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Meyenburg Gemeindehaus erhält alten Charme zurück
Lokales Prignitz Meyenburg Gemeindehaus erhält alten Charme zurück
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17:02 05.07.2018
Schönes Ensemble: das einstige Schulhaus mit dem Nebengebäude in Brügge. Quelle: Beate Vogel
Brügge

Obwohl die Sanierungsarbeiten am Gemeindehauses in Brügge (Amt Meyenburg) auf Hochtouren laufen, lässt das Gebäude einen gewissen Charme erkennen. „Wir haben die alten Dachreiter wieder verwendet“, sagt Meyenburgs Bauamtsleiterin Uta Nebert und zeigt auf den Dachfirst, wo sich in regelmäßigen Abständen schneckförmige Schmuckelemente kringeln.

Zwischenwand für den Lift

Etliche Baufirmen aus der Region sind mit den Bauarbeiten am einstigen Schulhaus befasst, die die Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf in Auftrag gegeben hat. Jeden Donnerstag treffen sich Bauamtsleiterin Nebert und Planer Bernd Rohmann aus Freyenstein zur Bauberatung. Die bisherige Eingangstür ist längst Geschichte. Wo die Treppe zum Gemeinderaum führte, wurde eine Zwischenwand gemauert. „Hier soll der Lift installiert werden, damit die Besucher auch barrierefrei ins Haus kommen“, erklärt Nebert.

Mitarbeiter der Firme Lutz Gasow mauern die Treppe an der ursprünglichen Tür neu auf. Quelle: Beate Vogel

Inzwischen sind bis auf eine Giebelseite neue Holzfenster eingebaut und der Elektriker ist fertig. An der originalen Eingangstür mauern die Mitarbeiter der Baufirma Lutz Gasow die neue Treppe auf. Die Holztür selbst ist zur Aufarbeitung verschickt worden. Im Inneren des Gemeindehauses werden der Gemeinderaum, eine Küche, Sanitäranlagen und ein kleines Heimatmuseum eingerichtet.

Viele Balken wurden ersetzt

Für erhebliche Zusatzkosten und auch für Verzögerungen sorgte der marode Zustand des Dachstuhls. „Da oben war eine Wohnung und alles verkleidet, da haben wir erst später gesehen, wie die Balken aussahen“, so die Bauamtsleiterin. Inzwischen ist das Dachgeschoss ein einziger großer Raum, durch den rohe Balken führen. „Wir haben versucht, das alte Holz zu erhalten“, sagt der Planer.

An einigen Stellen war das aber kaum möglich: Auf der Mauerkrone, die das Gebälk trägt, mussten fast alle Balken ersetzt werden. „Alles war stark beschädigt durch Schwamm“, erklärt der Planer. Die Bauamtsleiterin bestätigt: „Der Aufwand war hier viel höher als geplant.“ Der große Raum könnte später mit Billardtisch und Tischtennisplatte ein Freizeitraum werden. Die Dachfenster wurden in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde eingebaut. Sie erlauben jetzt einen schönen Blick auf die Persiuskirche.

Der große Raum im Dachgeschoss soll später ein Freizeitraum werden. Quelle: Beate Vogel

 

Wie hoch die Mehrkosten sein werden, wird die Endabrechnung zeigen. Sicher ist: „Wir müssen dieses Jahr fertig sein.“ Und zwar nicht nur mit dem Hauptgebäude, sondern auch mit dem Nebengelass. Der kleine Ziegelbau wurde fast komplett entkernt. Für die Sanitäreinrichtungen, die das Gebäude beherbergen soll, musste laut Nebert auch eine Grundrissänderung vorgenommen werden.

Die Gemeindevertretung möchte die Toiletten anbieten können, wenn rund um die Kirche und das Gemeindezentrum Feste oder Kulturveranstaltungen stattfinden, hatte Bürgermeisterin Astrid Eckert in der jüngsten Gemeindevertretersitzung erklärt.

Fundament musste repariert werden

Auch das Fundament – teils aus Feldsteinen, teils gemauert –musste repariert werden. „Und wir haben den kompletten Dachstuhl erneuert“, so Nebert. Die Giebelwände des ehemaligen Schuppens drohten nach außen zu fallen. Jetzt haben beide Gebäude eine neue Dacheindeckung, wobei am Gemeindehaus die alten Biberschwänze wieder verwendet wurden.

Das Nebengebäude musste fast komplett entkernt werdem. Quelle: Beate Vogel

Die Kosten für den denkmalgerechten Um- und Ausbau des ehemaligen Schulhauses wurden mit 715 000 Euro veranschlagt – allerdings sind die Schäden im Dachstuhl darin nicht enthalten. Über das Agrarministerium gibt es aus dem Leader-Programm eine Fördersumme von 421 000 Euro, das sind 75 Prozent der Gesamtkosten. Den Eigenanteil von 294 000 Euro bringt die Kommune auf.

In den Um- und Ausbau des Nebengebäudes sollen laut Kostenvoranschlag insgesamt noch einmal knapp 232 000 Euro investiert werden. Auch hier fördert das Agrarministerium mit 174 000 Euro.

Von Beate Vogel

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