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Mann sieht Rot und demoliert Geschäft mit Beil

Pritzwalk Mann sieht Rot und demoliert Geschäft mit Beil

Es ist das Stadtgespräch in Pritzwalk (Prignitz): Am Sonnabend hat ein offenbar psychisch gestörter Mann mit einem Beil ein Badstudio demoliert. Nur mit Mühe konnte er aufgehalten werden. Auslöser für den Wutausbruch waren Mietstreitigkeiten.

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Bretter verdecken die kaputten Schaufensterscheiben.

Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Entsetzen in Pritzwalk: Ein offenbar psychisch gestörter Mann hat mit einem Beil ein Geschäft in der Innenstadt regelrecht zertrümmert. Die Tat ist seit dem Wochenende Stadtgespräch. Der Mann, der auch schon polizeibekannt war, schritt am Samstag gegen 5.10 Uhr zur Tat und konnte wohl nur mit Mühe von zwei anderen Personen von weiteren Aktionen abgehalten und beruhigt werden.

„Hier klirren die Scheiben“, hatte ein Anrufer kundgetan, der nach Angaben von Polizeisprecherin Dörte Röhrs von der Polizeidirektion Nord in Neuruppin die Polizei informiert hatte. Auch der Geschäftsinhaber Rüdiger Kurtz hatte einen Hilferuf abgesetzt. Er und seine Frau Kerstin hatten sich im Obergeschoss verschanzt und dort auf die Polizei gewartet. In der Nachbarschaft war der Vorfall weithin zu hören. Andere Ladeninhaber schauten nach, ob nicht auch ihr Geschäft betroffen war.

Hintergrund der Tat ist – zumindest vordergründig – ein Mietstreit. Familie Kurtz ist erst seit fünf Wochen Vermieter des Täters. Auslöser war wohl, dass in der Mietwohnung an der nahe gelegenen Grünstraße die Heizung am Freitagabend zum wiederholten Mal nicht funktionierte. Da tickte der Mann augenscheinlich aus und verursachte so einen Sachschaden, den Kerstin Kurtz jetzt mit 40 000 Euro beziffert, nachdem die Polizei zunächst nur von etwa 3000 Euro gesprochen hatte – ganz zu schweigen davon, wie sehr das Ehepaar Kurtz mental von dem Angriff getroffen wurde.

Der Täter wurde später in Begleitung per Rettungswagen zur Psychiatrie nach Perleberg gebracht und dort dann auch stationär aufgenommen. Was weiter mit ihm geschieht, ist nicht bekannt.

Allerdings war er auch schon früher verhaltensauffällig. Nach Angaben anderer Medien hat der Mann auch im Juli 2014 in dem Haus in der Pritzwalker Roßstraße gewohnt, das nach einer mutmaßlichen Brandstiftung zeitweise unbewohnbar wurde. Die MAZ hatte damals darüber berichtet. Die Brandstiftung konnte ihm nicht nachgewiesen werden, auch wenn ihm seltsames Verhalten attestiert worden war. Auch bevor der Mann Mieter bei Kurtz in der Grünstraße wurde, hatte er Probleme mit dem Vermieter, wie er auch schon der MAZ einmal kundgetan hatte.

Das alteingesessene Sanitär-Geschäft der Familie Kurtz hat trotz des Angriffs und der Beschädigungen weiter geöffnet, allerdings morgens eine Stunde später und samstags bleibt es geschlossen. Die Folgen der Tat weiter zu sehen: Die kaputten Schaufensterscheiben sind derzeit durch Bretter geschlossen. Auch im Inneren sind Teppiche und Materialien noch gezeichnet von der Tat. Auf die Frage, wann die Schäden gänzlich beseitigt sind, meinte Kerstin Kurtz: „Das wird dauern.“ Schließlich müssten verschiedene Handwerker beauftragt werden, die im Moment aber eine gute Auftragslage haben.

Materielle Schäden, wie schlimm auch sie sein mögen, lassen sich beseitigen. Ganz anders sieht es mit der Angst aus, die nun Familie Kurtz hat. Sie wird länger bleiben. Kerstin Kurtz hofft, dass der Täter nunmehr möglichst lange hinter verschlossenen Türen bleiben wird.

Von Bernd Atzenroth

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