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Prignitz Moderne Büros im alten Lokschuppen
Lokales Prignitz Moderne Büros im alten Lokschuppen
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02:15 20.02.2017
Bei der Schienenfahrzeugbau im ältesten genutzten Lokschuppen Deutschlands sind die Auftragsbücher voll. Eigene sowie fremde Fahrzeuge werden gewartet und repariert. Quelle: Andreas König
Wittenberge

Wenn Mathias Tenisson aus dem Fenster blickt, sieht er jetzt nicht mehr direkt auf die Schienen, sondern muss ein wenig um die Ecke gucken. Das ist aber auch der einzige Nachteil, den sein Umzug in das neue Büro mit sich bringt. Die Eisenbahngesellschaft Potsdam und die Firma Schienenfahrzeugbau Wittenberge verfügen jetzt über moderne Büroräume. Das ist umso bemerkenswerter, als der Sitz beider Firmen im ältesten Lokschuppen Wittenberges ist, ja sogar im ältesten Lokschuppen Deutschlands, der noch genutzt wird.

Firma platzte aus allen Nähten

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1846. Doch sein Alter sieht man ihm kaum an – zumindest im renovierten Bürotrakt. „Wir mussten uns räumlich verändern, von der Kapazität her platzen wir aus allen Nähten“, erklärte Mathias Tenisson. Daher hat das Unternehmen den Gebäudeteil, in dem zuvor die Büros untergebracht waren, dem Schienefahrzeugbau für dessen Werkstätten zur Verfügung gestellt.

In der Prignitz verwurzelt, in ganz Deutschland aktiv

„Sechs Jahre, nach unsere Unternehmensgruppe den Lokschuppen in Wittenberge übernommen hat, können wir uns über eine äußerst positive Entwicklung freuen“, sagte der Geschäftsführer. Er leitet gemeinsam mit Thomas Becken die Holding Enon, die ihrerseits die Mehrheit am Konzern Deutsche Eisenbahn Service AG (Desag) hält. Zu den vielen Tochterfirmen gehören die erwähnten Firmen, wobei das Unternehmen trotz des Wachstums noch immer in der Prignitz verwurzelt ist. Neben dem Firmensitz in Wittenberge gibt es Niederlassungen in Meyenburg, Pritzwalk, auf der Insel Rügen, in Berlin-Schönefeld, in Potsdam und im bayerischen Ingolstadt.

Leitstelle ist 24 Stunden und sieben Tage die Woche besetzt

Beim Schienenfahrzeugbau in Wittenberge werden nicht nur Lokomotiven und Waggongs instandgesetzt, dort erfolgen auch die Inspektionen und Revisionen, wird der Einsatz der eigenen Eisenbahnflotte und von Fremdfahrzeugen auf dem über 400 Kilometer langen eigenen Schienennetz koordiniert. „In unserem neuen Verwaltungstrakt haben wir jetzt auch eine Leitstelle, die den Einsatz aller unser Fahrzeuge 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche koordiniert“, sagt Ulrich Rudler, Geschäftsführer unter anderem der Schienenfahrzeugbau Witten­berge.

Gesellschaft bildet eigenen Berufsnachwuchs aus

Dass die Desag und ihre Töchter so erfolgreich auf dem Markt der privaten Eisenbahngesellschaften agieren, liegt unter anderem daran, dass sie ihren eigenen Berufsnachwuchs ausbildet. Im Bahnhofsgebäude in Pritzwalk residiert die Eisenbahn-Personaldienstleistungsgesellschaft, die Lokführer, Fahrdienstleiter und viele andere Berufsbilder mehr ausbildet. Über 300 beschäftigte sind in den einzelnen Tochterfirmen für den Mutterkonzern tätig.

Geballte Schienenkompetenz am Standort

Der Standort Wittenberge ragte unterdessen nicht nur wegen der neuen Büros heraus. „Hier haben wir die einmalige Situation, dass es mit dem Verein historischer Lokschuppen ein Museum mit großer Kompetenz gibt“, sagt Mathias Tenisson. Zudem laufen die Absprachen sowohl mit der Stadt- als auch mit der Kreisverwaltung hervorragend. Nicht zuletzt arbeite man, wo immer es möglich ist, mit dem benachbarten Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn zusammen. Und schließlich weitet die Desag ihre Aktivitäten auch auf andere Geschäftsfelder aus. Mit der Übernahme der Mehrheit an der Hafenbetreibergesellschaft Elbeport steigt die Desag auch in das Frachtgeschäft auf der Straße und auf dem Wasserweg ein.

Schuppen war anfangs kurz vor dem Zusammenfallen

„Als wir den Schuppen gekauft hatten, war er kurz vor dem Zusammenfallen“, erinnert sich Geschäftsführer Ulrich Rudler. Riesige Löcher im Dach ließen Wetterunbilden und Vandalen freies Spiel. Inzwischen gebe es mit allen Beteiligten einen Sieben-Tage-Betrieb am Standort. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich direkte Kommunikation mit den Unternehmen lohnt“, sagte Bürgermeister Oliver Hermann.

Von Andreas König

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