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Nach dem Bachelor einen Job in der Prignitz

Hoppenrade Nach dem Bachelor einen Job in der Prignitz

Wenn junge Leute ihre berufliche Zukunft in der Prignitz sehen, dann steckt etwas dahinter: Das CJD bietet über ein duales Studium im sozialen Bereich und eine anschließende Übernahme die Möglichkeit, in den Einrichtungen der Prignitz zu arbeiten. Zwei junge Bachelor-Absolventinnen steuern extreme Heimatverbundenheit bei.

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Mit ihrem Bachelor kann die 23-jährige Sophie Friedrich Kinder in der Christophorus-Schule in Hoppenrade unterstützen und betreuen.

Quelle: Beate Vogel

Hoppenrade. Das Freiwillige Soziale Jahr nach dem Abitur gab den Ausschlag: Alexandra Hüttmann und Sophie Friedrich haben in der Christophorusschule des Christlichen Jugenddorfwerkes (CJD) in der Prignitz ihren Traumjob gefunden. Die beiden 23-Jährigen betreuen in Hoppenrade (Gemeinde Plattenburg) Kinder und Jugendliche mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“. Beide helfen, begleitet von ausgebildeten Lehrern – im Unterrichtsalltag. Und in der Prignitz, das ist für junge Leute aus der Region eher ungewöhnlich, sehen sie auch ihre berufliche Zukunft.

Schon während des Studiums Geld verdienen

Nach einem dreijährigen Studium an der Fachhochschule Clara Hoffbauer in Potsdam haben sie ihren Bachelor in der Tasche. Der praktische Teil war in Hoppenrade angesiedelt. Es war ein Studium mit dem Schwerpunkt im sozialen Bereich, aber mit künstlerischen und sprachlichen Komponenten. Vermittelt werden „ästhetisch-kreative Kompetenzen für soziale Handlungsfelder“, wirbt die Fachhochschule. Ein Vorteil: Schon während des Studiums verdienen die Studenten Geld. Mit dem Abschluss kann Alexandra Hüttmann ab dem 1. September als Betreuerin in der Schule beginnen. „Dann fange ich auch ein Aufbaustudium an.“ Es ist eine Ausbildung zum Zweitlehrer, die in Teltow vermittelt wird. Sophie Friedrich will sich ebenfalls dort weiter qualifizieren.

Alexandra Hüttmann und Sopie Friedrich fühlen sich wohl mit ihrem Job

Alexandra Hüttmann und Sopie Friedrich fühlen sich wohl mit ihrem Job.

Quelle: Beate Vogel

Schon jetzt sind die beiden unter Anleitung von Lehrern im Einsatz: Alexandra Hüttmann ist in einer Klasse mit Schülern, die zwischen 15 und 19 Jahre alt sind. Dass die fast Gleichaltrigen sie nicht als Respektsperson sehen, verneint sie: „Die hören, was ich sage.“ Sophie Friedrich betreut jüngere Schüler zwischen elf und 13 Jahren. „Jeder hat ja einen anderen Zugang zu Kindern“, meint sie. Die Arbeit sei abwechslungsreich. „Kein Tag gleicht dem anderen“, sagt Sophie Friedrich. „Man weiß nie, was einen erwartet.“ Sie sieht ihre Aufgabe als Hilfe zur Selbsthilfe: „Wir können an den Kindern direkt sehen, was wir geleistet haben.“ Denn das spiegele sich in deren Verhalten wider.

Arbeit, Team und Umgebung stimmen

Die beiden jungen Frauen fühlen sich wohl in Hoppenrade. Hier stimmt alles, sagen sie: die Arbeit, das Team und nicht zuletzt die Umgebung. „Wir wollen in unserer Heimat bleiben“, erklärt Sophie Friedrich, die in Wittenberge aufgewachsen ist. Das gilt auch für ihre Freundin, die aus Wentdorf (Amt Lenzen-Elbtalaue) stammt: „Ich hatte während der Ausbildung eine Wohnung in einer WG in Potsdam und lebte dort zweieinhalb Jahre für einen Teil der Woche.“ Das sei für Alexandra Hüttmann eine schöne Erfahrung gewesen, aber die Freunde seien eben in der Prignitz. Sophie Friedrich habe viele Freunde, die zwar in Hamburg oder Berlin studieren, aber an den Wochenenden „immer wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren“.

Ausbildung in Hoppenrade möglich

Die Christophorusschule des CJD in Hoppenrade besuchen 88 Schüler in elf Klassen. Viele Kinder kommen auch aus anderen Landkreisen oder sogar aus Berlin. Unterrichtet und betreut werden die Kinder und Jugendlichen von 23 Lehrkräften. Mit den beiden Absolventinnen sind es ab September 25.

Wer an einer Ausbildung interessiert ist, kann sich über das CJD in Hoppenrade, Tel. 033982/61 00 oder per E-Mail, hoppenrade@cjdprignitz.de, informieren.

Dass die beiden so heimatverbunden sind, liegt wohl auch an den Möglichkeiten, die das CJD als Arbeitgeber offeriert, meint Ulrich Resch, Leiter der Christophorusschule. „Wir bieten ihnen eine Perspektive.“ Den Studiengang mit Schwerpunkt auf Musik und Bewegung hält er für qualitativ sehr gut. „Es gibt nichts Besseres, als Musik, um Menschen zu öffnen.“ Die Arbeit sei so toll, dass die zwei jungen Frauen lieber von Wittenberge nach Hoppenrade fahren, obwohl sie dort für den gleichen Job mehr Geld haben könnten.

Fünf Studenten ausgebildet

Für Jörg Stricker als Fachbereichsleiter Wohnen und Betreuen sowie schulische Bildung ist es wichtig, dass im Unternehmen der Nachwuchs gesichert wird. Seit fünf Jahren kooperiere das CJD mit der FH Clara Hoffbauer und bilde über ein duales Studium aus. Fünf Studenten lernten beim CJD, so Stricker, drei sind fertig, zwei noch dabei. Einer habe sich für die Arbeit mit Autisten in den CJD-Einrichtungen in Seefeld und Groß Woltersdorf entschieden. „In der Vergangenheit haben wir zu wenig junge Leute qualifiziert“, sagt Stricker. Jetzt, wo Alexandra Hüttmann und Sophie Friedrich mit ihrem Studium fertig sind, könnten neue Bewerberinnen nachrücken. „Sie könnten später auch in anderen unserer Einrichtungen arbeiten“, so der Fachbereichsleiter.

Und wenn sie dann auch noch so verwurzelt sind wie Sophie Friedrich und Alexandra Hüttmann, haben alle etwas davon. „Ich finde die Prignitz wunderschön“, sagt erstere. „Man fühlt sich im Team voll integriert, die Kinder nehmen einen super auf“, meint die andere.

Von Beate Vogel

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