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Prignitz Mahnwache gegen Wölfe
Lokales Prignitz Mahnwache gegen Wölfe
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17:18 11.03.2018
Der Sadenbecker Schafzüchter Marc Mennle (l.) und Lothar Pawlowski, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Prignitz (mit Hut) auf der Birkholzer Wolfsmahnwache. Quelle: Kerstin Beck
Birkholz

Wahrscheinlich waren die kühlen Temperaturen der Grund: Bei der zweiten Wolfsmahnwache am vergangenen Freitagabend in Birkholz hatten sich nur um die 40 Teilnehmer zusammengefunden.

„Ich hatte mit etwas mehr Gästen gerechnet, denn das Thema Wölfe geht die gesamte Landbevölkerung etwas an“, erzählte Lothar Pawlowski, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Prignitz. „Die derzeitige Lage belastet nicht nur Schaf- und Rinderzüchter, sondern auch Jäger, Förster, Sportler und Pilzsammler.“

Wo sind die Mufflons geblieben?

Dem Semliner pflichteten aufgebrachte Tierhalter aus der Gegend bei: So sei ein Waldarbeiter in der Nähe von Lenzen von drei Wölfen bedroht worden, so dass er sich nicht getraut habe, aus seinem Dienstfahrzeug auszusteigen. Ähnliches sei auch schon Radfahrern passiert. Ein Birkholzer berichtete darüber, dass die Tiere den Dorfrand „kontrollierten“ – die Spuren im kürzlich gefallenen Schnee hätten eine deutliche Sprache gesprochen. Und ein weiterer Gast erzählte: „Früher gab es hier im Gadower Wald 150 Mufflons. Heute ist kaum noch ein Tier da.“ Auch Pilzsammler hätten Angst: Ein Wolf ginge ja noch, aber was macht man, wenn mehrere vor einem stehen? „Der Wolf ist ein unnützes Tier, welches nur Kosten verursacht“, fand ein Jagdhelfer aus Schönfeld.

24 Wolfsruden in Brandenburg

„Was wir inzwischen wissen, ist, dass es in Brandenburg 24 Wolfsrudel gibt“, erklärte Pawlowski. „Aber wir wissen nicht, wie groß diese Rudel sind, und wie viele einzelne Tiere dazu noch durch die Gegend streifen.“ Die Wölfe seien inzwischen überall. Es gebe einen akuten Handlungsbedarf gegen ihre weitere Ausbreitung, denn Wölfe hätten eine Reproduktionsrate von 30 Prozent.

Dann verwies der 65-jährige auf den Geschäftsführer des Brandenburgischen Bauernbundes, Reinhard Jung, der seit 15 Jahren in Lennewitz auf einem Vierseitenhof lebt und am selben Abend auch dort eine Wolfsmahnwache organisiert hat: „Herr Jung ist sehr engagiert und vertritt die Meinung, dass es sogenannte „wolfsfreie Zonen“ geben müsse. Diese machen natürlich Sinn, sind aber schwer durchsetzbar. Denn Wölfe sind nicht standorttreu und können in einer Nacht Dutzende von Kilometer zurücklegen.“

Erste Priorität für den Semliner hat die unbürokratische Erstattung von Schäden, wenn der Wolf Tiere eines Rinder- oder Schafzüchters gerissen hat. „Aber da ist es schon so, dass wir, nachdem Gewebeproben zur Bestimmung eingeschickt worden sind, nicht einmal Bescheid bekommen, ob da ein Wolf dran war.“

Ein weiteres Problem seien wolfssichere Zäune. „Die sind nicht machbar.“ Das bestätigt Marc Mennle: „Bisher habe ich zwar noch keine Verluste bei meinen Tieren gehabt, aber die Wölfe sind nachts an meinen Zäunen dran und kontrollieren da alles durch.“

Pyrenäenhunde kosten Zeit und Geld

Der Schafzüchter hat sich für den Schutz seiner Herde drei Pyrenäen-Berghunde angeschafft, die den Wolf wirksam in seine Schranken weisen. Nur: Nicht jeder könne sich diese teuren Tiere leisten, für die pro Jahr 1500 Euro Kosten anfielen, „und die müssen dann noch jeden Tag bespaßt werden – mit Zeit, die ich nicht habe.“

In die Schranken gewiesen werden sollte die jährlich steigende Zahl der Wölfe – darin waren sich die Menschen am nächtlichen Feuer einig: Es müsse deutschlandweit einheitlich der gute Erhaltungszustand der Wölfe definiert werden, „damit die Gefährder endlich abgeschossen werden können“, resümierte Lothar Pawlowski zuletzt. „Da muss endlich eine Grenze gezogen werden.“

Von Kerstin Beck

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