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Meyenburger feiern zwei Museen im Schloss

Eröffnung vor zehn Jahren Meyenburger feiern zwei Museen im Schloss

Mode und Geschichte können die Besucher des Meyenburger Schlosses seit zehn Jahren in den beiden Museen bestaunen. Mit einer Festveranstaltung wurde am 4. Juni 2006 das Modemuseum eröffnet, das heute deutschlandweit als einzigartig gilt. Zur gleichen Zeit öffnete das heutige Schlossmuseum seine Türen.

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Modenschau anlässlich der Preisverleihung „Ausgewählter Ort im Land der Ideen 2008“ im Modemuseum Meyenburg.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. Seit zehn Jahre locken festliche Roben, Mieder, Blusen, Hüte und Taschen die Besucher ins Meyenburger Modemuseum. Vor allem die Damen sind nach dem rund zweistündigen Rundgang über drei Etagen des Meyenburger Schlosses begeistert – und auch ein bisschen erschlagen von der Fülle des Gesehenen. Zwei Türen weiter kommen wohl die Herren eher auf ihre Kosten. Hier findet sich – in ebenso liebevoll zusammengetragenen Einzelstücken – ein geschichtlicher Abriss rund um die Wirren der Kriege bis zur DDR-Zeit. Die Eröffnung beider Museen im Schloss soll am 1. Juli mit einer großen Gala für geladene Gäste gefeiert werden.

Das Modemuseum gilt als einzigartig in Deutschland: Nur hier finden sich Originale großer Designer, aber auch Alltagskleider aus der Zeit von 1886 bis etwa 1970. Jüngere Modelle sammelte sie nicht mehr. „Alles, was danach kam, war grässlich“, hat Josefine Edle von Krepl einmal gesagt. Ihr ist die historisch wertvolle Sammlung zu verdanken, die nun die Besucher des Museums in ihre eigene Vergangenheit entführt. Von Krepl sammelt seit Jahrzehnten Kleider, Hüte, Taschen, Schuhe und viele andere modische Accessoires. Nach der Sanierung des Schlosses fand sie ab 2006 in Meyenburg ein Domizil, in dem sie die teils einzigartigen Stücke in einem wunderbaren Ambiente auch der Öffentlichkeit präsentieren konnte. Die Stadt unterstützte sie dabei. Für Josefine von Krepl, die mit Anfang 60 aus Berlin in die Prignitz zog, erfüllte sich ein Lebenstraum.

Schlichte Eleganz und weibliche Linienführung

Zu fast jedem hat von Krepl eine Anekdote parat. Manche sind ihr sogar sehr ans Herz gewachsen. So schmückte die Ausstellung im Keller mit Kleidern der 1930er und 40er Jahre das Hochzeitskleid ihrer Mutter aus Wien. Diese hatte damals in zartgelber, weich fließender Seide geheiratet. Die Mode der 30er und 40er Jahre mag die Sammlerin besonders: die schlichte Eleganz, die weibliche Linienführung, die zarten Stoffe. Begeistert ist sie aber auch vom Erfindungsreichtum der Frauen in der Nachkriegszeit. Viele raffinierte, aus Resten gefertigte Kleider, Blusen und Röcke finden sich in den Vitrinen.

Festliche Eröffnung am 4

Festliche Eröffnung am 4. Juni 2006: Johanna Wanka, Frank Szymanski, Christian Kaim, Josefine von Krepl, Falko Krassowski und Katrin Lange (v.l.) durchschnitten das Band.

Quelle: Beate Vogel

Mit wechselnden textilen Ausstellungen begann die Wahl-Berlinerin ihre Arbeit im Museum ab etwa 2003. Am 4. Juni 2006 schnitten Josefine Edle von Krepl, die damalige Kulturministerin Johanna Wanka, Amtsdirektorin Katrin Lange und Bürgermeister Falko Krassowski das Band durch: Das Meyenburger Modemuseum war eröffnet. Die Gäste hatten sich fein herausgeputzt: Die Damen trugen Hut und Kleid, bei den Herren waren hier und da auch fesche Schals zu sehen. „Ohne Hut ist man nicht richtig angezogen“, findet Josefine von Krepl. Dieser Geist zieht sich seitdem durch die regelmäßigen Veranstaltungen im Haus: Noch immer wirft man sich in Schale, wenn man zu einer Veranstaltung im Modemuseum gehen.

Ausgefallene Modenschauen

Zwei Vereine arbeiteten im Schloss: der Förderverein Modemuseum und der Freundeskreis Schloss Meyenburg. Allmonatlich organisierte Museumsleiterin Josefine Edle von Krepl Konzertabende, Vernissagen oder Lesungen, dank ihrer Kontakte zur Berliner Künstlerszene immer besonders. Lilo Wanders war zu Gast, aber auch Sintiswing und diverse Textilkünstler. Bei den ausgefallenen Modenschauen: Meist trugen Pritzwalker Gymnasiastinnen die kostbaren Kleider aus verschiedenen Epochen oder zu diversen Themen – Hochzeiten, die 40er Jahre oder die blumige Mini- und Maximode der 70er. 2008 wurde das Modemuseum „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“. Auch das würdigte von Krepl mit einer Modenschau.

Knallbunte Minikleider aus der Zeit um 1970 gibt es im Museum zu sehen

Knallbunte Minikleider aus der Zeit um 1970 gibt es im Museum zu sehen.

Quelle: Julian Stähle

Mitte 2015 ging Josefine von Krepl mit dem 71. Geburtstag in den Ruhestand. Ein schwerer Schritt für alle Beteiligten. Wenige Wochen zuvor hatte sich der neue Trägerverein gegründet, der die Museumsführung übernahm. Die Stadt kaufte einen Teil der umfangreichen Sammlung an. Nun organisieren die Vorstandsmitglieder die Veranstaltungen im Schloss. Ein angestellter Geschäftsführer – der erste musste leider wieder gehen, ein neuer ist noch nicht da – leitet die alltäglichen Dinge im Museum.

Im einstigen Heimat- und jetzigen Schlossmuseum stellte Sammler Reinhard Hahn stellvertretend am Schicksal des Meyenburgers Willi Runge die Geschichte der letzten 100 Jahre dar. Hier finden sich historische Postkarten, Alltagsgegenstände, Dokumente. Eine Abteilung ist der Familie von Rohr gewidmet, die einst ihren Sitz auf Schloss Meyenburg hatte. Verantwortlich ist der Freundeskreis.

Geöffnet sind von Dienstag bis Sonntag das Modemuseum von 11 bis 17 Uhr, das Schlossmuseum von 10 bis 16 Uhr.

Von Beate Vogel

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