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Meyenburger Kiesgrube bald wieder frei

Bau einer Solaranlage geplant Meyenburger Kiesgrube bald wieder frei

Nach Jahren des Dornröschenschlafs tut sich jetzt an der Kiesgrube in Meyenburg wieder etwas. Ein Investor aus Süddeutschland möchte dort eine Solaranlage bauen. Vorher muss das Areal aber von illegal entsorgtem Bauschutt und anderem Müll befreit werden.

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Weiter Blick: Mit einer Ausnahmegenehmigung konnte die Kiesgrube schon entbuscht werden.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. An der Kiesgrube in Meyenburg wird seit einigen Tagen gearbeitet: Die Firma IBC Solar aus Süddeutschland möchte im nächsten Jahr auf dem Gelände eine Photovoltaikanlage bauen. Unabhängig davon müsse die Fläche „unter anderem von illegal entsorgtem Müll und belastetem Erdmaterial befreit werden“, teilte das Unternehmen mit. Gerade ist das Buschwerk auf der Fläche entfernt worden. Das hat Ende der vergangenen Woche bereits für Ärger gesorgt: Ein Traktorfahrer muss sich wegen des Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz verantworten, meldete die Polizei. Er war mit Baumstämmen durch ein geschütztes Biotop in der Kiesgrube gefahren.

Für die Entbuschung des Geländes hat die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Prignitz eine Ausnahmegenehmigung erteilt, erklärt Marcus Pankow, der in der Behörde für Biotop- und Artenschutz zuständig ist. „Sie gilt für Amphibien, Frösche und die Zauneidechse.“ Die Firma IBS hatte den entsprechenden Antrag gestellt. „Der Solarpark spielt aber aus unserer Sicht dabei erst einmal keine Rolle“, so Pankow. Durch die Entbuschung soll erreicht werden, dass für die Eidechsen wieder besonnte Stellen entstehen, vor allem an den Hängen der Kiesgrube.

Nach wie vor liegt in der Kiesgrube illegal entsorgter Müll

Nach wie vor liegt in der Kiesgrube illegal entsorgter Müll.

Quelle: Beate Vogel

Bevor die Räumarbeiten begannen, entstanden in den Randbereichen der Kiesgrube neue Lebensräume für die Tiere. „Da die Echsen eine sonnige und trockene Umgebung benötigen, werden verschattende Gehölze entfernt, zahlreiche Totholz- und Steinhaufen angelegt und Kleingewässer geschaffen“, teilt die Firma mit. Ein Teil der Eidechsen war im Vorfeld laut Pankow eingesammelt und in die neuen Habitate umgesiedelt worden. Die Alttiere seien aber zum Teil schon in der Winterruhe in den alten Bauschutthaufen, so der Mitarbeiter. Dort sollen sie auch bleiben. Die Jüngeren können noch umgesetzt werden.

Bis Dezember werden die Arbeiten an den Ersatzhabitaten voraussichtlich dauern, schätzt die Investorfirma. Die Räumung der belasteten Erde und des deponierten Bauschutts soll bis zum Frühjahr 2016 abgeschlossen sein. Der Solarpark, den IBC errichten möchte, soll eine Leistung von 7,45 Megawattpeak haben. Damit könnten 2400 Haushalte im Jahr versorgt werden.

Illegale Müllentsorgung

Seit Jahren dient die Kiesgrube Meyenburg dem einen oder anderen Bürger als illegaler Müllablageplatz. Im Herbst 2012 hatten sogar das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt. Sie waren in erster Linie Baubruchabfällen auf der Spur, die dort abgekippt worden waren. Rund 3000 Kubikmeter illegal abgelagerter Müll wurden gefunden.

Die Idee, in der Kiesgrube eine Solaranlage zu installieren, ist bereits einige Jahre alt. 2012 hatte sich die Firma Scatec Solar aus Regensburg für ein solches Projekt interessiert, sprang dann aber ab, weil sich zum einen die Einspeisevergütung verschlechterte und zum anderen der Netzanschluss ungeklärt war.

Nun gibt es mit der Firma IBC Solar aus Bad Staffelstein einen neuen Interessenten.

Schon seit Jahren suchen die Meyenburger nach einer Lösung für das Areal, das an einem Wald im Nordwesten der Stadt liegt. „Den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan haben wir schon 2012 gefasst“, erinnert sich Bauamtsleiterin Uta Nebert. Noch hat das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe die Hoheit über die Fläche. „Von dort wurde eine Frist zur Räumung und Sanierung gegeben“, weiß Uta Nebert. Parallel arbeitet das Bauamt an einem Bebauungsplan mit Umweltbericht. „Dann können wir den Satzungsbeschluss fassen, wenn die Kiesgrube aus dem Bergrecht entlassen wurde“, erklärt Nebert. Auch eine Änderung des städtischen Flächennutzungsplanes ist nötig, damit in der Kiesgrube eine Solaranlage gebaut werden kann: „Momentan ist die Fläche ja als Vorrangfläche für Rohstoffe verzeichnet“, so die Bauamtsleiterin. Dieser Vorrang müsse nun geändert werden. Die Stadt hat laut Uta Nebert die Hoffnung, dass mit der Umsetzung des Projektes die illegale Müllentsorgung in der Kiesgrube endlich aufhört.

Von Beate Vogel

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