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Prignitz Nachbarland lässt Havelwehr Neuwerben sanieren
Lokales Prignitz Nachbarland lässt Havelwehr Neuwerben sanieren
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00:39 12.07.2015
Steffen Kern (2.v.r.) vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz Magdeburg bei der Bauanlaufberatung am Wehr Neuwerben. Quelle: Andreas König
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Quitzöbel

Die Schonfrist läuft ab. Etwas länger durften Radfahrer, die aus der Prignitz in Richtung Buga nach Havelberg oder in umgekehrter Richtung unterwegs waren noch den Elberadweg nutzen. Doch damit wird es nun ab 15. Juli vorbei sein.

Das haben gestern die Verantwortlichen vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt und dem Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg festgelegt. Die auf den ersten Blick seltsam anmutende Zuständigkeit ist der Lage im Grenzgebiet beider Bundesländer geschuldet. Das Wehr Neuwerben, das jüngste der drei Wehre von Quitzöbel, gehört dem Land Sachsen-Anhalt. Das hat nach dem Ex­tremhochwasser 2013 neue Bemessungsgrenzen für Hochwasser festgelegt. 28,40 Meter über Normalnull müssen die Schützen und Türme im Wehr aushalten. Das kann die Technik trotz umfänglicher Sanierung im Jahr 1997 nicht sicherstellen. Daher wird das Neuwerbener Wehr bis 2018 von saniert.

Wichtiger Wehr-Weg

Das Wehr Neuwerben gehört zur Wehrgruppe Quitzöbel. Es dient dazu, den Wasserstand von Elbe und Havel zu regulieren. Neben den drei dortigen Wehren gehört im weiteren Sinne noch das Wehr Gnevsdorf als letzte von drei Mündungen der Havel in die Elbe dazu.

Über die Wehrgruppe verläuft der Elberadweg zwischen Havelberg und Wittenberge. In der Sommersaison fahren zwischen 6000 und 7000 Radtouristen diesen Abschnitt entlang, wie die Auswertung der Radzählstelle in Gnevsdorf ergab. Während des und nach dem Hochwasser 2013 war der Wert auf unter 1000 Radler gesunken.

17,5 Millionen Euro investiert das Land Sachsen-Anhalt in die Sanierung des Wehrs Neuwerben. Bei der Gelegenheit soll ein in den 1990er Jahren angelegter Fischpass abgerissen werden. Er sei nicht mehr nötig, heißt es. akö

Los geht es mit dem Abriss der Wehrbrücke. Wenn damit vermutlich am 15. Juli begonnen wird, haben Radfahrer keine Chance mehr, über den kürzeren und landschaftlich reizvolleren Elberadweg von und nach Havelberg zu kommen. Sie müssen eine Umleitung fahren. „Das gilt eigentlich bereits seit einem Jahr, seit uns die Baumaßnahme angekündigt wurde“, sagt Uwe Neumann, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz. Bei der Sanierung des Durchstichwehrs vor einigen Jahren gab es einen aufgeschütteten Kiesdamm, auf dem es immerhin möglich war, die Havel mit dem Rad schiebend zu überqueren. „Aber das kommt jetzt nicht infrage“, sagt Uwe Neumann.

„Stimmt“, stellt Steffen Kern vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz aus Magdeburg klar. „Wir benötigen den vollen Zugriff von der Wasserseite für die Arbeiten, da ist solch ein Kompromiss nicht möglich.“

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Der Wehrgruppe Quitzöbel kommt eine große Bedeutung im Hochwasserschutz zu.

Es gilt vieles zu bedenken, ehe die Baufirma aus Osterburg mit dem Abriss der Wehrbücke beginnen kann. Zum Beispiel queren Versorgungsleitungen der Telekom sowie ein Fernmeldekabel der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung das Bauwerk. Zwar gibt es provisorische Kabelbrücken, doch ist damit das Problem nicht zu lösen. „Es läuft darauf hinaus, dass wir einen Düker bauen“, erklärt Steffen Kern. Das ist ein Rohr, das unter dem Flussgrund hindurchführt. Darin soll dann das Fernmeldekabel verlaufen. Der Dükerbau ist nur ein Probleme, das die Hochwasserschützer zu lösen haben. „Es sind an und unter der Wehrbrücke mindestens 20 Schwalbennester entdeckt worden“, sagt Steffen Kern. „Und das, obwohl wir ökologische Vergrämungsmaßnahmen in Form von Netzen angebracht haben.“ Die Nester und ihre Bewohner müssen nun fachkundig entfernt werden. In einem der Wehrtürme hat sich unterdessen ein junger Habicht niedergelassen. Ob auch er umgesiedelt werden muss, ist noch nicht festgelegt.

Wenn Baufreiheit herrscht, werden die Arbeiter die Wehrbrücke vertikal zerschneiden und abtragen. „Ob wir sie segmentweise abtragen oder zerkleinern, wird noch geklärt“, sagt Polier Axel Wille von der Firma Ost-Bau. In jedem Fall wird eine Bauplattform aus Pontons ins Wasser gelassen. Von dort aus können die Mitarbeiter dann die 1954 errichtete Brücke abtragen und den Schutt auffangen.

Von Andreas König

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