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Meyenburg Nach Beschwerde von Gartenbesitzerin: Förster siedelt 100.000 Ameisen um
Lokales Prignitz Meyenburg Nach Beschwerde von Gartenbesitzerin: Förster siedelt 100.000 Ameisen um
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00:23 19.04.2019
Olaf Bergmann (links) und Peter Linke betätigten sich als Umzugshelfer für die 100 000 Ameisen. Quelle: Stephanie Fedders
Halenbeck

Marion Wesenberg hat ein großes Herz für Tiere. Fünf Katzen dürfen bei ihr wohnen. Die Gartenvögel bekommen leckeres Futter und wenn aus dem nahe gelegenen Wald ab und zu mal Rehe vorbeischauen, dann ist die Idylle am Rande von Halenbeck perfekt.

Traumlage für Ameisen mit Sonne satt im Garten

Wie gut es sich leben lässt am Ende der Waldstraße, hat sich schnell herumgesprochen. Vor zwei Jahren entdeckte Formica polyctena den Garten mit der großen Linde. Der erste Eindruck muss so überzeugend gewesen sein, dass die 100 000-mitgliederstarke Großfamilie nicht lange überlegte und sich in dieser Traumlage mit Sonne satt ihr Domizil errichtete.

Nur wenige Millimeter groß, die kahlrückige Waldameise. Quelle: Stephanie Fedders

Als Marion Wesenberg die fleißigen Baumeister sah, hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Handelte es sich doch um kleine rote Waldameisen, genauer gesagt um kahlrückige Waldameisen. Die alten Bahnschwellen, die das Beet abstützten, hatten es ihnen angetan und ersetzten den Baumstumpf, der normalerweise als Nestbasis dient. Eine Weile ließ die Hausherrin ihre Untermieter gewähren, doch dann wurde es ihr zu viel.

Das Nest lag nur wenige Meter vom Haus entfernt und somit mittendrin im Aktionsradius der Ameisen. Der kann bis zu 50 Meter betragen und die Sechsbeiner scheuen weder Aufwand noch Risiko, ihre Umgebung zu erkunden. Sehr zum Leidwesen von Marion Wesenberg.

„Sie krabbeln überall hinein“

„Einige waren auf der Terrasse und im Haus mal gucken gewesen“, erinnert sie sich, musste mit der Zeit dann aber feststellen: „Sie krabbeln überall hinein.“ Und stellten ihre tierliebe Gastgeberin auf eine harte Probe.

Peter Linke hält ein Glas Gelee in Händen, dass die Ameisen nach den Strapazen des Umzugs als erste Nahrung bekommen. Quelle: Stephanie Fedders

Marion Wesenberg wollte das Mietverhältnis beenden und suchte Hilfe beim Landesverband der Deutschen Ameisenschutzwarte. Hier wurde sie „sehr gut beraten“ und nahm Kontakt auf zu Revierförster Olaf Bergmann sowie zu seinem Kollegen Peter Linke – selbst Förster und Ameisenexperte.

Ausgestattet mit Säge, Schaufel und jeder Menge Fässer rückten die beiden am Dienstagmorgen als Umzugshelfer in Halenbeck an. „Wir müssen früh anfangen, damit wir nicht über und über mit Ameisen voll sind“, erklärte Peter Linke. Der Plan ging auf. Noch herrschte Ruhe auf dem Anwesen.

Neue Unterkunft am Rande des Waldes

Schicht für Schicht wurde abgetragen und zum Abtransport auf den Anhänger verladen. Inklusive der arg in Mitleidenschaft gezogenen Hölzer, in denen sich die Königin versteckte.

Olaf Bergmanns Hund Bernstein übernahm die Bauaufsicht, während sein Herrchen und Peter Linke den neuen Wohnort der Ameisen einrichten. Quelle: Stephanie Fedders

Im Eiltempo ging es los. Mittlerweile war es wärmer geworden und auf dem Hänger begann das große Krabbeln. Zielsicher steuerte Peter Linke einen Platz am Rande des Waldes an – zu spät. Hier hatte sich bereits ein Staat gegründet. Rund 50 Meter weiter, am Rande des Feldes, war schließlich noch ein Baugrundstück frei.

Bergmann und Linke griffen zum Spaten und hoben das Untergeschoss aus, legten die abgesägten Schwellen mitsamt der Erde und natürlich den Ameisen hinein und bedeckten alles mit Sand. Zum Schluss verteilte Peter Linke noch zuckersüßes Gelee rund um den Bau. „Damit sie schnell etwas zu essen haben. Jetzt sind sie ja erst mal eine Weile mit dem Neubau beschäftigt.“

Hinein mit dem Holz in das neue Domizil, damit die Ameisen ihre Nestbasis wieder haben. Quelle: Stephanie Fedders

Nach Ostern kommt Peter Linke noch mal nach Halenbeck. Zur Nachsorge. Er wird dann die letzten Ameisen einsammeln, die beim ersten Umzug entwischt sind. Nicht ganz unwichtig bei solch einer Aktion, weiß Linke. „Sonst fangen die zurückgebliebenen Tiere an, einen neuen Staat zu gründen.“

Bei aller Tierliebe – das wäre so ziemlich das Letzte, was Marion Wesenberg gebrauchen kann.

Von Stephanie Fedders

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