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Prignitz Miese Stimmung bei Prignitzer Bauern
Lokales Prignitz Miese Stimmung bei Prignitzer Bauern
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00:18 05.11.2016
Das Interesse der Bauern am Kreisbauerntag war groß. Die Landwirte wissen angesichts der prekären Lage nicht, wie es in Zukunft weitergehen soll. Quelle: Wolfram Hennies
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Karstädt

Die Bauern in der Prignitz haben ein miserables Erntejahr hinter sich. Lothar Pawlowski, Vorstandsvorsitzender des Kreisbauernverbandes, wies beim Kreisbauerntag am Mittwoch in Karstädt auf die anhaltend schlechte Lage der Prignitzer Landwirte hin.

160 Bauern gehören zum Verband. Für viele gab es in diesem Jahr die schlechteste Ernte seit 20 Jahren. Hinzu kommen die niedrigen Preise für Schweine und Milch. Die Stimmung und die Erwartungen an die geschäftliche Entwicklung der einzelnen Unternehmen sind deshalb verhalten. „Uns belastet das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage“, sagte Pawlowski. „Im globalen Maßstab sind die Märkte zwar gut versorgt. Aber die Milchkrise dauert an. Eine Preisneuregulierung ist unumgänglich.“

Niemand sollte nur auf höhere Preise hoffen

Laut Pawlowski, der auch Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Karstädt ist, könnte eine Hilfe für Milchbauern eine breitere Produktpalette sein. Die wiederum wäre nur durch Kooperationen und Fusionen zu ermöglichen, denn „hart trifft es die Betriebe, die allein in die Milchproduktion investiert haben“.

Wer aus der Milchproduktion aussteigen möchte, für den stellen sich Fragen wie: Gibt es eine alternative Verwertung des Grünlandes? Sind Mitarbeiter anderweitig zu beschäftigen? An diejenigen, die durchhalten wollen, richtete er die Mahnung: „Nicht alles so lassen, wie es ist und auf höhere Preise hoffen.“ Es komme darauf an, die Kosten zu senken. Pawlowski empfahl statt einer Tierbestandsreduzierung das Herunterfahren der Leistung pro Milchkuh. Er beklagte, dass die staatlichen Hilfsgelder wegen des bürokratischen Aufwandes zu spät bei den Betroffenen ankommen: „Zudem sind es bestenfalls symbolische Beträge. Die Investitionsbereitschaft ist auf einem Tiefpunkt.“

Politik sollte Lösungen anbieten

Pawlowski sprach weitere Sorgenpunkte der Bauern an: „Die anstehende Novellierung der Düngeverordnung erfüllt uns mit Sorge. Wir brauchen Planungssicherheit bei Neubauten. Und wir brauchen eine nachhaltige Agrarpolitik, kein Wahlkampfgetöse.“ Damit sprach er anwesende Politiker an, denn im Saal saß neben Kirsten Tackmann, Bundestagsabgeordnete der Linken, auch Gordon Hoffmann, Landtagsabgeordneter der CDU. Auch der Präsident des brandenburgischen Landesbauernverbandes Henrik Wendorff war Gast des Kreisbauerntages. Der Landesverband erhebt Forderungen für den Erhalt der Landwirtschaft sowie für die soziale Sicherung seiner Mitglieder und junger Landwirte.

Angesichts der öffentlichen Diskussionen und der anhaltenden Kritik zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der landwirtschaftlichen Produktion bemerkte Pawlowski: „Wir gehen sachgerecht und verantwortungsvoll damit um.“ Den Bauern empfahl er: „Wir müssen den Dialog suchen und unsere Hoftüren öffnen.“

Mit einem Blumenstrauß würdigte der Kreisbauernchef schließlich das Engagement von Marina Maaß (Landaktiv Region Nord/West). Diese Initiative will dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche das Leben und Arbeiten in ländlichen Regionen wie der Prignitz als besondere Chance und Herausforderung begreifen.

Von Wolfram Hennies

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