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Prignitz Mindestens drei Bomben im Breeser Boden
Lokales Prignitz Mindestens drei Bomben im Breeser Boden
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17:20 29.03.2016
Ein Feuerwerker beim Sondieren der Deichbaustelle. Quelle: Andreas König
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Breese

Es ist die Ruhe vor dem Sturm – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Polizei sowie der Firma Röhll haben bisher drei „positive Anomalien“ im Boden unter der künftigen Deichbaustelle in Breese ausgemacht. Das bestätigte Truppführer Gerd Fleischhauer der MAZ auf Anfrage. „Bei diesen dreien kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheilichkeit davon ausgehen, dass es sich um Fliegerbomben handelt“, sagte der Experte.

Von den 40 Verdachtsfällen (Anomalien im natürlichen Magnetfeld der Erde) haben sich bislang zwölf als tiefer liegend erwiesen. Noch arbeiten die Fachleute daran zu erkunden, was genau sich im Boden befindet. Im Prinzip kann jeder ferromagnetische, als aus Eisen oder Legierungen bestehende Körper eine solche Anomalie erzeugen. In Frage kommen größere Splitter von bereits detonierten Bomben, andere Fundmunition, aber auch Schrott oder sogar ein Maschendrahtzaun. Womit genau sie es zu tun haben, dem gehen die Fachleute noch bis einschließlich Donnerstag auf den Grund. Dann kommt der Tag der Sprengung.

Am Donnerstag, 31. März, sollen die Blindgänger, die vermutlich von einem Luftangriff der US-Luftwaffe auf den Wittenberger Bahnhof herrühren, gesprengt werden. Bereits bis 8 Uhr müssen die Einwohner und Anlieger einen Umkreis von 1000 Metern um die Sprengstelle verlassen (MAZ berichtete). In Breese selbst sind 422 Haushalte mit 713 Einwohner direkt von der Evakuierung betroffen. Die Mitarbeiter des Bahn-Instandhaltungswerkes in Wittenberge werden an diesem Tag gar nicht arbeiten. Teile des Betriebes liegen in der Bannmeile.

Wenn die Sicherheitskräfte dem verantwortlichen Truppführer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gemeldet haben, dass der Sperrkreis menschenleer ist, werden Gerd Fleischhauer und seine Kollegen zur Tat schreiten. Kranke und behinderte Menschen können einen Bus-Pendeldienst in Anspruch nehmen, der sie zum Dorfgemeinschaftshaus nach Groß Breese und damit in Sicherheit bringt. Anwohnern wird empfohlen im Umkreis von 300 Metern die Fenster angekippt zu lassen, um der Druckwelle kein Hindernis zu bieten.

Jede Bombe wird sicherheitshalber mit zwei Hohlladungen versehen, die dann nach und nach gezündet werden sollen. Zuvor werden die Blindgänger mit einer Erdschicht abgedeckt, um eine mögliche Splitterwirkung so gering wie möglich zu halten. Ob alle Bomben Explosivladungen enthalten, ist unklar. Es könnte durchaus sein, dass auch Brandbomben abgeworfen wurden.

Von Andreas König

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