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Prignitz Musikprojekt will den Norden rocken
Lokales Prignitz Musikprojekt will den Norden rocken
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02:15 27.02.2017
Sind neben anderen regelmäßig dabei: (v. l. oben) Esther Githanji, Sabrina Korinth, Asef Rahmani, Jenny Krieger, Aziz Rasooli, Jonas Rahn, Cecile Altrock; (v. l. unten) Leonie Trotzek, Max Lingk, Shams Mohammadi. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Zweimal die Woche wird es in der Gröperstraße 33 so richtig musikalisch. Denn seit November 2016 hat sich das Musikprojekt Estabien in einem der Räume eingemietet. „Es war gar nicht so einfach, einen passenden Raum zu finden“, blickt Projektmitorganisator Max Lingk vom kirchlichen Verein Estaruppin zurück. Doch seitdem konnte richtig losgelegt werden. Jeden Mittwoch und Donnerstag bietet Esatbien als „offene Musikschule“ jungen Leuten aus der Region die Möglichkeit, ihre musikalischen Stärken auszuleben und Instrumente zu lernen.

In Wittstock wird zweimal die Woche Musik gemacht. Quelle: Christian Bark

Dabei steht die Vielfalt der Teilnehmer ganz oben an, wie Max Lingk betont. Mädchen, Jungen, Einheimische, Geflüchtete, Arme, Reiche – alle hätten im Projekt ihren Platz. So auch der 17-jährige Aziz Rasooli. Er war Anfang 2016 aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet, lebte zuerst in der Wittstocker Clearingstelle, jetzt in Rheinsberg. „Auf einer Musikveranstaltung habe ich Max getroffen“, sagt er. So sei er im März 2016 zu Estabien gekommen. Einmal die Woche probt er in Wittstock, vornehmlich Gesang. Ein altes Volkslied, das im Projekt unter dem Titel „Meine Oma“ gesungen wird, hatte er ins Persische übersetzt. „Wir singen es in mehreren Sprachen“, sagt Aziz. Für ihn sei die Musikschule eine willkommene Abwechslung zum Alltag in der Gemeinschaftsunterkunft.

Über Max Lingk war auch Esther Githanji zu Estabien gekommen. Sie kommt aus Kenia, lebt aber schon über vier Jahre in Deutschland, derzeit in Neuruppin. Bereits in Kenia hatte sie in einer Band gesungen, berichtet die 29-Jährige. Bei Estabien singt sie bevorzugt Afrofusion und Reggae.

Offene Musikschule für junge Leute

Im März 2016 wurde das Musikprojekt „Estabien“ ins Leben gerufen. Die offene Musikschule ermöglicht jungen Menschen zwischen 6 und 27 Jahren kostenfrei das Lernen in der Vielfalt und bietet eine Plattform für herkunftsübergreifende Begegnung und aktive Freizeitgestaltung. Der Name ist spanisch und bedeutet „Es ist gut“.

23 Teilnehmer gibt es aktuell aus ganz Ostprignitz-Ruppin. Die Bandbreite reicht von einfachen Gitarren- und Rhythmuskursen bis zur fortgeschrittenen Bandarbeit, Reggae, Hip-Hop und Weltmusik.

Gefördert wird das Projekt vom kirchlichen Verein Estaruppin, der Aktion Mensch, dem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin und der gegen Fremdenfeindlichkeit agierenden Flick-Stiftung. Seit November 2016 finden die Proben im „Studio W“ in der Gröperstraße 33 statt. Wittstock wurde bewusst als Standort gewählt, um das soziale und kulturelle Engagement des Vereins stärker auf den Norden des Kreises auszuweiten.

Einer im Dezember 2016 erschienen CD sollen weitere folgen. Auch stehen öffentliche Auftritte, zum Beispiel im Rahmen des Evangelischen Kirchentags in Berlin am 24. Mai an. Für den Sommer ist ein Festival geplant.

„Du hast eine tolle Stimme“, lobt die 22-jährige Jenny Krieger Esther. Sie dagegen traue sich weniger solo, sondern eher in der Gruppe zu singen. Eigentlich sei sie aber bei Estabien, um ein Instrument zu lernen – zum Beispiel Gitarre. Deshalb kommt auch sie regelmäßig aus Schweinrich nach Wittstock zum Musikprojekt. Ihre Weihnachtsgeschenkidee für ihre Mutter habe Estabien sogar seine erste CD beschert.

Geburtstag wird am Mittwoch gefeiert

Eine der jüngsten Teilnehmer ist seit Herbst die elfjährige Leonie Trotzek aus Wittstock. Sie übt jeden Mittwoch mit Max Lingk Gitarrespielen, wie sie sagt. Auf der CD ist sie mit dem Song „In der Höhle der Löwin Leonie“ vertreten.

Verschiedene Instrumente stehen beim Projekt bereit. Quelle: Christian Bark

Die CD wird auch am kommenden Mittwoch kostenfrei ausliegen, wenn das Projekt Estabien seinen 1. Geburtstag feiert. Dann wollen es die Musikschüler und Organisatoren in Wittstock richtig krachen lassen, wie Max Lingk ankündigt. Das sei ein Zeichen des Vereins Estaruppin, sich auch mehr im Norden des Landkreises zu engagieren. „Wobei wir noch ein zweites Studio in Neuruppin planen“, informiert Max Lingk.

Am Mittwoch, 1. März, beginnt die Geburtstagsfete um 15 Uhr in der Gröperstraße 33. Zwischen 15.30 und 16.30 Uhr werden die jugendlichen Akrobaten der „AG Zirkus“ der Waldring-Grundschule ihre Kunststücke auf die Matte legen. Ab 17 Uhr darf getanzt und an der Bar getrunken werden. Neben den Musikschülern werden Musiker aus dem gesamten Kreis Ostprignitz-Ruppin die Veranstaltung rocken. Ab 19 Uhr findet die Kreativveranstaltung „Bühne 11“, diesmal in der Gröperstraße 33, statt.

Von Christian Bark

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