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Meyenburg Modemuseum feiert sein Zwölfjähriges
Lokales Prignitz Meyenburg Modemuseum feiert sein Zwölfjähriges
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17:16 30.05.2018
Vor zehn Jahren feierte das Modemuseum die Auszeichnung „Ausgewählter Ort im Land der Ideen 2008" – natürlich mit einer Modenschau. Quelle: Beate Vogel
Meyenburg

Wenn Chansonnier Henry de Winter im Modemuseum Schloss Meyenburg Lieder wie „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ singt, ist das wie eine Zeitreise. Der Sänger im schwarzen Frack, mit Monokel und Gehstock hat sich den 1920er bis 1940er Jahren verschrieben – in Habitus, Stimmlage und Lebensweise, ganz und gar. Henry de Winter wird am Samstag, 9. Juni, ab 18 Uhr im Festsaal des Schlosses Meyenburg singen. Dann feiert das Modemuseum seinen 12. Geburtstag.

Rhythmisch begleitet wird der Berliner Sänger von jungen Damen, die Mode der Designerin Monika Peters, geschaffen im Stil der Goldenen 20er Jahre, vorführen, kündigt Museumsleiterin Irena Berjas an. Die Festkleider mit tiefen Taillen sind über und über mit winzigen Perlen bestickt.

Zeitgleich wird die Sonderausstellung „70er Jahre Flitter…“ mit Festkleidern aus dem Jahrzehnt eröffnet. Die Festveranstaltung, zu der der Verein Modemuseum Schloss Meyenburg einlädt, wird über den Prignitz-Sommer gefördert.

Berlinerin gründete das Museum

Gegründet hat das Museum Josefine Edle von Krepl. Sie sammelte über mehr als fünf Jahrzehnte Alltagskleider, die sie in verschiedenen Depots lagerte. In Meyenburg fand die Berlinerin einen Ort, an dem ihre einzigartige private Sammlung in einem Museum der Öffentlichkeit präsentiert werden konnte.

Bis es so weit war, mussten die Räume im Schloss restauriert und saniert werden. Was mit regelmäßigen Sonderausstellungen begann, mündete am 4. Juni 2006 in einen großen Festakt: Vor dem Schlossportal schnitten Josefine Edle von Krepl, die damalige Kulturministerin Johanna Wanka, die einstige Amtsdirektorin Katrin Lange und Bürgermeister Falko Krassowski das Band durch. Das Meyenburger Modemuseum war eröffnet.

Zugleich öffnete das heutige Schlossmuseum seine Pforten. Die vom Freundeskreis Schloss Meyenburg geführte Ausstellung zeigt einen geschichtlichen Abriss anhand des Schicksals Willi Runges und würdigt die einstigen Schlossherren in der „Rohr’schen Stube“.

Einzigartige Sammlung

Das Modemuseum gilt als einzigartig in Deutschland. Nur hier finden sich Originale großer Designer, aber auch Alltagskleider aus der Zeit von 1886 bis etwa 1970. Zu sehen sind Kleider, Hüte, Taschen, Schuhe und viele andere Accessoires. Sogar zeitgenössische Unterwäsche ist dabei. Jüngere Modelle sammelte die Museumsgründerin nicht mehr.

„Alles, was danach kam, war grässlich“, hat Josefine Edle von Krepl einmal über die spätere Mode gesagt. Für von Krepl, die mit Anfang 60 aus Berlin in die Prignitz zog, erfüllte sich ein Lebenstraum. Zu fast jedem Stück kann die Sammlerin Geschichten erzählen.

Als Josefine von Krepl 2015 in den Ruhestand ging, übernahm der neue Trägerverein den Betrieb des Modemuseums. Mithilfe von Förderern und Sponsoren kaufte die Stadt einen Teil der Sammlung. Dieser wird heute im Schloss gezeigt. Irena Berjas führt seit März die Geschicke des Museums. Sie will die Sammlung geschichtlich aufarbeiten, zu jedem Stück etwas erzählen können. „Das Museum soll ein lebendiger Ort sein“, sagte sie.

Der Eintritt zum Konzert mit Henry de Winter am Samstag, 9. Juni, ab 18 Uhr im Schloss Meyenburg kostet 20 Euro. Reservierungen werden unter 033968/50 89 61 oder per Email über kontakt@modemuseum-schloss-meyenburg.de entgegen genommen.

Von Beate Vogel

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