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Prignitz Meilenstein für Hockeyspieler und Fußballer
Lokales Prignitz Meilenstein für Hockeyspieler und Fußballer
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17:16 07.08.2017
Zum ersten Spatenstich für den neuen Kunstrasenplatz am Hainholzstadion trafen sich Vertreter des Pritzwalker FHV, der Stadt, der Bank sowie weitere Förderer. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Wenn vom heimischen Rasen die Rede ist, müssen die Pritz­walker Hockeyspieler immer etwas verschämt drein blicken. Noch jedenfalls, denn seit Montag wird der Boden bereitet für den langersehnten Kunstrasenplatz. Zum symbolischen ersten Spatenstich, der eigentlich ein erster Rasenaushub mit dem Bagger war, trafen sich Vertreter des Vereins, der Stadt Pritz­walk, der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz sowie Förderer im Hainholzstadion, um den offiziellen Beginn der Bauarbeiten zu verkünden.

Summe war „ein ganz schöner Hammer“

Für rund 426 000 Euro erhält der Pritzwalker Fußball- und Hockeyverein  03 einen 6 000 Quadratmeter großen Kunstrasenplatz, der sich sowohl für Hockey als auch für Fußball eignet. „Es war ein langer Weg dorthin“, berichtet FHV-Ehrenvorsitzender Erhard Jeschke. Den Wunsch, wie die anderen Vereine einen Kunstrasenplatz bespielen zu können, hegen die Hockeysportler schon lange. Doch trotz wohlwollender Stellungnahmen von Stadt, Kreis- und Landessportbund – die Investitionssumme war doch „ein ganz schöner Hammer“, wie es dereinst der Staatssekretär im Bildungsministerium bei einem Besuch ausgedrückt hatte.

100 000 Euro Eigenanteil bleiben

Die Verantwortlichen des Pritz­walker Fußball- und Hockeyvereins ließen sich nicht entmutigen und suchten weiter nach Möglichkeiten, den ersehnten Kunstrasenplatz doch noch zu bekommen. Zwar hatten alle relevanten Stellen das Vorhaben befürwortet und das Landesamt für Flurneuordnung und ländliche Entwicklung den Löwenanteil von 317 253 Euro bereitgestellt, doch der Eigenanteil – immerhin mehr als 100 000 Euro, war immer noch kein Pappenstiel. Mit einem persönlichen Kredit von drei Vereinsmitgliedern, einer Ausfallbürgschaft der Stadt Pritzwalk und einer Bürgschaft der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz gelang es schließlich, das Vorhaben zu verwirk­lichen.

Banker sprangen über ihren Schatten

Als „historischen Tag“ bezeichnete der Pritzwalker Bürgermeister Wolfgang Brockmann den ersten Spatenstich. Martin Brödder, Vorstandsvorsitzender der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz, gab zu, dass der Vorstand des Geldinstituts „über seinen banklichen Schatten springen“ musste. „Es ist nicht üblich, für einen gemeinnützigen Verein eine sechsstellige Summe bereitzustellen, weil bei aller Euphorie am Anfang die Summe ja auch wieder zurückgezahlt werden muss“, sagt er. Der Pritzwalker FHV habe jedoch mit seinem Engagement überzeugt.

„Club der 100“ soll Geld einsammeln

Erhard Jeschke verwies auf weitere Aktivitäten, um die monatlichen Tilgungsraten aufzubringen. „Es gab vor Jahren bereits die Idee, einen ’Club der 100’ ins Leben zu rufen“, sagte er. Die soll nun mit Leben erfüllt werden. Gedacht ist an die Unterstützung des Vereins mit einer Summe von 100 Euro pro Person und Jahr.“

Neuer Platz dürfte Fahrerei reduzieren

Der neue Kunstrasenplatz wird jetzt gebaut. Die Oberfläche ist nicht völlig eben, sondern „ähnelt einem „Walmdach“, wie Rasenexperte Nico Retzlaff informierte. Von dem Kunstrasenplatz versprechen sich die FHV-Verantwortlichen nicht nur die Fahrerei nach Rostock, Stralsund oder ins Berliner Umland zu minimieren, auch der Zuspruch zum Verein soll steigen. Bereits jetzt gehören dem FHV 330 Mitglieder an, darunter 80 Hockeyspieler. Wenn alles klappt, kann der Platz im September erstmals bespielt werden.

Von Andreas König

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