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Prignitz Meyenburg: Gesund essen im Netzwerk Kind
Lokales Prignitz Meyenburg: Gesund essen im Netzwerk Kind
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00:17 01.05.2016
Leckere Häppchen testeten die Kinder nach dem Vortrag. Quelle: Beate Vogel
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Meyenburg

Fast 100 Kinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse der Grundschule, Erzieherinnen und Lehrerinnen, Eltern und Großeltern hatten sich am Mittwochnachmittag zur ersten Veranstaltung des Meyenburger Netzwerkes Kind eingefunden. Die Cafeteria der Grundschule barst fast aus allen Nähten. Vielleicht lag es am Thema „Gesundes Essen“, das, wie Netzwerkkoordinatorin Anja Koppermann in ihrer Eröffnung sagte, zu den Grundbedürfnissen des Menschen gehört. Und damit jeden betrifft.

Koppermann und ihre Mitstreiterin Petra Hahn luden die Gäste zum Kulturprogramm der Kita und der Schule, zu einem begleiteten Elterncafé und zum Besuch der Marktstände ein, an denen sich zum Beispiel als wichtigste Netzwerkpartner die Grundschule und die Kita „Eichhörnchen“, das Amt, aber auch die Bibliothek, die CJD-Elternschule aus Perleberg, das DRK-Bürgerhaus und der Pflegedienst Pusteblume präsentierten.

Mäßig viel essen, aber regelmäßig

„Essen heißt nicht allein, den Hunger zu stillen“, so Koppermann zu Beginn des Nachmittags. Essen bedeute auch Gesellschaft, Miteinander und Genuss. „Für Jugendliche muss Essen schnell gehen, preiswert und hip sein.“ Der übermäßige Konsum von Fertiggerichten habe aber auch Essstörungen zur Folge.

Wie es anders geht, zeigte Ernährungsberaterin Linda Otto aus Putlitz. Sie stellte mit den Kindern und Eltern eine Liste zusammen, die auf der einen Seite gesunde, auf der anderen nichts so gesunde Lebensmittel enthielt. Vier goldene Regeln gab sie den Zuhörern mit auf den Weg: „Essen Sie mäßig, aber regelmäßig“, lautete die erste. Dabei solle auf eine ausgewogene Zusammenstellung zwischen Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten geachtet werden.

Regeln sind besser als Verbote

„Seien Sie Ihren Kindern ein Vorbild und üben Sie Geduld“, riet die Ernährungsberaterin den Eltern. Kinder können bis zu 15 Mal ein neues Gericht probieren, bevor sie feststellen, dass es ihnen schmeckt. „Ich teste das gerade bei meiner Tochter mit Brokkoli, das zieht sich schon seit mehreren Jahren hin“, erzählte Otto. Mit Leckereien wie Nutella, fettreichen Snacks oder anderen eher ungesunden Angeboten sollten Eltern sparsam umgehen – so die dritte Regel. „Aber ganz wichtig ist: Es gibt keine Verbote“, betonte Linda Otto. Denn Verbote machen eine Speise erst recht interessant für die Kinder. Vielmehr könne man als Eltern mit Regeln arbeiten, zum Beispiel, dass es nach jeder Mahlzeit einen kleinen Nachtisch gibt.

Was gibt’s bei euch zum Frühstück? Linda Otto deckte mit den Kindern den imaginären Tisch. Quelle: Beate Vogel

Als vierten Tipp gab Otto den Eltern mit auf den Weg: „Verbinden Sie Essen nicht mit Erziehung.“ Es sei ungesund, Essen mit Gefühlen zu verknüpfen. Ein Beispiel: „Geht es Dir schlecht, iss ein Eis.“ Erst dadurch entstehen laut Otto Verhaltensweise wie Frust- oder Stressessen. Das bekomme man ein Leben lang nicht wieder heraus.

Netzwerk zufrieden mit der Resonanz

Zusammen mit einigen Kindern deckte Linda Otto einen imaginären Frühstückstisch: Auf großen Karten hatte sie allerlei Angebote parat, die die Kinder auf den Tisch legen beziehungsweise an die kleine Tafel heften sollten. Lieber Käse, Vollkornbrot, Müsli, Milch und Nutella? Oder doch besser Tee, Wasser, Marmelade, Wurst und Brötchen? Lieber Obst oder besser Gemüse? Zusammen wechselten Linda Otto und die Kinder, die doch sehr unterschiedliche Vorstellungen vom gesunden Frühstück hatten, das eine oder andere Foto aus. Magere Hähnchenbrust ersetzte dabei fette Salami, Honig gab es statt Nutella.

Dann ging es an die Praxis: Einige Kinder hatten mit ihren Erzieherinnen einen Tisch mit gesunden Häppchen vorbereitet, die jeder probieren konnte. Da gab es Schnittchen mit Tomatenbutter, Gemüsesticks mit Frischkäse, Obst oder Kräuterkäse. Im Elterncafé holten sich interessierte Eltern Tipps, an den Ständen konnten sich die Besucher außerdem zum Thema beraten lassen.

Anja Koppermann zeigte sich gestern im Gespräch mit der MAZ vollauf zufrieden mit der Resonanz auf die erste öffentliche Veranstaltung des Netzwerkes. Geboten wurde eine Mischung aus Zuhören, Mitmachen und Ausprobieren. „Wir sind ohne Erwartungen herangegangen und wurden nun so positiv überrascht“, sagte sie.

Service: Zu erreichen sind die Netzwerkkoordinatorinnen Petra Hahn und Anja Koppermann per Email über nw-kind-meyenburg@gmx.de.

Von Beate Vogel

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