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Meyenburger wollen keine neuen Windräder

Bau- und Wirtschaftsausschuss kritisiert Abstandsregeln im Regionalplanentwurf Meyenburger wollen keine neuen Windräder

Den Entwurf für den neuen Regionalplan Prignitz-Oberhavel diskutierten in Meyenburg die Mitglieder des Bau- und Wirtschafts- ausschusses. Sie kritisierten im sachlichen Teilplan „Freiraum und Windenergie“ unter anderem die mögliche Nutzung von Wald für die neuen Standorte und die mangelnde Abstimmung mit Mecklenburg.

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Windräder bestimmen längst das Landschaftsbild in der Prignitz.

Quelle: Foto: dpa

Meyenburg. Nördlich von Meyenburg soll ein neues Windeignungsgebiet ausgewiesen werden – wenn der Entwurf für den Regionalplan Prignitz-Oberhavel mit dem Teilplan „Freiraum und Windenergie“ so beschlossen wird. Das sehen die Meyenburger sehr kritisch, informierte Bauamtsleiterin Uta Nebert auf Nachfrage. Nach dem alten Regionalplan von 2003 ist bei Meyenburg kein Eignungsgebiet vorgesehen. Im Bau- und Wirtschaftsausschuss wurde am Mittwoch lange über die Kriterien für den Bau neuer Windräder diskutiert.

„Die Inanspruchnahme von Wald wird abgelehnt“, sagte Nebert. Zumal Meyenburg nur noch ein kleines Waldgebiet habe. Auch wenn Windparks mindestens fünf Kilometer Abstand voneinander haben sollen, werden die Anlagen im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern nicht berücksichtigt – ein weiterer Kritikpunkt. „An der Landesgrenze gelten offenbar gar keine Kriterien“, so die Bauamtsleiterin. Die Eignungsflächen im Gebiet der Nachbargemeinde Wendisch-Priborn und die der Stadt Meyenburg wären damit gerade mal 1000 Meter voneinander entfernt.

Ein grundsätzlicher Kritikpunkt war laut Nebert auch, dass in einem Abstand von 2,5 Kilometern von der Ortsmitte aus Ortschaften bis zu 180 Grad von Windrädern umbaut werden dürfen. „Meyenburg ist ja schon jetzt in fast alle Richtungen umstellt“, so die Amtsleiterin. Windparks stehen im Norden in Freyenstein, südöstlich in Halenbeck-Rohlsdorf, südwestlich bei Gerdshagen und Frehne und nordöstlich bei Porep. Das beeinträchtigt die Wohn- und Lebensqualität, stellten die Ausschussmitglieder fest. Zumal die Bürger vor Ort nicht nur dies hinnehmen, sondern auch höhere Strompreise zahlen müssen. Dabei werde immer weiter gebaut. Und das, obwohl es schon mit den vorhandenen Anlagen nicht möglich ist, in Spitzenzeiten den zusätzlichen Strom abzunehmen. „Das ist für die Bürger sehr unbefriedigend, wenn sie vor Ort nicht genügend partizipieren“, resümierte Nebert. In der Beratung sei ein weiterer Hinweis gekommen: „In Dänemark werden jetzt Gutachten zur Auswirkung des Infraschalls von Windkraftanlagen erarbeitet. Das sollte man auch hier berücksichtigen, meinten die Ausschussmitglieder.“

Anfragen zum Bau neuer Windräder gebe es im Amt Meyenburg immer wieder, sagte die Bauamtsleiterin: „Mit wechselnder Intensität.“ Konkrete Bauanfragen bekomme das Amt aber nicht. „Wir erfahren das erst, wenn wir die Kommunen im Bundesimmissionsschutzverfahren beteiligt werden.“

Noch bis 31. August wird die Öffentlichkeit am Regionalplan „Freiraum und Windenergie“ beteiligt. In dieser Zeit können auch Bürger Hinweise und Anregungen zum Regionalplanentwurf und zum Umweltbericht der Regionalen Planungsgemeinschaft vorbringen. Diese sind schriftlich an die Regionale Planungsstelle, Fehrbelliner Straße 31, 16816 Neuruppin, zu richten. Stellungnahmen können per Email an die Regionale Planungsstelle (beteiligung@prignitz-oberhavel.de) abgegeben werden.

Von Beate Vogel

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