Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Messe zu Ehren des Heiligen Hubertus
Lokales Prignitz Messe zu Ehren des Heiligen Hubertus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:41 05.11.2018
Andächtig lauschten die Gäste den Pritzwalker Jagdhornbläsern. Quelle: Kerstin Beck
Kehrberg

Am Unterstand der Gemeindeverwaltung sieht es an diesem Samstag ganz anders aus als sonst: Die Wände sind mit Tannengrün geschmückt, ein Tisch ist unverkennbar als Altar hergerichtet, Kerzen brennen und davor thront eine Jagdtrophäe: ein Geweih eines Rothirsches, ein 16-Ender aus Breitenfeld, „der lange Jahre hier umherstreifte“, so Jägerschaftsleiter Bodo Wichura, rechts daneben ist ein Geweih eines kapitalen Damhirsches zu sehen, den der Jäger vor erst zwei Wochen in den Kronsbergen erlegte.

Mitnichten ist es aber eine Pretiosenschau, denn an diesem Samstagnachmittag gibt es unter freiem Himmel eine Messe zu Ehren des Heiligen Hubertus von Lüttich, und ein bisschen hat man das Gefühl, bei einem jägerlichen „Erntedankfest“ zugegen zu sein.

Prächtiger weißer Hirsch mit Kruzifix im Geweih

Zunächst erzählt Pfarrer Christian Gogoll aus dem Leben des Heiligen, „der ein Lebemann war und wusste, wie das Leben zu genießen ist“. Aber wie es so oft geschieht, kam es auch bei dem Pfalzgrafen anders, als gewünscht: Den Tod seiner Gattin versuchte der Adlige mit zügelloser Jagdleidenschaft zu verdrängen, und er scheute auch nicht davor zurück, an einem Karfreitag Tiere zu erlegen. Der Legende nach soll er plötzlich einen prächtigen weißen Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih gesehen haben, der ihn eindringlich fragte: „Hubertus, warum verfolgst du mich?“

Der daraufhin Bekehrte verbrachte sein weiteres Leben als Einsiedler in den Wäldern der Ardennen, bis er im Jahre 705 zum Bischof von Tongern-Maastricht berufen wurde. Der fürsorgliche Wohltäter, der am 30. Mai 727 bei Brüssel starb, gilt nicht nur als Schutzpatron der Jagd, sondern auch als Patron der Hunde und als Helfer gegen Tollwut, als Patron der Schützen und Schützenbruderschaften, der Kürschner, Fleischer und Metallbearbeiter, Büchsenmacher, Optiker, Mathematiker und Hersteller von mathematischen Geräten.

„Die Jagd ist so gut oder so schlecht wie der Jäger selbst.“

„Hubertus schrieb am Wendepunkt seines Lebens der Jagd ab - aber warum halten Jäger an dieser Geschichte fest, sie stellen sich damit doch selbst in Frage“, folgerte der Geistliche weiter in seiner Predigt, um gleich darauf die Antwort zu geben: „Die Jagd ist so gut oder so schlecht wie der Jäger selbst. Denn es macht einen Unterschied, ob wir uns über die Schöpfung stellen oder ob wir uns als einen Teil davon sehen.“

Zudem kam auch Jägerschaftsleiter Bodo Wichura zu Wort: „Wir Jäger haben eine hohe gesellschaftliche Funktion, sind aber immer kritisch hinterfragt.“ Es sei für die Jäger schwer, diesen Ansprüchen gerecht zu werden – „denn einerseits sollen wir sehr viel Wild erlegen und andererseits sind wir als Mörder verschrien“. Der Hegering versuche, ein gutes Maß zu finden, damit die Bestände nachhaltig bewirtschaftet würden und Kinder sowie Enkel auch noch was davon haben.

Für die musikalische Untermalung des Gottesdienstes sorgte der Pritzwalker Jagdhornbläser mit der „Hymne an St. Hubertus“, dem „Hubertusmarsch“, den imposanten „Glocken“ und dem„Festlichen Halali“. Die Jagdhornbläser hatten an dem Tag bereits in Silmersdorf und Brügge gespielt und wird nächste Woche in Wredenhagen, in Heiligengrabe und in Zechow bei Rheinsberg auf treten.

Von Kerstin Beck

Aus einem Lokschuppen in Muggerkuhl (Gemeinde Berge, Prignitz) haben Diebe eine Lok und zwei Loren gestohlen. Die ERmittlungen laufen noch.

05.11.2018

Eine beauftragte Fachfirma soll ab dem kommenden Jahr die Beseitigung von Betriebsmitteln, Kraftstoffen und Öl auf den Straßen im Kreisgebiet übernehmen. Damit sollen die Feuerwehren entlastet werden.

08.11.2018

Etwa 1500 Gäste kamen zum Schlachtefest nach Wustrow in der Gemeinde Lanz.

04.11.2018