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Ministerin Diana Golze besuchte Unternehmen

Wittenberge Ministerin Diana Golze besuchte Unternehmen

Sozialministerin Diana Golze (Die Linke) hörte sich bei ihrem Besuch in Wittenberge unter anderem die Sorgen derer an, die mit Behinderten zusammenarbeiten. In der Lebenshilfe Prignitz herrscht aktuell große Unsicherheit angesichts des neuen Teilhabegesetzes. Es erschwere eher die Integration und sei ein Rückschritt, erfuhr Golze.

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Diana Golze (r.) sah sich bei der Lebenshilfe ganz genau an in welchen Bereichen Menschen mit Behinderung arbeiten können.

Quelle: Jens Wegner

Wittenberge. Die Brandenburger Arbeits- und Sozialministerin, Diana Golze (Die Linke), besuchte während ihrer Reise am Freitag durch die Prignitz drei Wittenberger Unternehmen. Der Landtagsabgeordnete Thomas Domres hatte sie eingeladen. „Das wollte ich mit Terminen verbinden, die mir am Herzen liegen”, sagte sie. So besuchte sie zunächst die anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen des Vereins Lebenshilfe Prignitz im Hirtenweg 8. Und kam dort mit den Mitarbeitern ins Gespräch.

Das neue Teilhabegesetzes verursache große Unsicherheit, berichtete die Leiterin der Hauptwerkstatt, Susann Bolz. Das Gesetz soll zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen dienen. „Die Teilhabe am Arbeitsleben wird aber manchen Menschen verwehrt, aufgrund der Schwere ihrer Behinderung. Alle Menschen sollten arbeiten können”, forderte Bolz. „In den vergangenen Jahren haben wir viel erreicht. Das Teilhabegesetz ist ein Schritt zurück.”

Bei ihren Stationen kam sie mit den Mitarbeitern ins Gespräch

Bei ihren Stationen kam sie mit den Mitarbeitern ins Gespräch.

Quelle: Wegner

Natürlich sei die Werkstatt der Lebenshilfe auch ein wirtschaftlicher Betrieb. In erster Linie aber stehe die Teilhabe am Arbeitsleben im Vordergrund. „Auch wenn uns regionale Unternehmen Aufträge erteilen, ist das Geschäft knallhart. Es geht ums Geld bei den Aufträgen”, sagt Harm Carls, Geschäftsführer der Lebenshilfe Prignitz.

Schwammiges Gesetz

„Wir als Land haben zum Entwurf des Bundesteilhabegesetzes eine eigene Stellungnahme abgeliefert“, sagte Golze. „Da in den einzelnen Ländern unterschiedliche Bedingungen herrschen, muss es individuell für die Bundesländer passen.“ Schließlich gehe es darum, die Menschen mit Behinderung zu unterstützen und zu fördern. Das Gesetz sei sehr schwammig und muss noch angepasst werden, findet die Sozialministerin. „Wir sind für die Öffnung nach unten und dafür werden wir uns einsetzen.”

Teilhabe am Arbeitsleben fordere ein Mindestmaß an verwertbarer Arbeit vom Menschen, die aber nicht definiert ist, so Carls. Auch die Wirtschaft müsse bei der Förderung von Menschen mit Behinderung mit ins Boot geholt werden, forderte er. Schon die Beschäftigung durch Inklusion helfe den Menschen ihr Leben in der Gemeinschaft lebenswerter zu gestalten. Für die Unternehmen entstehe außerdem noch ein wirtschaftlicher Vorteil.

„Golze: „Tolle Arbeit“

„Wir haben eine Studie über das Projekt ’Wege in Arbeit’ erstellt, bei der die Lebenshilfe Prignitz ein wichtiger Partner für uns war“, sagte Golze. Auch der Landkreis Prignitz habe das Ministerium großartig dabei unterstützt. „Die Studie verdeutliche, das es viel Engagement dazu braucht, den vielen Menschen zu helfen”, lobte die Ministerin „Die Menschen vollbringen hier tolle Arbeit und das wollen wir unterstützen.” Bei ihrem Rundgang durch die Werkstätten besuchte sie auch die Küche, den Förder- und Beschäftigungsbereich, die Wäscherei und die Abteilung Verpackung und kam mit den Mitarbeitern ins Gespräch.

Anschließend führte sie ihr Weg in die Berufsbildungszentrum Prignitz GmbH, wo sie sich über die Sprachausbildung für Geflüchtete informierte. Danach sah sie sich die Beratungsstelle des Vereins Suchthilfe Prignitz an und sprach mit der Leiterin Bettina Steinke-Schmidt über die Suchtkrankenhilfe und die Suchtprävention im Kreis Prignitz.

Von Jens Wegner

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