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Prignitz Man muss nicht gleich Mozart werden
Lokales Prignitz Man muss nicht gleich Mozart werden
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18:52 08.09.2015
Petko Petkov mit seinem Schlagzeug-Schüler Calvin Riggers. Quelle: Fotos (2): Elisabeth Hahn
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Pritzwalk

Im Sommer war es eher still, wenn man an der Pritzwalker Musikschule vorbeiging. Nun kann man es wieder hören: Das Trommeln, Flöten, Klimpern und Summen der verschiedensten In-strumente, die von den Schülerinnen und Schülern zum Klingen gebracht werden. Das neue Schuljahr hat auch für alle Lehrer und Schüler der Kreismusikschule Prignitz wieder begonnen.

Ob Instrumental- oder Gesangsunterricht, Symphonieorchester, Big Band, Ballett oder Jazz dance – die Kreismusikschule Prignitz versteht sich als musikalische Institution, die für die musikalische Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sorgt und das musikalische Erbe bewahrt. Dafür wurde ihr kürzlich erneut die Mitgliedschaft im Verband deutscher Musikschulen (VdM) zuerkannt. Der VdM kontrolliert und garantiert regelmäßig die Qualität in den mitwirkenden Musikschulen. Dass die Prignitzer Musikschule die Mitgliedschaft behalten darf, ist sicherlich einer der Erfolge, auf die Alexander Girsch in seiner bisherigen Amtszeit zurückblicken kann.

Genau fünf Jahre ist Girsch nun Leiter der Musikschule Prignitz. Dabei hatte der damals 34-Jährige das ursprünglich „nie so geplant“. Es hätte sich einfach so ergeben. Girsch arbeitete schon viele Jahre als Klavierlehrer an der Wittenberger Musikschule, studierte parallel dazu Akkordeon und Klavier an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seinem Musikstudium folgte eine wirtschaftliche Ausbildung in Potsdam.

Vielleicht war es auch diese Qualifizierung, die ihn für dieses Amt prädestinierte. „Er arbeitet sehr schnell, sehr gut“, sagt Petko Petkov, Lehrer für Schlagzeug, Keyboard, Gitarre, Trompete und Posaune. In den oberen Etagen komme Girsch gut an. Seitdem er die Musikschule leite, seien viele Neuanschaffungen von Instrumenten und Reparaturen passiert. Auch der lang ersehnte Umzug der Wittenberger Musikschule in ein neues, größeres Gebäude mit entsprechender Schallisolierung geht auf Girsch zurück. Und demnächst soll die Aula der Wittenberger Musikschule auch endlich einen Flügel bekommen.

Langweilig wird es im neuen Schuljahr sicher nicht: Neben den regelmäßigen Schülerkonzerten und Auftritten des Sinfonieorchesters oder der Big Band gibt es auch zahlreiche neue Projekte. So zum Beispiel die Produktion „Mars und Venus“, die von Musikschülern in Kooperation mit dem Puppen- und Marionetten-Theater „Camillo, Casper & Co.“ im Hörturm Perleberg zu hören sein wird. Eine Koproduktion mit den Ballettschülern erarbeitet das Projekt „Der Rosenkavalier“ nach Musik von Richard Strauß unter Leitung von Hendrik Wielgosz und Katharina Fährmann. Auch eine Schülerrockband möchten die Lehrer Petko Petkov und Gennadiy Lyssykh in diesem Schuljahr gründen.

Übrigens: Wer ein Instrument an der Musikschule erlernen möchte, sollte sich frühzeitig anmelden. Denn gerade bei den Favoriten Klavier oder Gitarre kann man schon mal zwei Jahre auf einen Platz warten.

Ist das Interesse an der Musik wirklich so groß? Laut Girsch blieben die Schülerzahlen in der Kreismusikschule konstant. Etwa 600 Schüler, Kinder und Erwachsene werden momentan von 27 Kollegen unterrichtet. Petkov äußert sich weniger positiv: „Die Musikschule hat mit dem Nachwuchs nachgelassen“. Vor allem Blasinstrumente seien inzwischen weniger gefragt. Dabei würden diese Instrumente laut Petkov unterschätzt. Außerdem lebten doch gerade Ensembles wie die Big Band von Instrumenten wie der Posaune oder Trompete. „Vielleicht ist das Interesse einfach weg“, vermutet Petkov und appelliert: „Ein Kind muss ein Instrument lernen.“ Es lerne dadurch nicht nur, Verantwortung zu tragen, sondern auch den Umgang mit anderen Menschen. Klavierlehrer Hendrik Wielgosz bedauert jedoch, dass die Schüler heutzutage neben der Schule und anderen Aktivitäten ausgelastet seien und kaum noch Zeit hätten für ihr Instrument. Dabei sei Musik, so Schulleiter Girsch, „eine wertvolle Freizeitbeschäftigung“ und er fügt lächelnd hinzu: „Man muss ja nicht gleich Mozart werden.“

Von Elisabeth Hahn

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