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Prignitz Mexikanischer Kaffee mit Prignitzer Ursprung
Lokales Prignitz Mexikanischer Kaffee mit Prignitzer Ursprung
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00:17 28.07.2016
Röstmeister Frank Wenzel, Bürgermeisterin Annett Jura, Miranda Edelmann Toriello, Birgit Roeper , Sandra Jahnke sowie Joachim Ritter, der noch immer mit der ausgewanderten Familie Kontakt hat (v. l. n. r.) freuen sich über das „duftende Perleberger Souvenir“. Quelle: Kerstin Beck
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Perleberg

Jeder kennt die Geschichte vom Deutschen, der in der „Aufbruchszeit“ als Tellerwäscher in Amerika begann und als Millionär endete - und Millionen anderer nach sich zog, die ebenfalls in der Neuen Welt ihr Glück versuchten. Hier eine andere Version:

Wir schreiben das Jahr 1888. In der Perleberger Max-Viereck-Str. 14 lebt der erfolgreiche Maschinenfabrikant Arthur Erich Edelmann, dessen Firma sich in der Pritzwalker Str. 57 befindet. Er ist so bekannt, dass er eine Einladung von der mexikanischen Regierung, die dortige Landwirtschaft mittels neuartiger Maschinen zu fördern, bekommt - und sie annimmt.

In dem in der Hochebene des Soconuscos gelegenen Chiapas im Süden des Landes gründet Edelmann zusammen mit Ehefrau Doris Mertens und seinen besten Mitarbeitern die Kaffeeplantage „Finca Hamburgo“. Durch den Einsatz seiner Maschinen - die erst einmal mühevoll auf Maultieren in das unerschlossene Gelände gebracht werden mussten, und dazu bedurfte es auch noch der Errichtung eines eigenen Elektrizitätswerkes - revolutioniert der Deutsche die Weiterverarbeitung des Rohkaffees. 1929 übernimmt Sohn Harald Bruno das Erbe seines Vaters und bringt aus Europa die derzeit modernsten Maschinen mit; zusätzlich wird auch eine Drahtseilbahn in Betrieb genommen.

Als infolge des Zweiten Weltkrieges Mexiko Deutschland den Krieg erklärt, wendet sich das Blatt: Die Edelmanns werden - wie die Betreiber von 65 anderen Kaffeefincas - als „Feinde der Nation“ betrachtet und enteignet. Damit gehen auch Qualität und Quantität der mexikanischen Kaffeeproduktion zurück.

Nach Kriegsende wendet sich das Blatt jedoch wieder: Harald Bruno Edelmann kauft die völlig heruntergewirtschaftete Anlage zurück und es gibt einen Neubeginn. Nach seinem Tod 1976 übernimmt Bruder Bruno die Finca.

Seit 2002 verwaltet Tomas Edelmann Blass die „Finca Hamburgo“, die seit dem Verfall der Kaffeepreise 1989 umstrukturiert worden ist: Statt Massenware wird hier Spezialitätenkaffee angebaut, wozu Varitäten wie Bourbon, Catuai, Maragogype oder Pacamara gehören. Ein richtiger Weg, wie sich herausstellte, denn die erwirtschafteten Einnahmen werden auch dazu verwendet, die Lebensbedingungen der Arbeiter zu verbessern. Es gibt auf der Finca eine weiterführende Schulbildung, Schulspeisung, eine Krankenstation und Sportplätze. Zudem laden ein Restaurant mit dem Namen „Perleberg“ und ein Kaffeemuseum die Besucher ein.

All dies war bis vor einer Weile dem Wittenberger Kaffeeröstmeister Frank Wenzel nicht bekannt. „Bis ich dann vor kurzem in einer Fachzeitschrift zufällig einen Artikel darüber las, dann recherchierte und feststellte: Tatsächlich! Dieser Herr Edelmann kam aus „unserem“ Perleberg!“, erzählte am vergangenem Samstagnachmittag im Ka-Te-We der Kaffeeexperte.

Kurzerhand wurde natürlich daraufhin mit den Finca-Besitzern der Kontakt hergestellt und eine Kaffeepräsentation im besagten Geschäft vorbereitet, von der auch Bürgermeisterin Annett Jura begeistert war: „Ein prima Kaffee, leider nicht ganz billig, aber er ist von ausgezeichneter Qualität - den werde ich hier sehr gern kaufen!“

Einen viel weiteren Weg hatte dabei die Urururenkelin des Gründers, Miranda Edelmann Toriello, die extra zur Präsentation anreiste. Die 23-jährige Ökonomie-Studentin, die irgendwann einmal die Finca übernehmen wird, freute sich: „Hier in Perleberg kann ich auch meine Wurzeln kennenlernen!“

Den inzwischen mehrfach preisgekrönten „Kaffee Edelmann“ gibt es ab sofort auch als ein „Perleberg-Souvenir“ im wahrsten Sinne des Wortes zu erwerben - im Wittenberger „Elblandgenuss“, aber in erster Linie im Perleberger Ka-Te-We in der Krämerstraße.

Von Kerstin Beck

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