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Meyenburg Wechsel in der Kämmerei
Lokales Prignitz Meyenburg Wechsel in der Kämmerei
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00:20 15.07.2018
Die bisherige Kämmerin im Amt Meyenburg, Sigrun Kern (l.) geht in den Ruhestand, ihre Nachfolgerin wird Jeannette Göpp. Quelle: Beate Vogel
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Meyenburg

Als Kämmerin braucht man ein dickes Fell. „Sie müssen hart bleiben können“, sagt Sigrun Kern. Sie muss es wissen: 24 Jahre lang war sie die Chefin in der Kämmerei der Meyenburger Amtsverwaltung, diskutierte mit Kommunalpolitikern und Fachämtern, ob für deren Wünsche genug Geld da ist. Jetzt verabschiedet sich die 63-Jährige in den Ruhestand. Zuvor arbeitet sie ihre Nachfolgerin Jeannette Göpp ein.

Sigrun Kern kam als Seiteneinsteigerin in die Meyenburger Amtsverwaltung. „Gelernt habe ich Diplomlandwirtin für Tierproduktion“, erinnert sie sich. Bis zur Wende habe sie in dem Beruf gearbeitet. Dann ging sie in die Verwaltung – zunächst ins Hauptamt in Putlitz. Sigrun Kern machte dafür eine Beamtenanpassungsqualifizierung.

Man kann es nicht allen recht machen 

„Im November 1994 habe ich in Meyenburg angefangen, 96/97 die nächste Qualifikation gemacht.“ Seitdem obliegt der Kämmerin für die fünf Gemeinden im Amtsbereich Meyenburg die Haushaltsplanung. Mitunter machte sie sich auch schon mal unbeliebt, wenn es um nötige harte Sparmaßnahmen ging. „Damit muss man leben“, sagt sie, „man kann es nicht allen recht machen.“ Die Zahlen müssten schließlich stimmen.

Zahlen mag Sigrun Kern am liebsten, wenn sie nicht Rot sind – im übertragenen Sinn. „Es geht bei unserem Job darum, dass alles rund läuft“, erklärt sie. Immer im Herbst gehen in der Kämmerei die Wünsche der Gemeindevertretungen und die Projekte oder Anschaffungen etwa im Baubereich, beim Brandschutz oder in der Kultur ein. Dann wird darüber diskutiert, was geht und was nicht. „Haushaltsplanung ist immer schwierig“, so Sigrun Kern.

Manchmal ist kein Geld mehr da

Wird wegen eines Defizites ein Haushaltssicherungskonzept nötig, ist eine Kommune äußerst strengen Vorschriften unterworfen. Als 2008 in Brandenburg die zentralörtliche Gliederung geändert wurde und Meyenburg plötzliche kein Grundzentrum mehr war, standen jährlich rund 200000 Euro weniger Schlüsselzuweisungen im Etat zur Verfügung. Die Stadt Meyenburg musste für mehrere Jahre einen Haushalt mit Sicherungskonzept umsetzen. „Das war hart“, erinnert sich Sigrun Kern. Die Meyenburger mussten Steuern anheben und für freiwillige Aufgaben war ab sofort kein Geld mehr da.

Ähnlich war es in Kümmernitztal. Die lange als kleinste Gemeinde Brandenburgs geltende Kommune hat auch einen kleinen Haushalt. Ein unverhofft langer und schneereicher Winter warf den ganzen Haushaltsplan über den Haufen: Die zusätzlichen Kosten für den Winterdienst hatten ein Defizit und in den Folgejahren ein Sicherungskonzept zur Folge.

Gremien haben eine gute Qualität

Inzwischen sind diese Ereignisse überwunden. Die Zusammensetzung der vier Gemeindevertretungen und der Stadtverordnetenversammlung Meyenburg habe laut Sigrun Kern vor allem seit der letzten Kommunalwahl eine gute Qualität. Auch in der Kämmerei arbeite die 63-Jährige jetzt gern: „Vor allem, seit ich einen grundehrlichen und kollegialen Chef habe“, sagt sie mit Blick auf Amtsdirektor Matthias Habermann. In dem verjüngten Team fühle sie sich wohl.

Eine ganz neue Kollegin ist bekanntlich Jeannette Göpp. Sie ist seit 1. Mai in der Abteilung und wird von Sigrun Kern eingearbeitet. Die 45-Jährige arbeitete als gelernte Bankkauffrau und Sparkassenbetriebswirtin 26 Jahre lang bei der Sparkasse in Pritzwalk. Demnächst beginnt sie eine berufsbegleitende Qualifikation zur Kommunalen Finanzbuchhalterin.

Kern geht mit gutem Gefühl

Schon als Stadtverordnete im Meyenburger Parlament – ihr Mandat hat sie niedergelegt –habe sie sich für die Zahlen interessiert, war immer bestens vorbereitet in den Haushaltsdiskussionen. „Wenn ich etwas mache, dann richtig“, sagt die 45-Jährige. Deshalb weiß Jeannette Göpp auch, „wie man sich auf der anderen Seite fühlt“, wenn man als Laie über die Zahlen in einem Haushaltsentwurf entscheiden soll.

Kämmerin Kern hatte bisher immer einen übersichtlichen Vorbericht mit den wichtigsten Daten angefertigt: „Die Abgeordneten machen das ja alle ehrenamtlich“, begründet sie. „Das werde ich so beibehalten“, sagt Jeannette Göpp. Sie sei sehr sparsam, vor allem, wenn sie mit fremdem Geld arbeite. Sigrun Kern könne auch deshalb jetzt mit einem guten Gefühl in den Ruhestand gehen, sagt sie.

Von Beate Vogel

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