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Prignitz Musik mit Herz und Schlag
Lokales Prignitz Musik mit Herz und Schlag
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00:46 19.04.2018
Seltener Klang: die Musiker Konstantinos Argyropoulos, Ayami Okamura und Dan DeSimone (v. l. n. r.) begeisterten die Zuhörer. Quelle: Kerstin Beck
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Seetz

„Klang-Rede“ heißt die Veranstaltung, die am Sonntagnachmittag das zweite Mal stattfand - diesmal in der Seetzer Kirche – ohne Orgel, dafür aber mit bemerkenswerter Akustik. Die drei Musiker traten erstmals gemeinsam auf: die Japanerin Ayami Okamura, der Grieche Konstantinos Argyropoulos und Dan DeSimone aus den USA.

Letzterer hat in Philadelphia und Boston studiert und im vergangenen Jahr beim weltweiten Percussionswettbewerb „Tromp“ in Eindhoven den zweiten Platz belegt. Gemeinsam mit seiner japanischen Kommilitonin, die längst erfolgreich in Orchestern spielt, absolviert der gebürtige Philadelphier in Detmold ein Masterstudium als Solist. Was dem Trio gemeinsam ist: die Bekanntschaft mit der Lenzener Kantorin Oana Maria Bran, die den Auftritt auch organisiert hat.

Marimba, Töpfe, Vibraphone

Und was in den nächsten anderthalb Stunden dem Publikum zu Gehör gebracht wird, hat Seltenheitswert: Einmal sind es Melodien recht moderner Komponisten wie John Cage oder Claude Debussy bis hin zu Caroline Shaw, von der es „Taxidermy“ für Marimba, Vibraphone und Töpfe gibt oder die wunderschöne „Transformation of Pachelbel’s Cannon“, komponiert von der erst 44-jährigen Japanerin Nanae Mimura und dargebracht auf einer Marimba, einem Aufschlagidiophon, dessen Aufschlagstäbe mit Schlägeln angeschlagen werden.

Das auf afrikanische Vorläufer zurückgehende Musikinstrument wurde in Guatemala entwickelt und ist vor allem in anderen mittel- und südamerikanischen Ländern sowie in Japan verbreitet. Und natürlich spielt auch die japanische Percussionistin auf diesem seltenen Instrument. „Da die meisten Stücke nur für eine Person komponiert worden sind, haben wir diese neu für diesen Auftritt arrangiert“, erzählt Konstantinos Argyropoulos bescheiden.

„Gottes Herzschlag“

Neben den glasierten Blumentöpfen kommen auch andere ungewohnte Instrumente zum Einsatz: ein metallenes Vibraphone, ein Bambus-Schlagwerk, eine Djembe, ein Cajón und mehrere Holzblöcke. Teilweise sind acht Schlägel im Einsatz, und nach jedem Musikstück gibt es einen Applaus, wie ihn andere Künstler erst nach dem Konzert bekommen.

Aber es gibt nicht nur Klang, sondern auch eine Rede. Mittendrin referiert Pfarrer Marcel Borchers über „Gottes Herzschlag“: „Das Problem des Herzens ist, dass es zugänglich ist für andere Menschen. So jedenfalls beschreibt es Gottfried Keller in seinem Gedicht „An das Herz“ von 1846“ und kommt mit seiner philosophischen Betrachtung dann zu dem Schluss: „Der Umgang mit Gott wird letztendlich nur erfahrbar in der ständigen Auseinandersetzung ... gegenüber dem, was das eigene Herz so plant und sich erdenkt. Er ist nicht durch die Erkenntnis der Prinzipien der Vernunft gleich miterkennbar und damit für immer vorhersehbar. Oder anders gesagt: Gottes Herz schlägt in seinem eigenen Rhythmus.“

In einem Rhythmus vielleicht, in den die Zuhörer durch die drei Musiker einen exklusiven Einblick bekommen haben.

Von Kerstin Beck

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