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Prignitz MobiPro-EU geht in die Praktikumsphase
Lokales Prignitz MobiPro-EU geht in die Praktikumsphase
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00:17 09.07.2016
Lothar Nagel erklärt den aktuellen Stand um MobiPro-EU. Quelle: Beate Vogel
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Pritzwalk/Neuruppin

Fast bis ins kleinste Detail haben die Organisatoren der Gemeinnützigen Bildungsgesellschaft Pritzwalk (GBG) den Ablauf des Projektes „MobiPro-EU“ geplant. Über das Programm kommen bekanntlich junge Menschen aus Rumänien, Ungarn und Italien nach Westbrandenburg, um hier in Firmen zunächst ein Praktikum, später vielleicht eine Ausbildung zu absolvieren (die MAZ berichtete). Am Nachmittag traf die fünfköpfige Gruppe aus Rumänien ein, nächste Woche kommen die ungarischen und italienischen Teilnehmer. Sie starten jetzt ihre Praktika.

Gestern Vormittag trafen sich dazu rund 30 Vertreter von Firmen, die Praktikumsplätze zur Verfügung stellen, in der Aula der GBG in Pritzwalk. Sie kamen aus Pritz­­walk, Meyenburg, Wolfshagen, Kyritz oder Neuruppin. Nur zwei Firmen hatten sich entschuldigt.

Vor allem die Sprache macht Sorgen

Vor allem die sprachlichen Fähigkeiten der 19 jungen Teilnehmer scheinen für die Firmen ein Problem zu sein. Doch GBG-Geschäftsführer Jörg Ahlgrimm beruhigte: „Wenn sie in die Betriebe kommen, werden sie sicher nicht fließend deutsch sprechen, das dauert sechs bis acht Wochen und es wird immer besser.“ Das Projekt sei für alle Beteiligten eine Herausforderung, so Ahlgrimm. „Präziser können wir es nicht machen.“

Die Bewerber haben innerhalb kurzer Zeit eine harte Schule hinter sich gebracht: Nach dem Auswahlverfahren im Februar/März absolvierten sie einen dreimonatigen Deutsch-Intensivkurs, den sie mit dem Sprachniveau B 1 abschließen. „Die Teilnehmer sind hochmotiviert“, sagte Referent Klaus-Peter Krüger von der Potsdamer Firma Mancom, die die Verbindung zu den Teilnehmern in Rumänien hält. Viele hätten die Sprache gelernt und nebenbei gearbeitet. Er berichtete von einem jungen Mann aus Rumänien – Stefan – , der für den Sprachkurs seinen geplanten Urlaub verlegt und Nachtschichten geschoben hat, damit er tagsüber den Kurs besuchen kann. „Sie bekommen Rohdiamanten“, versicherte er den Firmenvertretern. Die sprachliche Barriere werde nach einigen Monaten von selbst abgebaut sein: „Haben Sie Geduld“, so Krüger.

Die jungen Leute integrieren

Wichtig sei für die jungen Leute aber nicht nur die Sprache, sondern auch eine emotionale Zuwendung. „Zwar ist bei vielen wohl zunächst die Finanzfrage entscheidend.“ Aber man dürfe nicht vergessen, dass die jungen Leute ihre Familie verlassen und „in eine andere Welt kommen“. Krüger schlug vor, sie in Sportvereine zu integrieren oder am Anfang gemeinsame Kochabende oder ein monatliches Treffen zu organisieren. „Wir müssen es schaffen, dass sie hier ein zweites Zuhause finden.“

Koordinator Lothar Nagel stellte Firmenvertretern noch einmal persönlich das Mobi-Pro-EU-Tema der GBG vor: Neben ihm ist Werner Schulze Koordinator, Anne Jacob ist Sozialpädagogin, Anja Rosemann ist vorrangig für Finanzen zuständig und Simone Grabow für den Schriftverkehr. Sie helfen den Ausländern, sich in der ersten Zeit besser zurechtzufinden und sind Ansprechpartner für die Firmen.

Von Beate Vogel

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