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Mehr geht immer: Perleberg will Strom sparen

Energiekonzept soll Kosten senken Mehr geht immer: Perleberg will Strom sparen

Perleberg hat in den vergangenen Jahren zwar schon einiges dafür getan, den Stromverbrauch durch die Beleuchtung der öffentlichen Straßen und Plätze zu senken, möchte aber noch mehr tun. Dabei liegt der Stromverbrauch in der Stadt mit 40 Kilowattstunden pro Jahr und Einwohner schon deutlich unter dem deutschen Durchschnitt.

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Auch in der Bäckerstraße müsste die Beleuchtung erneuert werden.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Da hat sich die Stadt einiges vorgenommen. Beim Energiesparen will sich Perleberg richtig ins Zeug legen. Jährlich soll der Energieverbrauch um zwei Prozent sinken. „Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel“, kommentiert Bauamtsleiter Hagen Boddin das noch nagelneue Energiekonzept. In einer Sondersitzung billigte es die Stadtverordnetenversammlung vor wenigen Tagen. Erleichtert stellte Bürgermeisterin Annett Jura fest: „Ich bin sehr erfreut, dass die Abgeordneten so mitgezogen haben.“ Als vor einem Jahr die Erarbeitung in Gang gesetzt wurde, gab es schon Fragen, wozu ein solches Konzept gut sein soll. Annett Jura erinnerte daran, dass die Stadt mit dem Energiekonzept einer Forderung der Landesregierung nachkommt. Wer auch künftig in der Städtebauförderung Berücksichtigung finden soll, muss auch mit seinen Daten den Richtlinien entsprechen, die eben ein solches Energiekonzept fordern. Was jetzt den Abgeordneten zur Abstimmung auf den Tisch gelegt wurde, sei aber keineswegs ein „Papiertiger“, wie Hagen Boddin anmerkt. Die Stadt hat ihre Ziele bei der Energieeinsparung selbst definiert und sich den Druck zahlenmäßiger Vorgaben auferlegt.

Handlungsbedarf: Modernisierung aller Straßenzüge

Ein Blick in die Bestandsanalyse offenbart, dass viel Handlungsbedarf besteht, obwohl über die Einsparung von Energie seit Jahren geredet wird.

So wurde die Straßenbeleuchtung einer eingehenden Betrachtung unterzogen. Der Stromverbrauch liegt in Perleberg mit 40 Kilowattstunden pro Jahr und Einwohner deutlich unter dem deutschen Durchschnitt. Der Jahresverbrauch der 1900 Leuchten sank zwischen 2011 und 2013 immerhin von 507 000 auf 475 000 Kilowattstunden. Dennoch wurde ein großes Einsparpotenzial ermittelt. Bei der Modernisierung aller Straßenzüge durch Umstellung auf LED-Leuchten sowie Einführung der Dimmtechnik für Natriumdampflampen könnte der Stromverbrauch um 58 Prozent gesenkt werden – bezogen auf den Stand von 2013. Aus der Bestandsanalyse werden auch gleich verschiedene Maßnahmen abgeleitet: „Die Straßenbeleuchtung sollte komplett modernisiert werden.“ Die Stadt hat hier also noch viel zu tun. Das ist allerdings nur ein Beispiel. Annett Jura verwies auf zahlreiche Maßnahmen, die mit dem Energiekonzept jetzt vorgeschlagen werden. „Wir können sie aber nur in dem Maße abarbeiten, wie es die Mittel in unserem Haushalt zulassen“, erklärt die Bürgermeisterin die Vorgehensweise. Doch auch nichtinvestive Maßnahmen sind vorgesehen. Etwa die Optimierung der Heizungsanlagen in den städtischen Gebäuden oder eine Schulung für die Hausmeister.

Wann kommt der Klimamanager?

Damit das Energiekonzept stetig umgesetzt werden kann, ist aus Sicht der Bürgermeisterin ein Klimamanager ganz wichtig. Die Stadt beabsichtigt 2016 eine geförderte Stelle einzurichten.

In die vielschichtige Untersuchung – das Energiekonzept umfasst 164 Seiten – wurden aber nicht nur städtische Liegenschaften einbezogen. Auch auf den Wohnungsbestand von Wohnungsgesellschaft und Wohnungsgenossenschaft wurde ein Auge gelegt. Lediglich zehn Prozent der Wohnfläche ist vollständig saniert. Bei 68 Prozent der Gebäude wurden bisher nur die Fenster erneuert. Daraus ergeben sich erhebliche Sparmöglichkeiten auf dem Feld der Gebäudesanierung. Bis 2050 soll die CO2-Emission je Perleberger auf zwei Tonnen im Jahr sinken – ein Beitrag der Stadt um die Klimaziele in Deutschland erreichen zu können.

Von Michael Beeskow

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