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Prignitz Ministerin bei „Preddöhl International“
Lokales Prignitz Ministerin bei „Preddöhl International“
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00:18 02.04.2016
Diana Golze (l.) sprach mit Ute Pemöller und Lydia Lang (r.).
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Preddöhl

Wer sich an die Anfänge von „Preddöhl International“ erinnert, kann ermessen, was sich seitdem auf dem Gelände des Vereins in Preddöhl (Amt Meyenburg) getan hat. Als rollstuhlgerechtes Seminar- und Gästehaus bezeichnen es die Macherinnen selbst. An die Arbeit mit Tieren wie Ponys und Huskys etwa hatten Lydia Lang und Ute Pemöller in der Frühzeit des Projekts noch nicht einmal gedacht – jetzt nimmt sie einen sehr entscheidenden Anteil des Angebots ein. Etwa 600 Kinder pro Jahr kommen hier in Gruppen hin, darunter sind 150 mit einer Behinderung. Auch 400 Erwachsene übernachten hier pro Jahr. Die meisten von ihnen sind Begleitpersonen der Kinder. Zusätzlich kommen etwa 100 Tagesgäste pro Jahr, meist aus regionalen Schulen und Kitas. In der Einrichtung gibt es insgesamt 29 Betten für Übernachtung, eine Küche und einen großen Versammlungsraum, im Außenbereich neue Wege, ein barrierefreies Baumhaus und einen kleinen Reitplatz. Nicht umsonst hat der Verein 2014 den damals erstmals vergebenen Landesinklusionspreis erhalten.

Aber der Erfolg hat auch eine Schattenseite. Denn mit den weitgehend ehrenamtlich ausgerichteten Struktur stoßen Lydia Lang, Ute Pemöller und Ulrike Froböse jetzt an Grenzen. Fünf 30-Stunden-Stellen pro Jahr wären nach ihrer Einschätzung nötig, um die Struktur aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln. Im Moment sind zwei Stellen finanziert – über eigene Einnahmen, Projektmittel und Fördergelder. Am Mittwoch besichtigte eine prominente Besucherin das Projekt, von der sich die Macherinnen Unterstützung erhoffen: Diana Golze, Brandenburgs Sozialministerin, war denn auch ganz beeindruckt von dem, was ihr gezeigt wurde. „Ich finde das Projekt sehr spannend und unterstützenswert“, lobte sie.

Doch wirkliche Abhilfe konnte sie für den Moment noch nicht versprechen. „Wir würden natürlich gerne viele Projekte ganz anders unterstützen“, sagte sie, „ aber wir können keine Stellen finanzieren, sondern nur Anteile für Personal- und Betriebskosten.“ Immerhin berichtete sie davon, dass gerade das nächste behindertenpolitische Projekt auf die Schiene gesetzt werden soll. Ideen seien schon gesammelt worden. Der Landesbehindertenbeauftragte Jürgen Dusel soll aus den Ideen einen Entwurf erarbeiten. Herauskommen solle ein Maßnahmepaket, das über mehrere Jahre beschreibe, wie das Land Inklusion fördern wolle. „Ich werde mit Dusel sprechen. Er soll sich hier vor Ort einen Eindruck verschaffen“, versprach die Ministerin. Ansonsten könne sie von ihrer Seite nur relativ kurzfristige Projektförderung anbieten, etwa über Lottomittel.

Die Ministerin hat in Preddöhl einen neuen Freund gefunden. Quelle: Bernd Atzenroth

Das Problem: Die Zielgruppe hat wenig, und obwohl die Einrichtung bei den Preisen Entgegenkommen zeigt, ist für manche Schüler sogar die Busfahrt ein Kostenfaktor. Auf der anderen Seite braucht Barrierefreiheit viel Raum und kostet viel; wirtschaftlich gerechnet müssten die Kurse viel teurer sein. Einsparmöglichkeiten bei der Betreuung der Tiere gibt es auch nicht. Infolgedessen würden alleine die 100 000 Euro an Einnahmen pro Jahr aus Übernachtung, Verpflegung und Vereinsaktivitäten die Kosten nicht decken, denn die Ausgaben betragen 120 000 Euro. Das ist nur über die ehrenamtliche Aktivität der beiden Vereinsgründerinnen und vieler ehemaliger Mitarbeiter möglich, die nach einem zeitlich begrenzten Engagement einfach ehrenamtlich weitergemacht haben. „Wir wollen nicht nur räumlich, sondern auch finanziell barrierefrei sein“, sagt Ulrike Froböse. Soll heißen: Die finanzschwache Klientel soll die Angebote weiter nutzen können. Ein möglicher Lösungsweg könnten auch Fortbildungsangebote in Sachen Inklusionsbetreuung im Winter sein – hier hat das Haus noch Vakanzen.

Meyenburgs Amtsdirektor Matthias Habermann hatte noch ein paar Anregungen. Er verwies auf das Projekt Soziale Teilhabe mit seiner 100-prozentigen Förderung, wofür sich der Verein noch einmal an das Jobcenter wenden sollte. Auch wenn sie dies probiert hatten, nahmen die Vorstandsfrauen die Anregung auf, genauso wie Habermanns Tipp, noch einmal bei den hiesigen Arbeitsfördergesellschaften wegen einer Kooperation vorzusprechen. Einig waren sich Habermann und Lydia Lang in ihrer Wahrnehmung des Bundesfreiwilligendienstes, der zu sehr auf Jugendliche ausgerichtet sei.

Von Bernd Atzenroth

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