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Meyenburger wollen Mitreden bei Fassadengestaltung

Stadtsanierung Meyenburger wollen Mitreden bei Fassadengestaltung

Die Meyenburger wollen im historischen Stadtkern bei Modernisierungen oder Neubauten auch weiter Einfluss auf die Fassadengestaltung haben. Die alte Gestaltungssatzung aus dem Jahr 1997 soll aber gelockert werden. Der Bauausschuss will später die Details diskutieren.

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Typisch für Meyenburg: zweigeschossige Fachwerkhäuser in der Baustraße, teils inzwischen mit glatt verputzter Fassade.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. Braucht Meyenburg auch nach dem Ende der Städtebauförderung eine Gestaltungssatzung für die Innenstadt? Mit dieser Frage befassten sich am Mittwochabend die Mitglieder des Bau- und Wirtschaftsausschusses. Immerhin ist die „Gestaltungssatzung für das Sanierungsgebiet Stadtkern Meyenburg“ aus dem Jahr 1997, erinnerte der Ausschussvorsitzende Jens Seidenkranz (Meyenburger Wählergemeinschaft). „Entweder sollten wir sie anpassen oder beschließen, dass wir gar keine wollen“, meinte er und stellte das Thema zur Diskussion.

In einer Gestaltungssatzung kann eine Kommune zum Beispiel festlegen, welche Baustoffe, Fenstertypen, Farben oder Geschosshöhen bei Sanierungen im Geltungsbereich erlaubt sind. Für Neubauten kann geregelt werden, wie sie zur Straße stehen müssen und welche Neigung das Dach haben darf. So kann eine Stadt sicherstellen, dass der historische Charakter bei Modernisierungen nicht verloren geht. Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass die Satzung keinesfalls abgeschafft werden soll. „Aber wir sollten sie anpassen und mit mehr Freiheiten versehen“, regte Chris Krassowski (UWG/FDP/SPD) an.

Der historische Charakter spielt immer eine Rolle

„Die Satzung hat dem Ackerbürgerstädtchen gut getan“, findet Eckhard Britt, der als sachkundiger Einwohner im Ausschuss sitzt. „Die Stadt sieht gut aus, auch wenn es die Bauherren mehr Geld gekostet hat“, sagt er aus eigener Erfahrung. Gegen eine Aktualisierung des Inhaltes der Satzung habe er aber nichts. Der Charakter der Stadt solle erhalten bleiben. „Wenn jemand Geld in die Hand nimmt, sollte jeder bauen können, wie er gern möchte“, meint Krassowski. Über den Inhalt könne man später reden, so Seidenkranz. „Der historische Charakter sollte aber schon berücksichtigt werden.“ Allerdings wolle man die Bestimmungen nicht verschärfen, sondern auflockern, betonte er. Für die nächste Stadtverordnetenversammlung soll es nun einen Beschluss über die Änderung geben.

Gibt es keine Gestaltungssatzung, gelte nur noch das Baugesetzbuch, machte Bauamtsleiterin Uta Nebert aufmerksam. „Dann hätte die Stadt auch keine Mitsprachemöglichkeiten mehr.“ Als Beispiel legte sie den Ausschussmitgliedern Gestaltungssatzungen aus Freyenstein, Neuruppin und Pritzwalk vor. Einige Städte legen auf bis zu 60 Seiten sogar bis ins Detail Farben, Form und Material für Fensterrahmen vor.

Keine Balkons, Vordächer oder Erker

Die ältesten Häuser in Meyenburg stammen teils noch aus der Zeit vor dem großen Stadtbrand 1795 und stehen in der Wallstraße und der Baustraße. Die meisten anderen entstanden beim Wiederaufbau um 1800 oder später. In den alten Straßen stehen fast alle Gebäude mit der Traufe zur Fahrbahn. Dominanter Haustyp sind zweigeschossige Gebäude mit Satteldach. Die älteren sind Fachwerkhäuser, die moderneren kompakter, mit spätklassizistischen Fassaden, die teils inzwischen geglättet wurden. Bezeichnet werden sie als Ackerbürgerhäuser, Handwerkerhäuser, Bürgerhäuser oder modernes Geschäftshaus.

Nach der geltenden Gestaltungssatzung dürfen bei Modernisierungen im Stadtkern zum Beispiel keine Balkons, Vordächer oder Erker gebaut werden. Bei Fachwerkfasaden, bei denen Holz und Gefache sichtbar sind, wird sogar vorgeschrieben, dass das Holz lasiert und die Putzstärke zwei Zentimeter über dem Fachwerk vorstehen soll. Neue Fenster sollten Verbundfenster mit Isolierverglasung, möglichst aus lackiertem Holz sein. Kunststoff wird nur in Ausnahmefällen akzeptiert. Wer sich an diese Vorgaben hielt, konnte bei Baumaßnahmen an der Außenhülle zwischen 1997 und 2017 in den Genuss von Fördermitteln aus der Städtebauförderung kommen.

Von Beate Vogel

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