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Prignitz Manfred Müller begeistert Publikum in der Moorscheune
Lokales Prignitz Manfred Müller begeistert Publikum in der Moorscheune
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13:11 28.01.2019
Ein 83-jähriger sorgte am Sonntag für ein mehr als ausverkauftes Haus in der Boberwoer Moorscheune: Der leidenschaftliche Prignitzer Manfred Müller erzählte von Land und Leuten. Quelle: Kerstin Beck
Boberow

Für etwa 30 Gäste der Boberower Moorscheune verlief der Sonntagnachmittag ganz anders als geplant: Sie bekamen keinen Einlass mehr, weil das Café restlos überfüllt war. „Ich kann nur den Tipp geben, bei künftigen Veranstaltungen hier vorher anzurufen und sich Plätze zu reservieren“, meinte Wirt Christian Ebert bedauernd.

Und was sorgte da für restlos verkaufte Plätze in dem Haus: Gekommen war Manfred Müller aus Schwerin – was nicht ganz stimmt, denn der 83-jährige hält sich noch immer für einen Boberower. „Der Anlass, hierherzukommen, ist mein Herz für die Prignitz“, erzählte der gebürtige Glövziner, der im Alter von elf Jahren nach Boberow kam, um hier bei seinen Pflegeeltern zu leben. Nach vollendetem Ingenieursstudium zog der junge Mann dann nach Schwerin, um dort in einem Büro tätig zu werden.

Erinnerungen an Originale

Doch die dazwischenliegende Zeit hat sich dem Alleinunterhalter, Musiker, Heimatdichter sowie Hobbyheimatforscher stark eingeprägt. Nicht ohne Grund sind von dem Hobbyheimatforscher inzwischen elf Bücher erschienen, in dem von Land und Leuten der Prignitz erzählt wird.

Doch keine Lesung gab es am Sonntag in den anderthalb Stunden, sondern eine lustig-kurzweilige Rundumschau über die Geschichte des Landstriches und viele Erinnerungen an dessen einstige „Originale“. So über den „Frauenmörder von Glövzin“, „das war Helmut Krause, mit dem ich früher als Kind gespielt habe und der später drei Frauen, darunter seine Cousine, umgebracht hat.

Und natürlich ist er deswegen lebenslang ins Gefängnis gekommen.“ Oder über den Boberower Willi Kalbow. „Der hat, wenn man ihn etwas fragte, immer ganz witzige Antworten gegeben. Auf die Frage: „Willi, was machst Du denn jetzt so?“, gab es einmal die Auskunft: „Ich will Kaninchen züchten.“ „Verstehst Du denn etwas davon?“ „Nein, ich nicht, aber die Kaninchen!“

Gedicht als Andenken an Boberow

Dann gab es auch eine naturkundliche Beschreibung des Heimatortes, die zunächst auf Platt erfolgte: „Wenn et drög is, dann können de Göös över den Hoaber loapen un keen Halm bögt sik!“ – Was übersetzt ungefähr heißt: „Wenn es trocken ist, kann man die Gänse durch den Hafer laufen lassen und kein Halm krümmt sich dabei“.

Natürlich hat der leidenschaftliche Boberower seinem Heimatort mit einem Gedicht ein bleibendes Andenken gesetzt, welches er selbstverständlich ebenfalls vortrug: „Gott Vater hat mit viel Bedacht die Erde rund und schön gemacht ... So war von Boberow bis Blüthen der Teil der Prignitz auch in Tüten. Darauf kam er in Sonntagslaune, und schuf beim Mittagsschlaf im Traume den See, den Werdel, einfach so als Schöpfungs-Trumpf für Boberow.“

Von Brezanern, Linonen, Obodriten und Dossanen

Aber auch auf die weite Welt kam der überzeugte Prignitzer zu sprechen. Darüber, „dass die Prignitz eine historisch hervorragend erschlossene Region ist“ und überhaupt, „dass die Bezeichnung Prignitz vom slawischen Stamm der Brezaner, die hier lebten, hergeleitet wird“.

Das stimmt nur teilweise, denn „hier“ – und damit ist das Gebiet westlich der Löcknitz gemeint – lebten insbesondere Linonen, die zu dem Stamm der elbansässigen Obodriten gehörten. Ein dritter slawischer Stamm waren die Dossanen, die im Raum Wittstock zu Hause waren. Und was die erstmalige Bezeichnung „Prignitz“ betrifft – sie erfolgte in einer Urkunde des sogenannten „Falschen Waldemars“, eines Hochstaplers, der um 1350 von König Karl IV. mit der Mark Brandenburg belehnt wurde.

Wo ist der Generalfeldmarschall beerdigt?

Dann kam Manfred Müller auch noch auf den 1724 in Lindenberg bei Wittenberge geborenen Generalfeldmarschall Wichard Joachim Heinrich von Möllendorff zu sprechen, der, da er keine leiblichen Erben hatte, die königliche Erlaubnis bekam, drei seiner Urgroßneffen zu adoptieren, die ab 1815 erblich den Doppelnamen „von Wilamowitz-Moellendorff“ führen durften.

„Und beerdigt worden ist der Generalfeldmarschall meines Wissens nach in der Burg Lenzen“, führte der Vortragende weiter aus. Aber den schlüssigen Nachweis dafür, dass dieser berühmte militärische Oberbefehlshaber dort, und nicht etwa in dem eigens für ihn errichteten Mausoleum im Gadower Wald bestattet worden ist, muss Manfred Müller uns schuldig bleiben.

Von Kerstin Beck

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