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Missbrauchsverdacht gegen Gesundheitsberater

Perleberg (Prignitz) Missbrauchsverdacht gegen Gesundheitsberater

Gegen einen Gesundheitsberater aus Perleberg (Prignitz) ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs. Der Mann soll an zwei Mädchen sexuelle Handlungen vorgenommen haben. Er hatte erst im Februar mit seiner Arbeit an zwei Schulen in Perleberg begonnen.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Perleberg. Wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger ermitteln Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Neuruppin gegen einen 34-jährigen Gesundheitsberater in Perleberg. Das bestätigte Oberstaatsanwältin Marianne Böhm, die Leiterin der Abteilung Sexualstrafsachen bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin.

„Die Mutter eines achtjährigen Mädchens hat Strafanzeige gegen den 1982 geborenen Mann erstattet“, sagte Marianne Böhm. Demnach soll der Tatverdächtige sexuelle Handlungen an dem Kind vorgenommnen haben, wobei es jedoch nicht zur Penetration gekommen sei. Die Tat soll sich ereignet haben, als sich das Kind in einer Untersuchungssituation befand. Es war wohl mit Bauschschmerzen in die Sprechstunde des Schulgesundheitsberaters gegangen.

Zweites Kind noch nicht befragt

„Wir ermitteln natürlich“, sagte Marianne Böhm. Es gebe außerdem den Vorwurf, dass ein zweites Mädchen, ebenfalls acht Jahre alt, missbraucht worden sein soll.

Der Mann habe sich bisher nichts zu Schulden kommen lassen. „Es handelt sich bei dem Schulgesundheitsberatern ja um ein landesweites Pilotprojekt“ sagte die Oberstaatsanwältin. Die Teilnehmer hätten die Einstellungsvoraussetzungen erfüllt, darunter auch der jetzt Beschuldigte.

Projekt wird fortgeführt

Der Mann war seit Februar dieses Jahres als Gesundheitsfachkraft an der Perleberger Rolandschule und der Friedrich-Gedike-Oberschule eingesetzt. Inzwischen ist er nicht mehr in Perleberg tätig. Die Tat wurde am 10. Mai von der Mutter des achtjährigen Mädchens angezeigt, informierte die Staatsanwältin weiter. „Wir nehmen solche Tatvorwürfe sehr ernst, stehen aber erst am Anfang der Ermittlungen“, sagt Marianne Böhm.

Der Awo-Bezirksverband Potsdam, der als Projektträger die Gesundheitsberater eingestellt hatte, wollte sich mit Verweis auf die staatsanwaltlichen Ermittlungen nicht zu dem Fall äußern. „Das Projekt ’Schulgesundheitsfachkraft’ wird weitergeführt. Die Stelle der Schulgesundheitsfachkraft wird neu besetzt“, ließ die Vorstandsvorsitzende des Awo-Bezirksverbandes Potsdam, Angela Basekow, mitteilen.

Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren

Ebenfalls nicht äußern wollte sich die Schulleitung der Rolandschule. MAZ-Informationen zufolge war am Dienstag die Kriminalpolizei in der Schule.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht dem Mann eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Das Pilotprojekt Schulgesundheitsberater läuft gegenwärtig nur in Brandenburg und Hessen. Es soll dazu dienen, dieses neue Berufsbild zu etablieren. Brandenburgweit hatten im Februar zehn Schulgesundheitsberater ihre Arbeit aufgenommen. Sie werden während ihrer Tätigkeit angeleitet und begleitet, hieß es beim Projektstart.

Von Andreas König

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