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Millionenschwerer Auftrag geht nach Karstädt

Karstädt/Quitzöbel Millionenschwerer Auftrag geht nach Karstädt

Die Stahlbauer von Schorisch Magis aus Karstädt haben jetzt den millionenschweren Auftrag für die Sanierung des Wehres Neuwerben bei Quitzöbel erhalten. Bis Ende 2019 sollen die Bauteile abgebaut, in Karstädt überarbeitet und generalüberholt wieder eingesetzt werden.

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In Quitzöbel wollen die Stahlbauer aus Karstädt bis Ende 2019 das Wehr Neuwerben sanieren und drei neue Hubtore einbauen.

Quelle: Schorisch Magis

Karstädt/Quitzöbel. Mit dem größten Auftragsvolumen ihrer Geschichte sind die Stahlbauer von Schorisch Magis aus Karstädt ins Jahr 2018 gestartet. Zu den fest zugesagten zehn Millionen Euro Umsatz zählen unter anderem die Stahlwasser- und Maschinenbauarbeiten am Wehr Neuwerben bei Quitzöbel.

Hier sollen bis Ende 2019 in schätzungsweise 40 000 Arbeitsstunden unter anderem 550 Tonnen Stahl verarbeitet werden. In den Hochphasen sind dann gut 20 Mitarbeiter auf der Großbaustelle gefordert. „Das ist immerhin der größte Einzelauftrag in der Geschichte unseres Unternehmens“, freut sich Geschäftsführer Detlef Möhr über die Zusage des Landes Sachsen-Anhalt, den kompletten Stahlwasserbau von der Planung bis zum Einbau dreier neuer Hubtore an die Karstädter Stahlbauer zu vergeben.Um personell auch für weitere Aufträge gewappnet zu sein, sucht Möhr aktuell schon zusätzliche Schweißer und auch Konstrukteure.

Spezialisten gehen im April ans Werk

Die Firma ist hoch spezialisiert: Vor einem Jahr hatte Schorisch Magis mit der Sanierung des Hochwasserschutzwehrs bei Gnevs­dorf begonnen. Dafür wurde einer der größten Mobilkräne Deutschlands eingesetzt. Mehrere Spezialtransporter haben die tonnenschweren Stahlteile in die Werke Karstädt und Brandenburg gebracht, wo sie entschichtet, instandgesetzt und wieder beschichtet werden (die MAZ berichtete). Im April dieses Jahres wollen die Spezialisten das in seine Einzelteile zerlegte Wehr an Ort und Stelle wieder zusammenbauen. Nun hat das Unternehmen auch den Auftrag für das Nachbarwehr an der Havel erhalten.

Startschuss für die aufwendigen Arbeiten nördlich von Havelberg wird Ende Februar sein. Dann beginnen die Ingenieure in Karstädt mit der Planung. Für die 3-D-Vermessung muss die Baustelle zunächst trockengelegt werden. Im Sommer wird dann damit begonnen, die drei neuen Schütze – sie regeln den Wasserdurchfluss – mit allen Anbauteilen, die Laufwagen und ihre Träger am Standort Karstädt vorzufertigen und mit Korrosionsschutz zu versehen.

Seitenschütze wiegen 62 Tonnen

Allein das große Mittelschütz misst 24 Meter und hat eine Verschlusshöhe von 8,50 Meter. Es wiegt 128 Tonnen. Die beiden Seitenschütze sind halb so groß und bringen je 62 Tonnen auf die Waage. Per Schiff werden sie im nächsten Jahr über die Elbe zur Baustelle transportiert, wo ein in den Niederlanden georderter Schwimmkran die Montage unterstützt. Die Monteure haben dann nur eine Woche Zeit, die alten Hubtore aus- und die neuen einzubauen. Denn die Hochwasser-Vorwarnzeit an der Havel beträgt sieben Tage. Die alten Antriebe bleiben aus Denkmalschutzgründen erhalten, werden aber grundlegend saniert. Durch den Einsatz von Hilfsantrieben im Wehr sollen die Hubtore bei Bedarf schnell abgesenkt werden können.

Die vier Wehre bei Quitzöbel (Altarm- und Durchstichwehr), Neuwerben und Gnevsdorf und die Schleuse Havelberg gehören zu einem ausgeklügelten Hochwasserschutzsystem. Die Wehrgruppe ist ein Kulturdenkmal des Landes Sachsen-Anhalt. Das Wehr Neuwerben ging 1954 als doppelseitig schließender Siel im Deich zwischen Elbe und Havel in Betrieb und wurde Ende der 1990er rekonstruiert. Es trennt den Abfluss der Flüsse oberhalb der Havelmündung.

Von Beate Vogel

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