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Prignitz Mehr als nur Beschäftigungstherapie
Lokales Prignitz Mehr als nur Beschäftigungstherapie
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00:18 17.11.2016
Seit August rollt der neue Bus für den Fahrdienst der Tagesstätte durch Wittstock. Seine Anschaffung wurde durch Mittel der Aktion Mensch ermöglicht. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Es ist 8.45 Uhr als Katrin Ulmer den Motor des VW-Busses startet, um einen Patienten in der Wittstocker Königstraße abzuholen. Der Mann, den die Sozialpädagogin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an diesem Tag in die Awo-Tagesstätte „Mauerkieker“ in der Röbeler Straße bringen will, ist auf den Fahrdienst angewiesen – denn er ist halbseitig gelähmt, wie Ulmer sagt. Doch an diesem Morgen schafft der zudem psychisch Erkrankte es nicht aus dem Bett, Ulmer kehrt allein wieder zurück in die Röbeler Straße.

Der Morgen beginnt für Nadine Mendehl (l.) und Carola Thir mit einem gesunden Frühstück in der Tagesstätte. Quelle: Christian Bark

„Das ist manchmal so, wenn Patienten einen schlechten Tag haben“, erklärt sie. Gerade bei psychischen Erkrankungen fehle oft die Motivation. Und genau die sollen die Patienten in der Tagesstätte wiedererlangen. Ein geregelter Tagesablauf, zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten und vertraute Ansprechpartner sollen den Patienten einen Wiedereinstieg in den Alltag, vielleicht sogar ins Berufsleben, ermöglichen, wie Ulmer erklärt.

Neuer Bus dank „Aktion Mensch“

Der neue VW-Bus, der dem Awo-Team seit August zur Verfügung steht, ist für den Fahrdienst ein Segen. „Der alte Bus hatte seine besten Tage schon hinter sich“, blickt Awo-Bereichsleiterin Katrin Krüger zurück. Erst dank einer 70-prozentige Förderung durch die „Aktion Mensch“ sei die Neuanschaffung möglich geworden. „Er klappert nicht mehr so wie der alte Bus“, freut sich auch Nadine Mendehl. Die 34-Jährige wurde mit dem neuen Bus bereits zu Arztterminen und Ausflügen der Awo gefahren, erzählt sie. Beeindruckt ist sie auch von der ausfahrbaren Stufe, die einen leichteren Einstieg ermöglicht.

Die Tagesstätte

Seit 2001 gibt es die Tagesstätte in Wittstock. 2014 zog sie in die Röbeler Straße 23.

Zwölf Plätze stehen für psychisch kranke Menschen bereit. Acht davon sind derzeit belegt. Voraussetzung für einen Platz ist ein Eingliederungsantrag beim Amt.

Von Montag bis Freitag ist die Tagesstätte zwischen 9 und 16 geöffnet. Jeden Montag wird von 10.30 bis 11.30 Uhr eine Sozialarbeitersprechstunde statt. Kontakt unter Telefon: 03394/444641.

Mengdehl ist seit einem Jahr täglich Gast in der Einrichtung. Sie leidet unter schweren Depressionen und kann deshalb nicht mehr als Reinigungskraft arbeiten. „Hier lernen wir, uns wieder langsam an den Alltag heranzutasten“, erklärt sie. Das beginnt jeden Morgen mit einem gesunden gemeinsamen Frühstück. Das lässt sich auch Carola Thir schmecken. Die 55-Jährige kommt seit Bestehen der Einrichtung im Jahr 2001 regelmäßig in die Tagesstätte. In der Werkstatt der Stephanus-Stiftung konnte sie zuletzt aufgrund psychischer Probleme nicht mehr arbeiten, wie sie sagt. „Das waren zu viele Leute“, erklärt sie.

Unter anderem in der Holzwerkstatt können Besucher kreativ werden. Quelle: Christian Bark

Die Patientengruppe in der Tagesstätte ist hingegen überschaubar. Derzeit nutzen acht Menschen regelmäßig die Angebote. Und das ist mehr als nur Beschäftigungstherapie, wie Heilerziehungspflegerin Claudia Rühseler betont. „Die Patienten übernehmen kleinere Aufgaben im Haushalt der Einrichtung“, informiert sie. Zudem gebe es Bastel- und weitere Kreativstätten. So präsentiert Nadine Mengdehl stolz eine Weihnachtsstern­kette, die sie kürzlich selbst gebastelt hat. Überhaupt will sich die Einrichtung Anfang Dezember mit selbstgebasteltem Schmuck an einem Stand auf dem Wittstocker Weihnachtsmarkt Anfang Dezember präsentieren, wie Katrin Ulmer ankündigt.

Kreativ können die Tagesgäste zudem in der Holzwerkstatt, im Malatelier oder beim Nähen werden. Dazu kommen Sport- und Gedächtnisübungen. „Wir kochen auch gemeinsam“, sagt Claudia Rühseler. Alles, um den Menschen einen Rhythmus in ihrem Leben zu geben. Voraussetzung für einen Platz in der Tagesstätte ist ein bewilligter Antrag auf Eingliederung beim Amt für Sozialleistungen, informiert Katrin Krüger. „Der Aufenthalt kann auch an gewisse Auflagen geknüpft sein“, erklärt sie. Zum Beispiel Abstinenz oder die Teilnahme am Belastbarkeitstraining. Für genauere Informationen stehe aber das Awo-Team täglich bereit.

Von Christian Bark

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