährigen. Dort mischen sie auch aktuell wieder mit. „Nach der Sommerpause gab es einen kleinen Umbruch.“ Einige Spieler haben den Verein verlassen. „Wir werden aber jetzt versuchen, die Landesklasse zu halten und uns auf die Jugend konzentrieren.“ Damit auch daraus wieder gute Spieler nachfolgen. Urgesteine wie „Mossi“ finden sich in der neuen Vereinschronik wieder. 100 Exemplare sind gedruckt, die ab sofort über den Vorstand zu haben sind. Oder bei jedem Heimspiel, so der Vorsitzende Schäfer: „Zum Beispiel am Samstag ab 15 Uhr gegen Grün-Weiß Golm in der Landesklasse oder am Sonntag mit der zweiten Mannschaft ab 14 Uhr gegen den SV Buckow.“

Von Beate Vogel

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