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Prignitz Männerchor feiert sein 175-jähriges Bestehen
Lokales Prignitz Männerchor feiert sein 175-jähriges Bestehen
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00:17 24.09.2016
Der Männerchor in der Auftrittskleidung im Hungerturm des Meyenburger Schlosses. Die Aufnahme ist von 2012. Quelle: Christamaria Ruch
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Meyenburg

Die Mitglieder des Meyenburger Männerchores 1841 bringen es altersmäßig zusammen auf mehrere hundert Jahre. „Manchmal brauchen wir schon mal drei Barhocker beim Konzert“, erzählt der Vereinsvorsitzende Kurt Kelle selbstironisch. Die erleichtern das lange Stehen. Nicht nur die Sänger selbst, auch der Verein hat ein stolzes Alter: Das Ensemble gehört zu einem der ältesten Vereine in der Region. Dieses Jahr feiert der Chor sein 175-jähriges Bestehen. Das soll mit einem großen Chorkonzert mit befreundeten Chören und dem Sängerball am 15. Oktober gefeiert werden.

Das Ensemble ging aus ursprünglich zwei beziehungsweise drei Chören hervor. Gegründet wurde zunächst der Männerchor „Frohsinn“ am 3. November 1841. Ältester Beleg ist eine Rechnung an den Chor aus dem Jahr 1842. „Die wurden immer rückwirkend ausgestellt“, erklärt der 77-jährige Vereinsvorsitzende. Handwerksmeister gründeten dann 1863 den Männergesangsverein „Concordia“. Von beiden Chören hängen noch die Vereinsfahnen im Clubhaus der Vereine in Meyenburg, in dem sich die Sänger jeden Dienstag ab 19 Uhr zur Probe treffen. Neue Sänger sind immer willkommen, betont Kurt Kelle.

Arbeitergesangverein „Edelweiß“

Wenig bekannt ist über den Arbeitergesangverein „Edelweiß“, der 1928 ins Leben gerufen wurde. Dafür finden sich in der Chorchronik, die zum 160-jährigen Bestehen herausgegeben wurde, fast lückenlos die Namen der Dirigenten und der Vereinsvorsitzenden der Chöre. 1933 übernahm Karl Kipper die Leitung der Chöre, die damals schon zusammen gesungen haben mussten. Zwischen 1939 und 1947 ruhte die Chorarbeit. Karl Kipper führte die Sänger ab 1947 wieder an, nachdem sie vom Volksbildungsrat und der örtlichen Kommandatur die Genehmigung erhalten hatten, „den Volkschor Meyenburg zu gründen“.

In seinem Element: Chorleiter Karl Kipper im Alter von 80 Jahren. Quelle: Privat

Kippers Leidenschaft und Engagement für den Chor war legendär. Auch Kurt Kelle kennt Geschichten über ihn: „Er war ein rigoroser Chorleiter, Qualität war ihm wichtig. Wenn einer der Herren den Mund beim Singen nicht richtig aufmachte, half er schon mal mit dem Finger nach.“ In den 60er bis 70er Jahren hatte das Ensemble 50 bis 60 Sänger. Bis 1965 leitete Karl Kipper den Chor, dann übergab er das Dirigat an seinen Sohn Achim Kipper. Auch er lebte bis zuletzt aus ganzem Herzen für den Chor.

Trotz schwerer Krankheit sei er immer wieder als Dirigent zurückgekehrt, habe neue Ideen für Interpretationen ausgearbeitet. Anstößige Worte in den Liedtexten wurden schon mal durch weniger verfängliche ersetzt, erinnert sich der Vereinsvorsitzende Kelle. Dietrich Olinski hat Achim Kipper in den letzten Jahren vertreten. „Kurz vor seinem Tod bekam Achim Kipper die Medaille für 50 Jahre Chorleitertätigkeit“, erzählt Kurt Kelle. Vergangenes Jahr starb Achim Kipper.

Ein historisches Bild des einstigen Meyenburger Männerchors „Concordia“ um 1920 (Ausschnitt). Quelle: Privat

Anders als bei vielen anderen Vereinen riss die Chorarbeit beim Meyenburger Männerchor 1841 über die Wende 1989 nicht ab. Am 16. Juni 1990 gehörte der Meyenburger Männerchor mit zu den ersten Chören, die dem am gleichen Tag in Finsterwalde gegründeten Brandenburgischen Chorverband beitraten. Manfred Tiede initiierte die partnerschaftliche Verbindung zur Geesthachter Liedertafel von 1862 in Schleswig-Holstein.

Die die Zelter-Plakette erhalten

2001 erhielten die damals 37 Meyenburger Sänger die Zelter-Plakette – eine der höchsten Auszeichnungen für Chöre. Über die Jahre folgten unzählige Auftritte, Konzerte, Sängerbälle und Ausflüge, Grenzsingen, Unterstützung bei der Tour de Prignitz und vieles mehr. Das ist es auch, was Kurt Kelle am Singen gefällt: „Es ist der gemeinschaftliche Zusammenhalt, der als Bindemittel den Gesang hat.“ Und so gehören bei vielen Veranstaltungen die Lebenspartner und Unterstützer, Sponsoren und Freunde des Vereins dazu. Die Männer sangen nicht nur in der Region, auch in der damaligen Bezirksstadt Potsdam gaben sie Konzerte.

Kurt Kelle singt seit 1996 im Meyenburger Männerchor: Sein Nachbar, der ehemalige Apotheker Jürgen Bleichner, hatte ihn angeworben. Dieser war jahrelang stellvertretender Vereinsvorsitzender. Manfred Tiede wurde im gleichen Jahr Vereinschef und blieb es bis 2009, als ihn Kurt Kelle ablöste.

Heute gehören 24 Sänger zum Chor, die freilich einen hohen Altersdurchschnitt haben. Der jüngste ist um die 50. Dirigiert werden die Männer seit diesem Frühjahr von einer Frau: Inga Mehlhorn hatte bereits Erfahrung mit gemischten Chören. Sie brachte laut Kelle frischen Wind und neue Lieder in die Truppe. „Wir wollen doch mit dem Chor in die Zukunft blicken.“

Chorkonzert und Sängerball

Das große Chorkonzert zu 175 Jahre Meyenburger Männerchor 1841 beginnt am Samstag, 15. Oktober, um 14.30 Uhr in der Evangelischen Kirche Meyenburg. Dabei sind Männerchor, Frauenchor und Kirchenchor. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Zum Sängerball treffen sich die Chöre um 19 Uhr im Clubhaus der Vereine. Dort gibt es Gesang und Tanz mit Gästen auch von den Partnerstädten. Verdiente Sänger sollen nach einer Festrede ausgezeichnet werden. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen bei Manfred Tiede, Tel. 033968/8 05 06, erbeten.

Von Beate Vogel

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