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Meyenburg Schloss Meyenburg ganz groß in Mode
Lokales Prignitz Meyenburg Schloss Meyenburg ganz groß in Mode
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00:20 12.12.2018
Hingucker: Die östliche Fassade des Schlosses mit den beiden dominanten Giebeln. Quelle: Stephanie Fedders
Meyenburg

Jeden Tag öffnen wir im MAZ-Adventskalender ein Türchen und erzählen die Geschichte eines besonderen Gebäudes aus der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Heute geht es um das Schloss Meyenburg.

Zwischen Otto und Wichard, Willi und Josefine passen eine Menge Geschichten, die alle mit dem Schloss Meyenburg zu tun haben. Angefangen im Mittelalter, haben bis heute Adlige und Bürger, Mächtige und Engagierte, Prominente und weniger Bekannte ihre Spuren am und in diesem prächtigen Gebäude hinterlassen – da lohnt ein Blick hinter die Kulissen.

Erste Burgherren waren Markgrafen

Lange bevor an der Autobahn 24 ein Schild mit dem Hinweis „Modemuseum Schloss Meyenburg“ aufgestellt wurde und dem Reisenden signalisieren soll, dass es hier etwas zu sehen gibt, waren die ersten Besitzer froh, wenn überraschender Besuch besser ausblieb.

Für die Markgrafen von Brandenburg, Otto V. und Otto VI., auf einer Urkunde von 1285 als erste Burgherren vermerkt, war die ursprünglich errichtete Wasserburg nämlich zum Schutz ihres Territoriums errichtet. Die Meyenburger Grenzfeste sollte Eindringlinge aus dem Mecklenburgischen abschrecken.

Die Nachbarn aus dem Norden mag das beeindruckt haben, keine 100 Jahre später schickte sich aber eine Familie aus Bayern an, die „Meyenburg“ in Besitz zu nehmen. Das Adelsgeschlecht derer von Rohr ließ sich nieder und machte aus der Festung Schritt für Schritt ein Herrenhaus mit zwei Flügeln und zwei Geschossen.

Im Modemuseum finden häufig Ausstellungen statt. Quelle: Kerstin Beck

Für den Bau wurde ein für Norddeutschland typisches und stilprägendes Material verwendet: Backstein. Allerdings wurden auch Teile der ehemaligen mittelalterlichen Stadtbefestigung mit einbezogen, was sich bis heute sehr gut am so genannten Hungerturm festmachen lässt.

Mehrfach wurde das gemeinsam mit dem Schlosspark unter Denkmalschutz stehende Gebäude umgestaltet – so Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu der Zeit war die norddeutsche Renaissance in Mode und das Haus erhielt seine bis heute die östliche Fassade zierenden prächtigen Giebel.

Seit 2006 ein Haus für Mode

Wichard von Rohr ereilte das Schicksal, als letzter Schlossherr 1914 im Ersten Weltkrieg zu fallen – das finale Kapitel dieser Familiengeschichte wurde zugeschlagen. Es folgten die für Schlösser und Gutshäuser in der Mark so typischen Nutzungen: Während der NS-Zeit waren SA-Sportschule und Abteilungen des Reichsarbeitsdienstes untergebracht, nach dem Krieg Flüchtlinge, später war das Schloss Schule und Kindergarten.

Josefine Edle von Krepl drückte dem Schloss 2006 einen bis heute gut sichtbaren Stempel auf und erkor einen Großteil der Räume als neues Zuhause für ihre einzigartige Sammlung an wertvollen Kleidungsstücken. Neben dem Modemuseum nutzt die Stadt als Eigentümer des Ensembles das Haus für ihre Bibliothek.

Heizungsanlage aus dem Mittelalter

Dritter im Bunde ist der Freundeskreis Schloss Meyenburg, Träger des Schlossmuseums, in dem Meyenburger Geschichte gezeigt wird. Willi Runge vermachte dem Museum seinen Nachlass, der Besuchern einen authentischen Blick in sein Leben erlaubt.

Schloss Meyenburg gehört zu den Zeitschätzen der Prignitz und ist einer von sechs zentralen archäologischen Orten im Landkreis. Der bei Ausgrabungen 2004 entdeckte „Dreikönigsring“ und eine Heizungsanlage aus dem Mittelalter warten darauf, neu entdeckt zu werden. Es ist das Potenzial, mit dem das Schloss gemeinsam mit allen Angeboten und Akteuren auch in Zukunft ein lohnendes Ziel für Gäste bleibt. Da kann die nächste Ausfahrt nur heißen: Meyenburg.

Lesen Sie auch unsere anderen Geschichten zu den Adventskalender-Türchen:

1. Dezember: Der Paulinenauer Bahnhof in Neuruppin der die Eisenbahn brachte.

2. Dezember: Wie die Pritzwalker Tuchfabrik zum Symbol für die Industrialiserung wurde.

3. Dezember: Die Geschichte der Siechenhauskapelle in Neuruppin.

4. Dezember: Einst Vorwerk, heute Kulturgutshaus – die Geschichte des Gutshauses in Köpernitz.

5. Dezember: Das Gaswerk in Neustadt – eine Industriegeschichte mit ganz viel Energie.

6. Dezember: Das Telschow’sche Haus in Wittstock: Wo vor 330 Jahren die Postkutsche Halt machte.

7. Dezember: Der Tempelgarten mit Apollotempel in Neuruppin – Kronprinz Friedrichs Protestnote gegen den Soldatenkönig.

8. Das Herbstsche Haus in Wusterhausen – vom Kaufmannsladen zum Kulturzentrum

Von Stephanie Fedders

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