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Minister baggert für den Hochwasserschutz

Breese Minister baggert für den Hochwasserschutz

Ein neuer Deichabschnitt wird seit Freitag in Breese gebaut. Er soll den nordöstlichen Teil des Dorfs vor Überschwemmungen schützen. Zum ersten Spatenstich legten Umweltminister Jörg Vogelsänger, Landrat Torsten Uhe und Bürgermeister Werner Steiner Hand an. Anschließend stieg der Landespolitiker in einen Bagger und hob die ersten Erdmassen aus.

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Baustart mit dem ersten Spatenstich in Breese (v.l.) : Bürgermeister Werner Steiner, Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger und der Prignitzer Landrat Torsten Uhe.

Quelle: Andreas König

Breese. Trocken wie die Tundra ist der Waldboden bei Breese, als die drei Männer die Blätter ihrer Spaten ins Erdreich stechen. Doch 2013 bei der großen Flut lief das Wasser an dieser Stelle bereits durch den Wald und Breese war an einer weiteren Flanke bedroht. Der brandenburgische Umweltminister Jörg Vogelsänger kam am Freitag in die Prignitz, um einen weiteren Bauabschnitt des 15 Millionen Euro teuren Hochwasserschutzsystems für Breese zu eröffnen. Landrat Torsten Uhe und der Breeser Bürgermeister Werner Steiner (SPD) griffen gleichfalls zum Spaten.

Neuer Abschnitt führt bis an die Perleberger Straße

Der neue Abschnitt ist 845 Meter lang und erstreckt sich fast parallel zum Weisener Weg am Waldsaum entlang. Kurz bevor er auf die Perleberger Straße treffen würde, ist dann erst einmal Schluss. An dieser Stelle soll die neue Landesstraße 11 entstehen, und bis deren Bau beginnt, dauert es noch ein wenig.

Gefahr des Abschnitts wurde erst bei der Jahrhundertflut deutlich

Im Vergleich zum Gesamtvorhaben ist der jetzt begonnene Abschnitt eher klein, doch deswegen nicht minder bedeutend. „Wir in Breese haben ja schon viel erlebt“, sagte Bürgermeister Werner Steiner. „Aber dass dieses Gelände überhaupt einmal überschwemmt werden könnte, daran hat bis 2013 niemand gedacht.“ Dann aber sei das Wasser der Elbe, das in die Stepenitz, gedrückt wurde, kurz davor gewesen, die Straße zu überfluten.

Aufwändiges Projekt

Mit dem Deichbau bei Breese betritt Brandenburg Neuland. Der Deich und die Landesstraße 11 sind auf einem Teil der Strecke eins. Das bedarf intensiver Abstimmungen zwischen Umweltamt und Landesbetrieb für Straßenwesen.

Wegen eines Bombenangriffs der US-Air Force 1945 sind große Teile des Breeser Waldes vermutlich mit Blindgängern verseucht. Ursprünglich sollte nur die reine Bautrasse geräumt werden, doch das ist zu gefährlich. Ein 180 Meter breiter Streifen wird zusätzlich begutachtet. akö

Bauarbeiter Torsten Voß verhinderte Schlimmeres

Es war Torsten Voß aus Breese, der zu der Zeit bei einer Baufirma angestellt war, der schlimmeres verhinderte. „Er hatte den Bagger auf dem Hof stehen und hat dann die ganze Nacht hindurch Sand auf die Straße gebaggert, damit sie erhöht wird und dem Wasser standhalten konnte. Den Bewohnern der Trift hat das zwar nicht viel genutzt, sie „soffen ab“, aber der Fall zeigte, wie bedroht der Ort vor den Toren Wittenberges wirklich ist, wenn sich die Naturgewalten ihren Weg suchen.

Schutz ist nötig, obwohl Breese gar nicht an der Elbe liegt

Sowohl der Bürgermeister als auch Landrat Torsten Uhe dankten der Landesregierung, dass sie, seit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) das Thema zur Chefsache erklärt hat, alles tut, um den Bau zu beschleunigen. „Wir geben jedes Jahr zwischen 30 und 35 Millionen für den Hochwasserschutz aus, weil das wichtig ist“, sagte Jörg Vogelsänger. Nicht immer verstehe man in Potsdam und anderswo im Land, wieso für Breese eigentlich soviel Geld benötigt werde. „Oft höre ich ’das liegt doch gar nicht an der Elbe’, aber ich sage dann immer ’Die Sache ist etwas komplizierter’,“ erklärte der Minister. 2020 werde wohl alles fertig sein.

Land gibt Geld für die Räumung der Fliegerbomben

Für die Räumung der noch im Waldboden liegenden Fliegerbomben habe das Land kurzfristig Mittel bereitgestellt, damit es bei dem Vorhaben nicht zu Verzögerungen kommt. Eine Summe wollte der Minister nicht nennen, im Gespräch sind 5 bis 6 Millionen Euro. „Die Mittel für den reinen Bau bleiben davon aber unberührt“, sagte Jörg Vogelsänger.

Minister setzte sich ins Führerhaus

Als die Erde aus dem Spatenloch geschleudert wurde, durfte sich der Landespolitiker erneut in Breese ins Führerhaus eines Baggers setzen. Baggerfahrer Steffen Neumann von der Firma Ost-Bau aus der Altmark unterwies ihn kurz in die Funktion der Steuerknüppel und schon baggerte der Minister etwas vom Prignitzer Sandboden aus der künftigen Deichtrasse.

Geld für Schutz des Bahnwerks Wittenberge im nächsten Jahr

Zum Hochwasserschutz des Bahnwerks in Wittenberge werde voraussichtlich nächstes Jahr eine größere Summe investiert, kündigte der Minister an. Voraussichtlich werden es ausschließlich Landesmittel sein, da eine Kofinanzierung mit Bundesmitteln schwierig sei.

Von Andreas König

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