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Meyenburg Oper mit Herz und aus dem Bauch heraus
Lokales Prignitz Meyenburg Oper mit Herz und aus dem Bauch heraus
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18:17 30.07.2018
Die Chilenin Claudia Lepe ist mit einer wunderschönen Alt-Stimme gesegnet. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

Es war mal wieder der Tag für die italienischen Momente bei der Lotte-Lehmann-Akademie, der traditionelle Tag des „Belcanto e buon gusto“, seit die Akademie vor zehn Jahren gegründet wurde. Im Saal des Ristorante L’Italiano in Perleberg zeigten acht angehende Sängerinnen und Sänger am Sonntagabend ihr Können – es war das zweite Konzert der Akademie-Teilnehmer, nachdem sie tags zuvor in Groß Gottschow begeistert hatten.

„Belcanto e buon gusto“, zu deutsch „Schöner Gesang und guter Geschmack“, war mal wieder das passende Motto für den Abend den Teilnehmer der Lotte-Lehmann-Akademie im aal des Perleberger Restaurants L’Italiano gestalteten. Beeindruckende Stimmen füllten den Raum, der selbst wie aus einer italienischen Oper entsprungen scheint. Hier einer Galerie der Sänger und der Eindrücke.

Es sind großartige Stimmen, eine wie die andere, und es sind offenbar auch alles sehr eigene Persönlichkeiten, die sich da diesmal dem Publikum präsentieren. Da ist zum einen Maximilian Klakow. Der 26-Jährige ist ein Kind der Prignitz und abgesehen von seinem früh erkannten und geförderten musikalisch-gesanglichen Talent auch mit einer komödiantischen Begabung gesegnet.

Ein dickes Dankeschön gab es nach dem Konzert an die Restauntbetreiberfamilie: Giancarlo, Mena und Tino erhielten ein Geschenk. Quelle: Bernd Atzenroth

Da ist zum anderen die Russin Ekaterina Zhuravleva, die mit ihrer Interpretation von „Si, mi chiamano Mimi“ aus Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“ bei dem ein oder anderen Besucher für eine Gänsehaut sorgte. Oder man nehme den chilenischen Tenor Ricardo Gálvez, der mit einer hör- und sichtbaren Inbrunst Franz Schuberts Lied „Du bist die Ruh“ interpretierte. Man kann die Reihe fortführen.

Denn egal ob Ingrid Leyton Sepulveda oder ihre chilenische Landsfrau Claudia Lepe – sie beeindruckten allesamt mit großer Bühnenpräsenz und hervorragenden Gesangsdarbietungen. Christian Reyes überzeugte mit einem runden Bassbariton, und Jasmin Désirée Schaff mit einem sehr sauberen Mezzosopran.

Angelo Raciti singt diesmal nicht

Eine andere Stimme wird sicher bald wieder großartig, doch Angelo Raciti bekommt derzeit wegen einer Stimmbandlähmung kaum einen Ton heraus. Zwar weiß der künstlerische Leiter der Lotte-Lehmann-Akademie, dass all seine gesanglichen Fähigkeiten wiederkommen werden, doch das ist eine Frage der Zeit. Für die diesjährigen Akademie-Konzerte reichte es jedenfalls noch nicht.

Und so mussten die Besucher diesmal auch auf seine kenntnisreichen Erläuterungen zu den einzelnen Opernarien verzichten. Um dies etwas aufzufangen, waren die gesungenen Originaltexte mit deutscher Übersetzung auf einem Din-A-4-Blatt zusammengefasst, das alle Besucher zusammen mit dem Programm des Tages bekamen – eine gute Orientierungshilfe. Kaum sichtbar und doch immer tragend dabei waren abwechselnd am Flügel Scott Curry, William Girard und Hans-Jörg Neuner.

Nach dem Konzert gab es für die Sängerinnen und Sänger den verdienten Applaus des Publikums. Ohne Zugaben kamen sie auch nicht von der Bühne. Quelle: Bernd Atzenroth

Besonders intensiv wurde es zum Abschluss, als die acht Stimmen zum gemeinsamen Chorgesang zusammenkamen. Das Publikum, darunter die Landtagsabgeordnete Clara Geywitz (SPD), Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura, einige Dozenten und Opernregisseure, ließ die Sängerinnen und Sänger nicht ohne Zugaben von der Bühne. Eine besondere Zugabe gab es zum Schluss für diejenigen, die solche italienischen Momente mit dem passenden Essen ermöglichen: Annett Jura und Angelo Raciti hatten für die Betreiberfamilie, die für Annett Jura mittlerweile eine Perleberger Familie ist, ein Gastgeschenk – so sollen Mitstreiter der vergangenen zehn Jahre bedacht werden.

„Kultur ist wichtig für so eine kleine Stadt“

Giancarlo Romano, sein Onkel Modestino Crescenzo, genannt Tino, und dessen Frau Filomena Migliaro, genannt Mena, sind allesamt Fans der italienischen Oper und strahlten vor Freude. „Kultur ist wichtig für so eine kleine Stadt“, findet Tino.

Und Angelo Raciti sieht wieder einmal den Beweis dafür angetreten, dass Oper keine abgehobene Elitenkultur ist, sondern erst richtig lebt, wenn sie von Herzen und aus dem Bauch heraus kommt.

Von Bernd Atzenroth

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