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Prignitz Maler Ronald de Bloeme zieht es aufs Land
Lokales Prignitz Maler Ronald de Bloeme zieht es aufs Land
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00:17 05.08.2016
Emely und Skylar, Ronald de Bloeme und Bettina Knop an der schön verzierten Eingangstür zur einstigen Gaststätte. Quelle: Beate Vogel
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Schmolde/Berlin

„Schmolde, das hört sich fast an wie ein Dorf bei Groningen“, sagt Ronald de Bloeme. In Schmolde bei Meyenburg hat sich der Maler einen ehemaligen Gasthof gekauft. Den will er mit seiner Frau Bettina Knop ausbauen. Zehn Jahre stand das große Backsteingebäude in der Dorfstraße 20 leer. Zehn Jahre hat der Künstler auch angesetzt, bis das Haus fertig ist. Dann will die Familie aus Berlin endgültig in die Prignitz ziehen.

Die alten Türbeschläge sollen wieder freigelegt werden. Quelle: Beate Vogel

De Bloeme ist es wichtig, selbst Hand anzulegen: „Wir wollen alles selbst gestalten, eine Firma zu beauftragen und nach drei Wochen ins fertige Haus einzuziehen, ist in unseren Augen langweilig.“ Der ehemalige Eigentümer hatte schon einiges gemacht am Gebäude – aber nicht ganz im Sinne von Ronald de Bloeme. „Ich will die alte Substanz erhalten, vor einem Haus aus dem Jahr 1880 muss man Respekt haben.“ So will der 45-Jährige die alten Kassettentüren mit den Messingbeschlägen wieder aufarbeiten, die Dielenböden abschleifen und den Lehmputz soweit es geht erhalten. In Deutschland werde so respektvoll mit der Vergangenheit umgegangen, ganz anders als in seiner Heimat Holland, sagt er: „In Rotterdam hat man in den 90er Jahren die Fassaden alle mit Plastik verkleidet.“

Hinter der Backsteinfassade – links die großen Fenster zum Saal – verbergen sich im Inneren des Gasthofes handgemachte Lehmziegel. Quelle: Beate Vogel

Seit ein paar Tagen hat die Familie, die jetzt zum ersten Mal mit den beiden Töchtern Emely und Skylar drei Wochen am Stück in der Prignitz verbringt, Strom und warmes Wasser. Die Sanitäreinrichtungen funktionieren auch. In den Räumen im Obergeschoss wird geschlafen, unten wird tagsüber gewerkelt. Für die Mädchen ist das ein Abenteuer: Sie spielen auf dem Grundstück und im ehemaligen Saal der Gaststätte, auf dessen Bühne sie sogar schon ein selbst geschriebenes Theaterstück gezeigt haben. Auch wenn die Nachbarn schon mal fragen: Die Gaststätte wird nicht wieder aufgemacht, sagt der Maler.

Der riesige Saal ist einer der Gründe, warum sich der Künstler für das Objekt entschieden hat: Hinter den großen, oben abgerundeten Fenstern will er sein Atelier einrichten, vielleicht auch mal irgendwann eine Ausstellung veranstalten. „Ich habe ja schon immer große Bilder gemalt.“ Fünf mal sechs Meter können seine Kunstwerke schon mal messen, erklärt der 45-Jährige, der in Berlin und anderswo nicht ganz unbekannt ist.

Die Treppe zum Obergeschoss ist noch sehr gut erhalten. Quelle: Beate Vogel

Der 1971 im niederländischen Leeuwarden (Friesland) geborene de Bloeme hat an der Kunstakademie in Rotterdam studiert und kam 2000 über ein Stipendium des Künstlerhauses Bethanien nach Berlin. „Dann bin ich dort hängengeblieben.“ Berlin sei damals toll gewesen, günstig, habe eine gute Atmosphäre gehabt. „Und ich habe die deutsche Mentalität im Umgang mit der Kunst sehr gemocht.“ De Bloeme lernte seine Frau kennen, die beiden bekamen zwei Kinder, er machte Karriere. Seine geometrischen, in kräftigen Farben gehaltenen Motive wurden zum Beispiel in Berlin, Dresden, Amsterdam, Nikosia, Den Haag oder Düsseldorf ausgestellt. „Aber man wird ruhiger“, sagt seine Frau Bettina Knop. Und die älteste Tochter – Emely – habe immer zu ihm gesagt: „Papa, ich will einen Garten.“

Raus aus Berlin und in die Prignitz ziehen – das ist für das Paar schon lange ein Traum. Drei Jahre lang hat der gebürtige Holländer gesucht – überall in Brandenburg. „Dabei haben wir auch erfahren, dass es ein bisschen ein Trend ist, viele meiner Kollegen sind aufs Land gezogen.“ In Schmolde wurden die beiden fündig, seit Januar gehört ihnen das Gebäude. „Berlin hat sich in den vergangenen sechs bis acht Jahren rasant verändert“, sagt de Bloeme. „Da hat man immer den Kopf voll“, so Bettina Knop, die beim Bundesverband Bildender Künste arbeitet. Berlin sei hektisch und viele Menschen unfreundlich. „Hier kann man körperlich anpacken und fällt abends ins Bett.“ In Schmolde seien alle so hilfsbereit. Ins Gespräch zu kommen, ist für de Bloeme kein Problem: „Fast jeder im Dorf hat eine Geschichte zu dem Haus zu erzählen, vom ersten Streit, vom ersten Kuss ...“

Von Beate Vogel

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