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Mehr als nur ein Streichelzoo

Zuhause für 300 Tiere Mehr als nur ein Streichelzoo

Seit 20 Jahren führt Ursula Stöter den Hobbyzoo in Krangen und gibt mittlerweile 300 Tieren ein Zuhause

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Ein Küsschen für die Chefin: Eines der Lamas des Hobbyzoos in Krangen küsst Ursula Stöter.

Quelle: Peter Geisler

Krangen. Der Besucher hat kaum das Hoftor passiert, da ist er auch schon von Vierbeinern umzingelt. Dass der Hobbyzoo in Krangen bei Neuruppin ein bisschen anders ist als andere Hobbyzoos, das merkt man schon nach kurzer Zeit. Die meisten Tiere auf dem Hof von Ursula Stöter leben nicht in Zwingern und Gehegen, sondern können sich auf dem weitläufigen Gelände hinter einem alten Bauernhaus in der Dorfstraße frei bewegen. Auch von der Artenvielfalt dürfte der ein oder andere Tierfreund überrascht sein. Denn nicht nur die zu erwartenden Katzen und Hunde warten auf eine Streicheleinheit, sondern auch ein Rehkitz ist für jede Aufmerksamkeit dankbar. Dazu bevölkern Exoten wie Stinktiere, Bartagamen oder Lamas den Hof. In diesen Tagen begeht der Hobbyzoo, der schon Thema in über 50 TV-Beiträgen war, seinen 20. Geburtstag. Dieser soll im August mit einem Indianerfest gefeiert werden.

Kinder sind im Hobbyzoo der Familie Stöter immer willkommen.

Quelle: Peter Geisler

Die „Rothäute“ sind ohnehin ein wichtiger Bestandteil des von Ursula Stöter geführten Hobbyzoos. Die Kleinkünstlerin pflegt seit einigen Jahren eine Freundschaft mit Menschen, die wie Indianer leben. Die hat sie bei einen ihrer zahlreichen Auftritten kennengelernt. „Wir haben auf unserem Hof nicht umsonst ein kleines Indianerdorf mit einem Tipi und anderen typischen Symbolen der Indianer“, erzählt Ursula Stöter. Genau in diesem verbringt sie auch gerne Zeit und berichtet in dieser Umgebung von ihrem Schaffen im Hobbyzoo. Dieser entstand eigentlich eher durch Zufall. „Als wir 1993 von Neuruppin hier hinaus nach Krangen zogen, hatten wir schon einige Tiere. Wir entschlossen uns dann, einfach ein Schild am Tor mit der Aufschrift Hobbyzoo anzubringen“, so Stöter. Schnell wurden Menschen aus der Umgebung darauf aufmerksam. Los ging es einmal mit etwas mehr als 100 Tieren. Heute sind es 300, die bei Ursula Stöter und ihrer Familie Unterschlupf gefunden haben. „Diese Zahl hört sich gewaltiger an, als sie eigentlich ist. Man muss dabei beachten, dass ich auch als Züchterin aktiv bin.“

Hausherr Reiner Stöter mit einem jungen Waschbären.

Quelle: Peter Geisler

So ist die Hundezucht auch ein wichtiges finanzielles Standbein für den Hobbyzoo. Geld, das durch den Verkauf von Tieren eingenommen wird, kommt am Ende auch wieder den Vierbeinern zugute. „Futtermittel und andere Dinge, die unsere Tiere zum Leben brauchen, sind ziemlich teuer, doch bisher schaffen wir den Kraftakt, unseren Zoo zu finanzieren“, so Ursula Stöter.

Ohnehin spricht die Chefin des Ganzen immer von „wir“, wenn sie über das Leben auf dem Hof berichtet. Wir – das sind ihr Mann Reiner, mit dem sie im August 25 Jahre verheiratet ist, und ihre Tochter Linda. Dazu kommen noch einige fleißige Helfer aus der näheren Umgebung, die für ihre Tätigkeit genau wie die Mitglieder der Familie kein Geld erhalten. „Wir haben alle einen normalen Job, denn aus dem Zoo zweigen wir kein Geld für uns ab“, so Ursula Stöter.

Im Laufe der zwei Jahrzehnte hat sich der Hobbyzoo zu mehr entwickelt als einem simplen Ort, an dem Besucher Tiere streicheln können. Ehrenamtlich arbeitet Stöter mit Einrichtungen zusammen, in denen Kinder betreut werden, die zum Beispiel Probleme mit Drogen zu bewältigen haben. So lebt im Moment ein Mädchen auf dem Hof in Krangen, die trotz ihrer Jugend schon Suchtprobleme hat. „Seitdem das Mädel bei uns ist, geht es ihr gut. Sie kümmert sich mit uns um die Tiere – und Drogen spielen keine Rolle mehr“, so Stöter, die selbst nicht einmal Kaffee trinkt.

Ursula Stöter sagt, dass es nicht immer leicht ist, alles unter einen Hut zu bringen. Vor allem, wenn sie wieder einmal mit einigen Tieren zum Theaterspielen in Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt oder Sachsen unterwegs ist. „So verdiene ich meinen Lebensunterhalt und habe damit meine Leidenschaft zum Beruf gemacht.“

Von Thomas Leitert

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