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Prignitz Mühsamer Weg zur Wunschausbildung
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00:20 23.11.2017
Thomas Granzow (Mitte) bekommt endlich Stützunterricht für seine Ausbildung. Mutter Irina Granzow und Dietrich Sander sind froh darüber. Quelle: Foto: König
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Netzow/Neuruppin

Thomas Granzow ist ein aufgeweckter junger Mann. Wenn es um Technik geht, um praktische Dinge, macht dem 17-jährigen Netzower kaum jemand etwas vor. Aber mit dem Lernen von theoretischen Sachverhalten hat er Probleme.

Persönliches Budget für Menschen mit Lernbehinderung

Daran scheiterte eine Ausbildung zum Landwirt, für die er den Vertrag bereits in der Tasche zu haben glaubte. „Ich habe mich überall erkundigt und herausgefunden, dass eine Ausbildung zum Landwirtschaftshelfer in Frage kommt“, sagt Mutter Irina Granzow. Doch auch dabei benötigt Thomas Hilfe. „Es gibt für Menschen mit einer nachgewiesenen Lernbehinderung ein persönliches Budget bei der Arbeitsagentur“, erklärt Irina Granzow. Bewilligt wird dieses Geld von der Arbeitsagentur in Neuruppin. Thomas fand einen Ausbildungsbetrieb in der Region – den Betrieb von Ulf Oestreicher in Abbendorf, und alles schien in bester Ordnung.

Immer neue Hindernisse

„Doch nach und nach ergaben sich bei der Arbeitsagentur immer neue Hindernisse“, schildert Irina Granzow. Man wollte Thomas in eine andere Ausbildungsrichtung drängen. Er sollte auf einmal Gärtner werden mit einer Ausbildung in Nauen. Doch da wäre er untergegangen“, ist Irinas Granzow überzeugt. Einen geeigneten Stützlehrer hatte hingegen die Gemeinnützige Gesellschaft für regionale Sozialentwicklung (GGS) mit Sitz in Frankfurt (Oder). Seit einigen Jahren ist sie auch im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur Neuruppin tätig. „Im Gegensatz zu Frankfurt, wo wir herkommen, verlief die Zusammenarbeit mit Neuruppin jedoch oft schwierig“, schildert Geschäftsführer Dietrich Sander. „Oftmals brechen Jugendliche mit einer Lernbehinderung, die nicht ausreichend betreut werden, die Ausbildung ab. Bei uns haben wir immerhin 80 Prozent der jungen Leute die die Ausbildung schaffen.“

Gerücht: Plätze seien zuvor gebucht und bezahlt

„Mir wurde indirekt damit gedroht, dass die Gelder aus dem individuellen Budget für Thomas nicht bewilligt werden, wenn ich nicht der Maßnahme zustimme, die von der Arbeitsagentur für Thomas vorgesehen wird“, sagt Irina Granzow. Sie führte -zig Telefongespräche, schrieb E-Mails, erhielt vage Zu- und Absagen. „Am 5. Juli hatte ich das erste Gespräch mit den Beratern von der Arbeitsagentur Neuruppin. Seitdem war Theater“, sagt die ­Netzowerin. Inzwischen keimte der Verdacht in ihr auf, dass die Arbeitsagentur gar kein Interesse daran habe, junge Menschen über das persönliche Budget in Ausbildung zu bringen, wenn der Berufswunsch nicht mit den Vorstellungen der Agentur zusammenpasst. „Ich hatte gehört, dass die Plätze bei Bildungsträgern bereits von vornherein gebucht und bezahlt worden sind, Daher sei die Arbeitsagentur gehalten, diese Plätze zu besetzen, egal, ob das zu den Ausbildungswünschen passt oder nicht“, sagt Irina Granzow.

Agentur weist Verdacht zurück

Das weist die Arbeitsagentur Neuruppin zurück. „Das persönliche Budget ist eine individuelle Maßnahme. Ein vorheriger Einkauf erfolgt nicht. Der Kunde ist aufgefordert, sich eigenständig mit dem Maßnahmeträger in Verbindung zu setzen und schließt selbstständig Vereinbarungen ab“, sagt Sprecherin Melanie Speck.

Bescheid und Geld sind endlich da

Wohlklingende Worte, an deren Wahrheitsgehalt Irina Granzow allerdings immer weniger glaubte, je länger sich das Verfahren hinzog. „Mir wurde schon ganz schwummrig, als ich an die Gebühren für die Ausbildung dachte“, sagt Irina Granzow. „Hinzu kommen die Fahrtkosten, denn von Netzow nach Abbendorf kommt Thomas nicht einfach so mit öffentlichen Verkehrsmitteln.“ Thomas Granzow hoffte weiter darauf, dass es mit seiner Ausbildung klappt. Praktisch ist er ein echtes Talent. Er fährt sicher mit Traktoren jeder Größe, kommt auch mit anderer Landtechnik wunderbar klar. Kürzlich fand die Geschichte doch noch ein gutes Ende. „Mir wurde am Telefon gesagt, der Bewilligungsbescheid ist unterwegs“, sagt Irina Granzow. Glauben wollte sie es erst, als der Brief im Kasten lag. Just an dem Tag war auch das Geld überwiesen.

Von Andreas König

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