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Miese Wasserqualität: Badeverbot im Rudower See

Wann kommt die Hilfe vom Land? Miese Wasserqualität: Badeverbot im Rudower See

Nachdem ein Badeverbot für den Rudower See verhängt wurde, wollen die Lenzener Stadtverordneten das Land auffordern, endlich etwas zu unternehmen. Die schlechte Wasserqualität ist seit Jahren ein Problem.

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Wunderschön gelegen in der Natur ist der Rudower See, und doch ist das größte Badegewässer der Prignitz ein Sorgenkind.

Quelle: Michael Beeskow

Lenzen. „Wenn ein Gewässer krank ist, dann muss doch eine Behörde von sich aus aktiv werden.“ Joachim Rohst ärgert sich, dass für den Rudower See vor wenigen Tagen Badeverbot verhängt wurde, aber anscheinend nichts weiter passiert. „Nur ein Schild aufstellen, das reicht nicht. Man muss auch sagen, wie es weitergeht“, verlangt der CDU-Stadtverordnete aus Lenzen.

Bei einer Beratung aller Fraktionen im Stumpfen Turm in der vorigen Woche herrschte Einvernehmen, dass es mit dem größten See in der Prignitz nicht so weitergehen kann wie bisher.

Gewässerinstitut forderte bereits 2009 ein Bewirtschaftungskonzept

Bürgermeister Christian Steinkopf (CDU) verwies auf ein Gutachten des Instituts für angewandte Gewässerökologie aus dem Jahr 2009. Bereits damals wurde die Erarbeitung eines Bewirtschaftungskonzepts für den Rudower See, den Nausdorfer Kanal und das Rambower Moor als notwendig erachtet.

Der zu hohe Nährstoffgehalt, vor allem der viel zu hohe Phosphatgehalt in dem Gewässer ist ein altes Problem. Gerade im Sommer bei hohen Temperaturen verschlechtert sich die Gewässergüte, das Wasser wird trübe aufgrund starker Algenbildung, der Mangel an Sauerstoff führt zu einem Fischsterben. So auch in den vergangenen Wochen, als Angler zentnerweise tote Fische aus dem See holten.

2007 erfolgte eine große Fällaktion. Flächendeckend wurde Aluminiumhydroxid in den See gegeben, um den Phosphatgehalt zu senken. Am Zufluss aus dem Nausdorfer Kanal arbeitete eine Fällstation, die den hohen Phosphatgehalt des aus dem Rambower Moor stammenden Wassers senken sollte.

Fällanlage wurde 2010 wieder abgebaut

Letztlich hatten diese Aktionen aber keinen dauerhaften Erfolg, erklärte der Bürgermeister. 550 000 Euro wurden ausgegeben, wovon die Stadt die stattliche Summe von 215 000 Euro aufbrachte. Die Fällanlage am Nausdorfer Kanal wurde 2010 wieder abgebaut. Das vom Institut für Gewässerökologie geforderte Bewirtschaftungskonzept wurde bis heute nicht erarbeitet.

Bürgermeister Christian Steinkopf sieht neben dem hohen Nährstoffeintrag aus dem Rambower Moor noch eine andere Ursache: „Die starke Verschattung des Sees durch die Erlen am Uferrand.“ Wasserpflanzen, die Nährstoffe im Wasser abbauen, brauchen Licht, um wachsen zu können, erklärte er. Doch das Fällen der Erle war kein Thema in der Runde.

Bürgermeister Christian Steinkopf (r) und Vertreter der Fraktionen

Bürgermeister Christian Steinkopf (r.) und Vertreter der Fraktionen.

Quelle: Michael Beeskow

„Wir brauchen Hilfe. Wir können das Problem nicht alleine lösen“, sagte Irene Telschow (SPD). Hier sei das Landesumweltamt gefragt. Auch das Biosphärenreservat müsse mit an den Tisch geholt werden. Viele geben ihr eine Mitschuld, da durch die Nichtbewirtschaftung des Rambower Moors der Abfluss stark mit Phosphat angereichert wird.

Schon seit 30 Jahren wird über die Gewässergüte diskutiert

Sabine Döpel (BLuE) erinnerte daran, dass der Nausdorfer Kanal bis zur Wende regelmäßig entkrautet wurde. Seitdem aber nicht mehr. Sie schlug vor, dass die Stadtverordnetenversammlung am 24. August einen Beschluss fasst, dass zusammen mit dem Landesumweltamt alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden, um eine Lösung für den Rudower See zu finden. „Eine kurzfristige Lösung wird es sicher nicht geben“, meinte sie. Guido Karius (CDU) mahnte: „Seit 30 Jahren diskutieren wir über die Gewässerqualität. Aber noch war sie so schlecht wie in diesem Jahr.“ Dabei habe es nicht mal eine extreme Hitze gegeben. Die Stadtverordneten wollen am 24. August nun einen Beschluss fassen. Das Landesumweltamt soll aktiv werden und mit allen Beteiligten einschließlich Biosphäre eine Lösung erarbeiten.

Von Michael Beeskow

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