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Marktführer aus Lenzen

Wirtschaftsminister besucht Oligo Lichttechnik Marktführer aus Lenzen

Bei seinem Besuch des Lenzener Unternehmens Oligo Lichttechnik am Montag bestaunte der brandenburgische Wirtschaftsminister Albrecht Gerber eine Technologie, die zu den weltweiten Marktführern zählt. Der Automobilzulieferer produziert Lichttechnik, die beispielsweise kleinste Unebenheiten auf Lack und Karosse erkennt.

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Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (r.) lässt sich von Heiko Rieck, Leiter des Bereichs Oberflächenkontrolle, die Technik erläutern.

Quelle: Kerstin Beck

Lenzen. Man stelle sich vor: Ein Auto fährt in einen Computertomographen hinein und wird daraufhin nicht durch, sondern angeleuchtet. Mit einem speziellen Licht, welches daraufhin winzige Dellen und Buckel ab einer Größe im Mikrometerbereich sichtbar macht, die im Prozess der verschiedenen Lackierungen, die die Karosse im Herstellungsbereich durchläuft, durch die Einwirkung winziger Staubpartikel entstehen können.

In der Lenzener Firma Oligo Lichttechnik werden derartige Anlagen hergestellt. Mit dem Unterschied, dass das Fahrzeug nicht einmal fahren muss, sondern inmitten des Lichttunnels mittels Prismenscheiben versehenen Leuchten und Spiegeln komplett abgeleuchtet werden kann und das Fahren dabei auch noch simuliert wird.

Lichtsegmente sehen kleinste Unebenheiten

Davon, dass die in Lenzen jährlich etwa 10 000 hergestellten Lichtsegmente einer besonderen Qualität unterliegen, konnte sich am Dienstagnachmittag Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister, Albrecht Gerber (SPD), zusammen mit Anne Techen von der Potsdamer Zukunftsagentur Brandenburg überzeugen. „Wo ist hier eine Delle, wo sind Kratzer und wo ist ein kleiner Buckel?“, fragte Heiko Rieck, Leiter des Bereiches Oberflächenkontrolle, der durch die Präsentationsräume führte und die Ergebnisse der Suche an einer speziell für derartige Vorführungen hergestellten Demo-Karosse dem interessierten Minister dann auch demonstrierte. „Und wenn man diese Unebenheiten gefunden hat, können diese dann zielgerichtet behoben werden“.

Was die Lenzener Firma von anderen Anbietern ähnlicher Oberflächen-Kontrollanlagen zudem unterscheidet, ist der Fakt, dass hier in den Leuchten mit LED-Strahlern gearbeitet wird. „Und das ist für die Zulieferer der Automobil-Industrie und andere Unternehmen attraktiv, denn die LED-Anwendung bringt im Vergleich zu normalen Lichtquellen eine Energieeinsparung von über 70 Prozent“, setzte Joachim Becker, der Leiter der Entwicklungsabteilung, hinzu.

Steigerung der Produktion beabsichtigt

Seit zwei Jahrzehnten entwickelt, konstruiert und installiert das Unternehmen, welches neben seinem Lenzener Hauptsitz auch einen Standort in Potsdam besitzt, diese Lichtanlagen zur industriellen Oberflächenkontrolle und Farbabmusterung, die von Abnehmern auf der gesamten Welt benötigt werden. Die entwickelten Spezialoptiken ermöglichen ein schnelles und leichtes Erkennen von Fehlern in den Produktionsabläufen und steigern die Produktivität in sämtlichen Beschichtungsprozessen, beispielsweise in der Automobil-, Holz- und Kunststoffindustrie. „Wir würden gern unsere Produktion erhöhen, aber es ist schwierig, für den Lenzener Standort geeignete Fachkräfte zu bekommen“, sagte Volker Stockhausen, Gruppenleiter Marketing. „Wir sind auch immer auf der Suche nach Azubis. In Lenzen arbeiten zum Teil Leute, die einen Anfahrtsweg von bis zu 50 Kilometern haben.

Doch dieses Problem war es nicht, weshalb der Wirtschaftsminister in die Prignitz gekommen war. Ein bisschen ließ Gerber nach der öffentlichen Präsentation und dem internen Arbeitsgespräch dennoch durchblicken, worauf der Fokus des Besuchs lag. Das Unternehmen möchte auf die Entwicklung einer Technik hinarbeiten, die das menschliche Auge ersetzen kann: „Das hier ist ein zentrales Feld der Automobilbranche und einer der fundamentalen Marktführer, und wir sehen, dass wir überall im Land Firmen, die Hochtechnologien herstellen, antreffen können. Und die momentanen Förderprogramme für Forschung und Entwicklung sind besser strukturiert als in der letzten Periode!“, sicherte Gerber Unterstützung zu.

Von Kerstin Beck

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