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Prignitz Nadeln für Mops & Co.
Lokales Prignitz Nadeln für Mops & Co.
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00:30 26.11.2015
Ungerührt lässt Paul die Behandlung über sich ergehen. Der Mops-Shitzu zuckt höchstens einmal kurz. Quelle: Michael Beeskow
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Perleberg

Paul ist einer von den Gemütlichen. Nadel um Nadel sticht Stefanie Edenharter dem kleinen Hund zunächst in die Pfoten, und dann geht es auf dem Rücken weiter. Die Nadeln sind hauchdünnen, selbst ein Haar wirkt dagegen recht dick.

Aber immerhin gehen die winzigen Nadel richtig unter die Haut, ein bis zwei Zentimeter tief sitzen sie im Fleisch. Nur einmal zuckt der Mops-Shitzu ein wenig, dann tut er aber so, als würde er die putzigen blauen Stäbchen im Fell gar nicht bemerken. Nach einer Weile werden die Augen immer kleiner, beinahe klappen sie zu. Der Mops kämpft offenbar mit der Müdigkeit, und dann macht er es sich tatsächlich auf der Decke bequem. Nach einer Behandlung ruhen sich ihre Patienten meist einen Tag aus. Das zeigt, dass der Körper zu arbeiten beginnt.

Mehr ist über die Behandlung durch Stefanie Edenharter eigentlich nicht berichten, so einfach ist eine Akupunktur. Paul ist mit neun Jahren nicht mehr der Jüngste. „Er hat Spondylose“, erklärt die Tierakupunkteurin. „Das ist so etwas Ähnliches wie Arthrose bei Menschen.“ Die an den Wirbeln einsetzende Verknöcherung führt zu Bewegungsstörungen. Der Mops neigt zum Passgang. Dies behandelt die Stefanie mit Akupunktur. Sie bringt eine Linderung und fördert die Beweglichkeit des Tieres. „Mit der Akupunktur kann ich die Spondylose nicht beseitigen, aber sie lässt sich aufhalten.“

Stefanie Edenharter ist geprüfte Akupunkteurin für Groß- und Kleintiere. Es sind vor allem Katzen, Hunde und Pferde, die sie mit Hilfe der traditionellen chinesischen Medizin behandelt. Über die Wirkungsweise will sie sich gar nicht bis ins Detail auslassen. „Die Begriffe klingen doch für viele sehr fremd und verwirren.“ Es geht im die Energieströme im Körper, die auf bestimmten Bahnen, den so genannten Meridianen zirkulieren. Besondere Bedeutung kommt den Akupunkturpunkten zu, das sind bestimmte Punkte, die in diesen Meridianen liegen. Diese Punkte sticht Stefanie Edenharter mit winzigen Nadeln an und aktiviert dadurch die im Körper vorhandenen Selbstheilungskräfte. „Akupunktur ist nichts, woran man glauben muss. Sie wirkt ganz einfach.“ Das stellt sie an ihren Patienten immer wieder fest. „Denn Tiere können nicht daran glauben.“

Stefanie Edenharten hat ein Leben lang mit Tieren zu tun gehabt, und mit ihnen auch immer wieder den Arzt aufsuchen müssen. Doch weil vieles Spritzen mit unter nicht geholfen hat, begann sie nach anderen Wegen der Behandlung zu suchen. So stieß sie auf die Tierakupunktur besuchte Lehrgänge und schließlich erwarb sie sich in einem Naturheilzentrum bei Hamburg die Zertifizierung, um nicht nur ihre eigenen Tiere, sondern auch andere behandeln zu können. „Ich mache das aber nur nebenberuflich“, erklärt die Perlebergerin.

Während in Süddeutschland Tierakupunktur recht verbreitet ist, Akupunkteure und Ärzte Hand in Hand arbeiten, stößt Stefanie Edenharter in unseren Breiten nicht selten auf Vorurteile. So bot sie einer Bekannten, sich ihren Hund einmal näher anzusehen, doch die habe gleich abgelehnt. Erst als sie während des Urlaubs in Österreich einen Tierarzt aufsuchen musste und dieser ihr riet, eine Akupunkteurin hinzuziehen, kam sie zu ihr.

Patienten wie Paul können nach drei bis vier Behandlungen wieder schmerzfrei laufen. Ein klassisches Feld für Akupunktur sind verspannte oder verhärtete Muskeln. Bei Durchfall oder Ohrenentzündungen hilft Akupunktur häufig wirksamer als ein Medikament. „Bei akuten Sachen schlägt die Therapie ganz schnell an.“ Ein extremer Husten ist schon nach drei, vier Stunden wieder weg.

Obwohl sich die Akupunkteurin bislang auf Haustiere beschränkt, könnte sie auch Nutztiere behandeln. Biobauern können auf Spritzen und Antibiotika verzichten.

Stefanie Edenharter zieht eine klare Grenze, wo die Möglichkeiten der Akupunktur erschöpft sind, und zwar dort, wo eine Operation nötig ist. „Ein Geschwür bekomme ich mit Akupunktur nicht weg.“ Das Verhältnis zu einem Tierarzt sieht sie so: „Man kann sich wunderbar ergänzen.“

Hinweis: Über Möglichkeiten der Tierakupunktur informiert Stefanie Edenharter auf der Internetseite www.akupunktiermobil.de.

Von Michael Beeskow

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