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Prignitz Mario Schröder feiert 30 Jahre Münzberatung
Lokales Prignitz Mario Schröder feiert 30 Jahre Münzberatung
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13:18 08.08.2018
Inflationsscheine aus dem Jahr 1923 sollte Mario Schröder am Dienstag begutachten. Quelle: Franziska Fiedler
Pritzwalk

Gleich zu Beginn der Münzberatung in der Stadtbibliothek in Pritzwalk erscheint eine ältere Dame, die neben einem Arsenal an Münzen zusätzlich eine Mappe mit alten Scheinen mitgebracht hat. Mario Schröder, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum mit der Münzberatung in Pritzwalk feiert, nimmt sich Zeit und alles fein säuberlich unter die Lupe.

Die Frau hat Münzen aus allen möglichen Epochen der deutschen Geschichte mitgebracht, sie reichen von den Kaiserreich-Zeiten über die Weimarer Republik und die DDR bis hin zu Euro-Sammlermünzen. Sie hat alles zu Mario Schröder gebracht, was in ihrer Familie bis heute gesammelt wurde.

„Das würde kaum einer als richtiges Geld ansehen“

Zuerst schaut sich der Experte die jüngsten Münzen an, darunter befinden sich auch Euro-Starterkits. Mario Schröder rät der Dame, diese auf jeden Fall noch eine Weile aufzuheben. Denn da diese Starterpäckchen noch ungeöffnet sind, steigen sie von Jahr zu Jahr in ihrem Wert. Der Münzexperte verrät, dass sie schon heute zwischen 20 und 25 Euro wert sind.

Bei allen anderen Euro-Münzen muss er ihr aber sagen, dass diese nicht mehr wert sind, als der Wert, der darauf geprägt wurde. Zum Beispiel bei den Zehn-Euro-Sammlermünzen, für die beim Kauf eine Wertsteigerung versprochen wurde, rät er ihr, diese bei der Zentralbank in Berlin einzutauschen. „Man könnte zwar auch im Laden damit bezahlen, aber das würde kaum einer als richtiges Geld ansehen“, sagt er.

Münzberater Mario Schröder in der Stadtbibliothek Pritzwalk Foto: Beate Vogel Quelle: unbekannt

Als nächstes widmet sich Mario Schröder den DDR- und DM-Münzen. Er erklärt der Dame, dass die Deutsche Mark immer noch im Verhältnis 2:1 bei den Banken getauscht werden kann, vor allem die größeren Banken würde diese noch annehmen. Auch auf Flohmärkten könnte man sie in diesem Verhältnis verkaufen.

Bei den älteren Münzen muss Mario Schröder der Dame jedoch schlechte Nachrichten überbringen: „Einige der Münzen haben zumindest noch einen Silberwert, alle anderen sind nichts mehr wert. Davon gibt es einfach zu viele, sie sind Massenware und deshalb auch unter Sammlern nicht mehr viel wert.“ Deshalb rät er ihr, sie aufgrund ihrer Geschichte und ihres ideellen Wertes selbst aufzuheben.

Münzen aus Singapur, Dänemark, Polen und Großbritannien

Am Ende der Münzkassette angelangt, findet Mario Schröder noch ein paar verirrte Spielgeld-Münzen aus einem alten Kaufmannsladen und widmet sich dann den ausländischen Münzen, die die Dame mitgebracht hat. Darunter befinden sich unter anderem Münzen aus Singapur, Dänemark, Polen und Großbritannien.

„In den Ländern, in denen es die Währung noch gibt, wie in Großbritannien oder Schweden, können sie die noch ausgeben, alle anderen sind Erinnerungsstücke“, erklärt Mario Schröder der Dame.

Inflationsscheine wurden zur Münzberatung durch Mario Schröder begutachtet. Quelle: Franziska Fiedler

Am Ende schaut er sich eine Reihe von alten Geldscheinen an, auch davon hat die Frau aus der Region einige Schätze mitgebracht. Zum Beispiel befindet sich in ihrer Mappe ein noch sehr gut erhaltenes Set an DM-Scheinen. „Die können Sie bestimmt noch an Sammler verkaufen, da nur der Fünf-Mark-Schein ein kleines Eselsohr hat, ansonsten sind die Scheine in einem sehr guten Zustand“, sagt Mario Schröder.

Dann findet er einen Schein, auf dem er Kaiser Wilhelm I. vermutet, und Inflationsscheine. Diese sind mit utopischen Summen von mehreren Millionen bis zu einer Milliarde bedruckt. „Schade, dass die nichts mehr wert sind“, sagt Schröder mit einem Schmunzeln.

Seit 30 Jahren berät er nun schon vier Mal im Jahr Münz- und Briefmarkensammler in und um Pritzwalk. Von 1988 bis 2013 hat er die Menschen im alten Museum beraten, seit Anfang 2014 findet die Münz- und Briefmarkenberatung für private Sammler in der Pritzwalker Stadtbibliothek statt.

Wissen selbst angeeignet

Am wichtigsten ist Mario Schröder dabei die Diskretion – er ruft jeden Sammler einzeln auf und nimmt sich Zeit. Das hat einen guten Grund: „Ich hatte auch schon Händler und Museumsleute hier, die die Sammler unter Druck gesetzt haben zu verkaufen, wenn etwas Wertvolles dabei war.“ Seitdem findet die Beratung in einem abgetrennten Raum statt und es ist auch der Grund, aus dem der Experte nicht verraten möchte, was das Wertvollste ist, das einmal jemand zur Beratung mitgebracht hat.

Sein breites Münz- und Briefmarkenwissen hat sich Mario Schröder über die vielen Jahre selbst angeeignet. Seine Leidenschaft begann, als er bei seiner Großmutter alte Münzen fand und so wurden diese 1974 zu seinem Hobby.

Aber auch mit Briefmarken kennt er sich aus: „Zur letzten Beratung kamen nur Briefmarkensammler“, erzählt Schröder und freut sich besonders, als ihm einer der Herren gegen Ende der Beratung sein altes Briefmarkensammelbuch aus DDR-Zeiten schenkt.

Von Franziska Fiedler

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