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Meyenburger Luisenhaus feiert 105-Jähriges

Evangelische Kita lädt ein Meyenburger Luisenhaus feiert 105-Jähriges

Zum 105-jährigen Bestehen veranstalten die Evangelische Kita „Luisenhaus“ und die Kirchengemeinde ein großes Sommer- und Gemeindefest. Geboten werden Spiele, Gespräche und ein Programm im Pfarrgarten des Pfarrsprengels. Gegründet wurde die Einrichtung einst als Diakoniestation für bedürftige Frauen.

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Wildes Gewusel herrscht beim Anziehen in der Garderobe. Die Erzieherin Sylvia Bergmann behält aber die Übersicht.

Quelle: Fotos (3): Beate Vogel

Meyenburg. Mit einem großen Sommer- und Gemeindefest wollen die Mitarbeiterinnen der Evangelischen Kindertagesstätte Luisenhaus in Meyenburg am Freitag, 1. Juli, das 105-jährige Bestehen der Einrichtung feiern. „Wir beginnen um 14.30 Uhr im Pfarrgarten des Pfarrsprengels Meyenburg“, kündigte die Kita-Leiterin Doreen Trost an. Die Feier wird gemeinsam mit den Mitgliedern des Gemeindekirchenrates organisiert, die für den Kuchenbasar sorgen. Willkommen sind alle Gemeindemitglieder des Pfarrsprengels, betont Doreen Trost.

Bei Kaffee und Kuchen soll im Pfarrgarten Zeit für Gespräche und Spiele verschiedener Generationen sein: „Zum Beispiel Gummihopse und Stelzenlaufen, das viele noch von früher kennen“, so die Kita-Leiterin. Auch Kinderschminken werde angeboten. Die Kinder aus dem Luisenhaus führen ein kleines Programm auf. Die Feier soll zugleich ein Dankeschön des Kita-Teams sein an die Gemeindemitglieder, die Eltern, die benachbarte Kita „Eichhörnchen“, Karin Dibbert, die Einrichtungen der Stadt, die Feuerwehr und andere Helfer.

Morgenkreis, Lieder und Gebete

Zurzeit sind 28 der 32 Plätze der evangelischen Kita belegt. „Wobei die restlichen vier zum Sommer voll werden“, erklärt Doreen Trost und verweist auf die Anmeldungen. Vier Mitarbeiterinnen betreuen die Kleinen. Drei der Kolleginnen waren in den 1970er Jahren selbst als Kinder in der Einrichtung. Eine Hauswirtschaftskraft sorgt für die alltäglichen Kleinigkeiten, die in der Kita anfallen. Das Mittagessen bezieht das Luisenhaus von der Landküche in Meyenburg.

Das Kitagebäude mit dem Spielplatz

Das Kitagebäude mit dem Spielplatz

Quelle: Beate Vogel

Doreen Trost ist seit zehn Jahren Leiterin der Kita Luisenhaus. Sie und ihre Kolleginnen vermitteln bei der Erziehungsarbeit vor allem christliche Werte: Sie spiegeln sich beim Morgenkreis, in den Liedern, Spielen und Gebeten wider. Nicht alle Kinder sind aber aus einem christlichen Elternhaus. Zur Elternarbeit der Kita gehören gemeinsame Aktionen wie zum Beispiel die Bastelabende.

„Unsere Kinder singen auch regelmäßig bei Veranstaltungen, zu Weihnachten in der Kirche, beim Erntedankgottesdienst oder für die Schulanfänger“, erzählt Doreen Trost. Dass sie dabei recht selbstsicher wirken – wie zum Beispiel am Montagnachmittag bei der Eröffnung der 23. Brandenburgischen Seniorenwoche für das Amt Meyenburg im Schloss – könnte daran liegen, dass sie an eine große Zuhörerschar gewöhnt sind.

Einst eine Diakoniestation

Entstanden ist der Kindergarten „Luisenhaus“ aus einer Diakoniestation, die 1903 neben der Kirche gegründet wurde. Aus dem Berliner Lazarus-Diakonissenhaus wurde eine Schwester geholt. Nachdem dort zunächst ältere und kranke Menschen — vor allem Frauen — betreut wurden, stellte sich bald heraus, dass auch deren Kinder Hilfe brauchten. Einst gab es einen „Erntekindergarten“, in dem der Nachwuchs betreut wurde, wenn die Frauen auf dem Feld waren. Das wurde zur festen Institution: 1911 wurde eine zweite Schwester eingestellt, die eine Kleinkinderschule leiten sollte. Untergebracht waren die Schwesternwohnung, ein Gemeindesaal und die geplante Kleinkinderschule im einstigen Kantorat. 1911 wurde das „Luisenhaus” — nach der davor stehenden Luisenlinde benannt — umgebaut. Am 22. Oktober 1911 wurde das Gebäude offiziell eröffnet – und somit die Gründung des Kindergartens besiegelt. Rasch wuchs die Zahl der Kinder auf 30 an, so dass der Raum, der zur Verfügung stand, viel zu klein wurde. Es musste ein größerer Raum dazu genommen werden. Ab 1929 wurde für den Besuch des Kindergartens ein Schulgeld gefordert.

1992 komplett neu aufgebaut

Anfang der 1940er Jahre wurde der Kindergarten der evangelischen Kirchengemeinde beinahe weggenommen. Der Grund war ein Erlass, wonach im Dritten Reich konfessionelle Kindergärten in staatliches Eigentum übergehen sollten. Der damalige Ortspfarrer Kahle konnte dies gerade noch abwenden. Das „Luisenhaus”, das in einem alten, maroden Fachwerkhaus untergebracht war, wurde 1992 komplett neu aufgebaut – und zwar im gleichen Stil. Es liegt direkt neben der evangelischen Kirche und bietet in seinem von großen, alten Bäumen verschatteten Garten Platz zum Spielen.

Mit einer ganzen Festwoche begingen Erzieher, Eltern und Gemeindemitglieder 2011 das 100-jährige Bestehen der Kita: mit einem Kostümfest, einem Orgelkonzert und einem Märchenspiel. Unter anderem nahmen die Kinder eine etwa einstündige CD auf: Besinnliche Advents- und Weihnachtslieder sind darauf zu hören, aber auch Flötenmusiker, die Kornelia Kleinschmidt ehrenamtlich unterrichtet.

Von Beate Vogel

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