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Musik gibt den Ton im Dorf an

Sarnow Musik gibt den Ton im Dorf an

Trompete, Tenorhorn oder Bariton – in Sarnow geben die Instrumente den Ton an. Allein aus den beiden Familien Toppel sind fünf Kinder und Jugendliche mit ihren Vätern aktiv. Auch der 16 Jahre alte Daniel Schröder bläst Trompete. Doch der Nachwuchs ist nicht aus freien Stücken bei den Chorproben in Heiligengrabe mit von der Partie.

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Die Posaunenbläser aus Sarnow treten regelmäßig in der Dorfkirche auf.

Quelle: Christamaria Ruch

Sarnow. Mit Fug und Recht kann Sarnow (Stadt Pritzwalk) als musikalisches Dorf bezeichnet werden. Allein acht Einwohner von neun bis 50 Jahren greifen wöchentlich zu ihren Blechblasinstrumenten und spielen sich quer durch die Bandbreite der Musik.

Bis auf den 16 Jahre alten Daniel Schröder gehören alle anderen Laienmusiker zur Familie Toppel: Hans-Ulrich Toppel mit seinen Kindern Friedrich (11 Jahre), Barbara (14) und Joachim (15) sowie Konrad Toppel mit Richard (neun Jahre) und Antonia (elf). Die zwei Kinder von Konrad Toppel stiegen vor zwei Jahren ein und lernten die Grundlagen für das Trompetespiel in der Pritz­walker Kirchengemeinde. Die drei Kinder von Hans-Ulrich Toppel sowie Daniel Schröder begannen vor fünf Jahren mit dem Üben und sind regelmäßig bei der Probe am Donnerstag im Posaunenchor in Heiligengrabe dabei. „Vorher habe ich vier Jahre Akkordeon gespielt“, sagt Daniel. Er stammt ebenfalls aus einer musikalischen Familie, denn sein Opa Eckhard Jach gehörte viele Jahre zum Posaunenchor Buchholz/Sarnow.

Als Kind keine Lust aufs Spielen

Doch wer nun glaubt, dass die Kinder und Jugendlichen aus freien Stücken und mit großer Freude die Tonleiter rauf- und runter- spielen, befindet sich auf dem Holzweg. „Das macht keinen Spaß“, sagen sie frei heraus. „Ich würde viel lieber Klavier üben“ bekennt Barbara. Und ihre beiden Brüder murren ebenfalls, wenn sie auf ihre Instrumente angesprochen werden. Hans-Ulrich Toppel erinnert sich dabei an seine Kindheit: „Ich hatte früher auch keine Lust.“ Dennoch schätzte er damals die Gemeinschaft im Chor, die Bläserfreizeiten oder nach der Chorprobe den Abstecher in die Dorfkneipe, auch wenn am nächsten Schule wieder Schule war.

Bis heute ist er bei der Stange geblieben, denn „das bringt Abwechslung ins Leben.“ Mit seinem Bruder Konrad gehört er zu den treuen Mitgliedern im Posaunenchor. „Die Gemeinschaft im Chor ist gut und wenn die Kinder mit anderen zusammen ein Instrument spielen, erweitert das auch ihren Horizont“, sagt Hans-Ulrich Toppel. Gleichzeitig bringt die Mitgliedschaft im Ensemble eine zusätzliche Struktur in die Woche. „Wer hört denn schon Trompetenmusik?“, fragt Barbara. Doch langfristig hofft ihr Vater, dass die Kinder von der Musik im Leben profitieren werden. „Jedes Kind muss ein Instrument spielen“, lautet daher seine Devise. Sein Bruder Konrad ist von Beginn an gerne dabei, wie er berichtet. „Bei mir war nie ein Widerwillen und bis heute gehört die Musik als Teil zu meinem Leben“, sagt er.

Immer wieder bei Auftritten dabei

Zum Repertoire des 67 Jahre alten Ensembles in Heiligengrabe gehört ein breites Spektrum. Klassik, geistliche Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch bis hin zu Volksliedern beherrschen die 16 Mitglieder. Vor allem Märsche oder lustige Stücke wie den israelischen Nationaltanz mögen Hans-Ulrich und Konrad Toppel. „Es gibt unbegrenzt viele Lieder, die wir in unserem Chor spielen; jedes Stück muss nur immer wieder aufgefrischt werden“, sagt Konrad Toppel.

Überhaupt gehört der Auftritt in der Kirche in Sarnow zu den Traditionen: Ostern, Pfingsten, Erntedank oder Weihnachten – entweder der gesamte Posaunenchor aus Heiligengrabe setzt zum Spiel an oder die Sarnower Mitglieder allein. „Diese Musik ist doch das Markenzeichen für Sarnow und sie gehört einfach zum guten Ton dazu“, sagt Hans-Ulrich Toppel.

Von MAZ-online

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