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Müllgebühren in der Prignitz steigen leicht

Kalkulation für 2016 und 2017 Müllgebühren in der Prignitz steigen leicht

Im Prignitzer Müllausschuss wurde die Kalkulation für die Müllgebühren in den Jahren 2016 und 2017 vorgestellt. Gegenüber dem Ist-Stand ist eine Anhebung um 0,5 Prozent vorgesehen. Gründe sind unter anderem das sinkende Müllaufkommen und das Defizit beim Altpapier.

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Die Müllentsorgung in der Prignitz wird ab 2016 etwas teurer.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Perleberg. Wenn Gebühren erhöht werden, ist das nie erfreulich. Doch die im Müllausschuss angekündigte Anhebung der Müllgebühren ab 2016 ist wohl noch zu verschmerzen. In Prozent ausgedrückt, müssen sich die Gebührenzahler auf einen Zuschlag von 0,5 Prozent einstellen. Ausschussvorsitzender Dietrich Gappa kommentierte die Ankündigung mit den Worten: „Angesichts der Probleme können wir damit zufrieden sein.“ Dazu ein Beispiel: Bei acht Pflichtleerungen einer 120-Liter-Tonne erhöht sich 2016 die Jahresgebühr auf 89,40 Euro. Das sind 48 Cent mehr als in diesem Jahr.

Über den neuesten Sachstand im Abfallbereich informierte am Dienstag Sachbereichsleiter Andreas Much die Ausschussmitglieder. Auf die Gebührenkalkulation 2016/2017 wirken sich im Wesentlichen vier Faktoren aus: die Entwicklung der Einwohnerzahl und des Müllaufkommens, die Kosten für die Deponiesanierung in Wittenberge sowie die Altpapiersammlung. Der stetige Bevölkerungsrückgang – am 30. November 2014 gab es noch 77 700 Prignitzer – wirkt sich natürlich auf die Menge des Hausmülls aus. „Seit Jahren besteht ein linearer Rückgang beim Müllaufkommen“, erklärte Andreas Much. Die weniger werdenden Prignitzer produzieren aber auch immer weniger Müll, weil sie offenbar besser den Müll trennen und organische Stoffe vermehrt kompostieren. Gehen die Mengen zurück, wird das Entsorgungssystem teurer.

Ein Problem ist nach wie vor das Altpapier. „Die Prognose der Sammelergebnisse wird nicht erreicht“, berichtete der Sachbereichsleiter. Gewerbliche Sammlungen, die der Landkreis nicht untersagen kann, schmälern nach wie vor das Ergebnis. Zudem sind die Preise für Altpapier mit 60 Euro je Tonne im Keller. 2012 wurden noch 90 Euro erzielt. Andreas Much erwartet jedoch, dass die Talsohle beim Altpapierpreis bald durchschritten ist. Statt eines Erlöses endete die Papiersammlung 2014 mit einem Minus von 23 000 Euro. Ein Plus wird auch für die Jahre 2016 und 2017 nicht erwartet.

Sanierung der Mülldeponie wird billiger als erwartet

Deutlich zurückgehen werden die Kosten für die Deponiesanierung in den nächsten Jahren. Während 2013 noch auf jeden Einwohner 9,62 Euro im Jahr zukamen, werden 2016 und 2017 nur noch 4,78 Euro in die Gebührenkalkulation eingehen. Die Rücklagen, die jährlich zu bilden sind, werden sich etwa halbieren. Die Gesamtkosten für die Sanierung der Deponie fallen niedriger aus als geplant. Ursprünglich waren 27,3 Millionen Euro geschätzt worden. Nach dem neuesten Stand sollen es 3,6 Millionen Euro weniger sein. Der Landkreis konnte für die Sanierung fast 5,5 Millionen Euro an Fördermittel einwerben und damit die Gebührenzahler erheblich entlasten.

Noch steht der vierte und letzte Bauabschnitt aus. Immerhin ist noch eine sieben Hektar große Fläche zu sanieren. „Wir können noch in diesem Jahr loslegen“, hofft Andreas Much. Inzwischen weiß man auch, wie viele Zauneidechsen umgesiedelt werden müssen. 100 Tiere wurden gesichtet. Sie waren der Grund warum nicht gleich nach der Fertigstellung des dritten Bauabschnitts weiter gearbeitet werden konnte. Auf zwei Jahre schätzt Andreas Much den vierten Bauabschnitt. Doch auch nach der Sanierung bleibt Deponie ein Kostenfaktor. Nach der Sanierung fallen Nachsorgekosten an, für die bis 2019 ebenfalls Rücklagen zu bilden sind.

Andreas Much stellt auch den Zeitplan für das neue Abfallwirtschaftskonzept 2016 bis 2025 vor. Der Entwurf soll am 1. Dezember vorliegen und die Abstimmung im Kreistag am 10. März 2016 erfolgen.

Von Michael Beeskow

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